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Siegsdorfer Gemeinderat gegen Straßenverbreiterung am Rathaus

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Siegsdorf: Gemeinderat gegen Straßenverbreiterung am Rathaus
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Das Bild zeigt den Bahnübergang am Rathaus mit der Gemeindestraße am Pfarrerberg, die nach den Plänen der Deutschen Bahn auf Kosten des Gehweges am Rathaus (derzeit die einzige barrierefreie Verbindung ins Oberdorf) verbreitert werden soll. (Foto: Krammer)

Siegsdorf – Zur Vorstellung der Planungen für den Umbau des Bahnhof-Bereichs und der drei Bahnübergänge im Siegsdorfer Ortszentrum waren Vertreter der DB Regio-Netz Infrastruktur GmbH aus Mühldorf und zwei Vertreter des ausführenden »Planungsbüro für Verkehrsplanung Fuchs« aus Chemnitz zur Gemeinderatssitzung in den Festsaal gekommen.


In einer Präsentation erläuterte eine Mitarbeiterin des Ingenieurbüros den Umfang der Maßnahmen. Sie ging besonders auf einige baulich schwierig zu lösenden Problempunkte ein. Geplant sind der der Ersatz des bisherigen Mittelbahnsteigs durch einen neuen Außenbahnsteig auf der Rückseite des Raiffeisen Lagerhauses und die damit erforderliche Anpassung der Gleis- und Oberleitungsanlagen.

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Das veraltete mechanische Stellwerk wird aus dem Bahnhofsgebäude ausgelagert und durch ein neues elektronisches Stellwerk mit optimaler Ankopplung der drei Bahnübergänge ersetzt, was auch deren Anpassung zur Folge hat. Der Übergang Ruhpoldinger Straße wird dabei mit einseitigem Gehweg und besserem Querungswinkel erneuert, der Übergang am Bahnhof erhält beidseitig einen Fußgängerweg und damit eine Anbindung an den zusätzlichen Außenbahnsteig.

Größter Problempunkt ist dabei der Umbau des Bahnübergangs am Rathaus, der nach den Bestimmungen des Eisenbahnbundesamts eine Verbreiterung der Straße am Pfarrerberg zur Folge hätte. Die aufwändigen Baumaßnahmen werden aber auch mit massiven Behinderungen und Einschränkungen während der Umsetzung verbunden sein.

Bürgermeister Thomas Kamm erkundigte sich über den Zeitplan der Arbeiten und die zeitliche Abfolge der Sperrungen. Nach Auskunft der Planerin sind die Hauptarbeiten im Zeitraum Mitte August bis Mitte September 2021 geplant, in dieser Zeit wird auch der Zugverkehr eingestellt sein. Für die Übergänge sind jeweils zwei Wochen Sperrzeit eingeplant, beginnen möchte man an der Hauptstraße bereits Anfang August, dann folgt der Übergang am Bahnhof und im September der an der Ruhpoldinger Straße, es wird aber immer nur einer der drei Übergänge gesperrt sein.

Verwunderung bis Unmut regte sich im Gemeinderat zur Planung an der Hauptstraße, nach der die Bahn den Gehsteig am Rathaus auf 1,30 Meter verengen möchte um die nach den Vorschriften der Bahn notwendige Ausweitung der Gemeindestraße, die als Umleitungsstrecke für die A8 ausgewiesen ist, zu erreichen. Als Alternativen schlagen die Planer einen stufenlosen Umbau des nördlichen Treppenwegs, den barrierefreien Umbau des Billmayer Bergs mit einem Fahrstuhl oder die Einrichtung von vorgeschalteten Lichtzeiten mit Wartezeiten bis zu vier Minuten vor.

Aus allen Fraktionen kamen dazu Fragen und Anregungen, die auch Unverständnis bis Unmut über die Eingriffe in die dörfliche Infrastruktur, die eigentlich vom Durchgangsverkehr entlastet werden soll, widerspiegelten. »Die Zeit drängt, wir wollen im nächsten Jahr bauen«, betonten die Vertreter der Bahn und des Ingenieurbüros, machten aber auch deutlich, dass sie für Vorschläge und gemeinsame Lösungen dankbar seien, um ein mögliches Planfeststellungsverfahren zu vermeiden.

Die Kosten der Umbaumaßnahme werden nach der neuen Regelung zu je einem Drittel die Deutsche Bahn und die Bundesrepublik Deutschland übernehmen, das verbleibende Drittel teilen sich der Bund und das Land Bayern, sodass der Gemeinde keine Kosten entstehen.

Bürgermeister Kamm fasste in seinem Fazit die vorgebrachten Bedenken seines Gremiums zusammen und verdeutlichte: »Schauen Sie sich unsere Vorstellungen an und vergessen Sie vor lauter Regeln und Vorschriften nicht die Probleme der Gemeinde und der Bevölkerung von Siegsdorf«.

In weiteren Gesprächen wird nun versucht, mit den Planern an alternativen Lösungen zu arbeiten. Die Gemeinde wird mit der Autobahndirektion bezüglich der Umfahrungssituation oder einer möglichen Beschränkung des Durchgangsverkehrs für LKW Kontakt aufnehmen, die Planer sollen den stufenlosen Umbau der nördlichen Treppe mit einem Abbruch der Stützmauer und der Treppen, bzw. dem Einbau eines Aufzugs genauer untersuchen.

Die Gemeinde werde nun endlich intensiv am Verfahren beteiligt sein und könne hoffentlich Einfluss darauf nehmen, dass die Umbauten nicht zu Lasten der »Schwächsten« gehen und die laufenden gemeindlichen Bemühungen um eine Verkehrsberuhigung im Ortskern nicht durch die Bahn- Umbauten zurückgeworfen und konterkariert würden.

FK

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