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Siegsdorf verschiebt Schwimmbadsanierung

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Die Sanierung des Siegsdorfer Freibads wird wegen der derzeit nicht abrufbaren Förderung um ein Jahr nach hinten verschoben.

Siegsdorf – Das überraschte viele: Bürgermeister Thomas Kamm informierte in der Bürgerversammlung, dass die Sanierung des Freibads um ein Jahr verschoben wird. Von den Bürgern angesprochen wurden verschiedenste Themen – vom Radwegenetz über den Hochwasserschutz bis zum Volksbegehren »Rettet die Bienen«.


Zunächst gab Kamm aber einen wichtigen Termin bekannt: die Sportlerehrung von Dreifach-Skisprung-Weltmeister Markus Eisenbichler am 29. März um 19  Uhr am Feilhaus neben der Traunbrücke. Mit einem zweistündigen Programm soll der sympathische Skispringer vom TSV Siegsdorf für seine Erfolge gebührend gefeiert werden. Ebenfalls dabei sind Kitzbühel-Sieger Josef Ferstl vom SC Hammer und der Junioren-Biathlet Anian Sossau vom Skiclub Eisenärzt.

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627 Neuanmeldungen und 711 Abmeldungen

Im Anschluss informierte der Bürgermeister über die Arbeit der Verwaltung und des Gemeinderats. Die Gemeinde habe derzeit 8382 (+719 Zweitwohnsitze) Einwohner. Im vergangenen Jahr habe es 627 Neuanmeldungen und 711 Abmeldungen gegeben. Über 400 Kinderbetreuungsplätze werden von den gemeindlichen, kirchlichen und betrieblichen Kindergärten angeboten, die Erweiterung des Kindergartens Hörgering um eine Gruppe und eine Kinderkrippe ist bereits in der Umsetzungsphase, informierte Kamm.

In der Grundschule werden in zwölf Klassen 279 Schüler betreut, die Mittelschule umfasst sieben Regelklassen mit 143 Schüler und weitere sieben M-Zug-Klassen mit 125 Jugendlichen aus den Gemeinden Siegsdorf, Bergen, Inzell und Ruhpolding. In diesem Zusammenhang stellte der Bürgermeister auch die hervorragende Arbeit der Jugendarbeit an Schulen von KoniS und die bereits weitgehend umgesetzte Digitalisierung der Klassenzimmer heraus.

Mit einem Blick auf die unverzichtbare Arbeit der Jugendbeauftragten Karin Neumann und ihrer Gemeinderatskollegin Marlies Neuhierl-Huber, die sich um die Senioren- und Behindertenintegration kümmert, sowie die unverzichtbare Arbeit der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer aus den Vereinen und Organisationen leitete Kamm über zu den Aufgaben des gemeindlichen Bauamts, das zur Zeit mit fast 20 Bauleitverfahren beschäftigt ist.

In Bezug auf die Sanierung des Freibads sagte er, dass die Planungen zwar abgeschlossen seien und man mit den Ausschreibungen beginnen könnte, aber die von der Großen Koalition versprochenen Zuschüsse zur Sanierung von Freibädern noch nicht abrufbar seien.

Des Weiteren informierte Kamm über die 48 000 Besucher im Naturkunde-Museum im vergangenen Jahr und wies auf die kommende Sonderausstellung »Mumien – Archive des Lebens« hin, die im April startet.

Eine sachlich geprägte Fragestunde mit vielen unterschiedlichen Themen schloss sich dem Vortrag von Bürgermeister Thomas Kamm im fast voll besetzten Siegsdorfer Festsaal an. Den Anfang machte Angelika Steiger aus Siegsdorf. Sie wollte wissen, ob man sich denn als Bürger aktiv mit Anregungen zu den Planungen der Dorferneuerung einbringen könne, und wie weit die   Gemeinde    mit den Untersuchungen zu einer Geschwindigkeitsbegrenzung im Ortskern vorangekommen sei.

Gute Ideen jederzeit willkommen

Bürgermeister Kamm zeigte sich offen für gute Ideen, lud die Sprecherin zu einem Gespräch ins Rathaus ein und gab bekannt, dass sich Verwaltung und die Bürgermeister bereits rechtlich zum Thema Geschwindigkeit im Ort informiert hätten. Eine Beschränkung etwa auf 30 km/h sei aber vermutlich nur mit begründeten Hinweisen auf Lärmschutz oder ähnliche Beeinträchtigungen möglich. Eine solche Maßnahme könnte die Gemeinde aber nur mit der umfassenden Unterstützung und Akzeptanz der Bevölkerung umsetzen.

Margit Öttl monierte die schwierige und gefährliche Situation für Radfahrer in der Ortsdurchfahrt von Eisenärzt, wofür Herbert Buchner als nächster Redner auch gleich einen Vorschlag für die Verlegung des Radwegs entlang der Traun parat hatte.

Bürgermeister Kamm konnte die Situation durchaus nachvollziehen, sah aber derzeit keine andere Möglichkeit als Geschwindigkeitsbeschränkungen auf der Staatsstraße zu fordern und dadurch beim Straßenbauamt Druck aufzubauen. Der Vorschlag von Buchner sei durchaus relevant, aber Verhandlungen mit der Bahn über Grundstücke und Radwege auf deren Gelände seien vermutlich ebenso aussichtslos wie die Vision eines Erlebnis-Radwegs auf einer stillgelegten Bahntrasse.

Rupert Geistanger aus Gastag wollte wissen, wie es mit dem Hochwasserschutz in Traundorf weitergehe und warum die Grabarbeiten an der Gehstraße in Siegsdorf nicht ordentlich abgeschlossen worden seien.

»Die Gemeinde hat bereits fertige Planungen zum Hochwasserschutz von Traundorf erarbeitet,« betonte Kamm. Doch nun gebe es Probleme bei den vorgesehenen Retentionsflächen in Eisenärzt. »Es stockt derzeit beim Wasserwirtschaftsamt Traunstein«, stellte Kamm in den Raum und erklärte die fehlenden Asphaltschichten nach den Gasanschlüssen in der Gehstraße mit wetterbedingten Verzögerungen.

Ausführlich befasste sich Ernst Rachl aus Gastag mit den Planungen zur Änderung des Gewerbegebiets »Am Sportplatz«, wo nach seiner Meinung unbedingt eine sichere Geh- und Radweg-Verbindung zwischen dem Sportheim und der Abzweigung nach Gastag von Nöten sei. Außerdem sah er auch eine Notwendigkeit eines Radwegs entlang der Hochstraße zwischen Haslach und Schweinbach.

Kamm verwies zur ersten Frage auf die laufenden Planungen, die einen markierten Sicherheitsstreifen auf der Fahrbahn beinhalten würden und bedauerte dann die Ablehnung der Stadt Traunstein, den Weg entlang der Traun als asphaltierten Radweg aufzuwerten. Er plädierte dafür, in dieser Richtung auch in Verbindung mit dem Straßenbauamt weiterzuarbeiten, um nicht mit einem aufwändigen Neubau an der Hochstraße weiteren massiven Flächenverbrauch zu verursachen.

»Es wurde gerichtlich bestätigt«

Auf die Frage von Hartmut Speck (Venusberger Weg) zur Sperrung des Venusberger Weges und die dortige Schneeablagerung fand Kamm relativ deutliche Worte. »Es wurde gerichtlich bestätigt, dass die Situation rechtlich abgesichert ist«, betonte Kamm und berief sich auf viele Rückmeldungen aus dem Venusberger Weg, die die jetzige Situation als außerordentlich positiv empfinden würden.

Eine Lanze für die Landwirte der Region brach Martin Waldherr aus Frauenstätt. Die Kritik der Bevölkerung an der Bewirtschaftungsweise mancher Kollegen sei durchaus nachzuvollziehen, meinte Waldherr und verwies dann auf die Arbeitsweise seiner Familie und vieler andere Landwirte, die seit vielen Generationen verantwortungsvoll und naturschonend die Chiemgauer Landschaft pflegen und erhalten würden. »Was tut die Gemeinde künftig zum Erhalt und der Steigerung der Artenvielfalt?«, fragte Waldherr abschließend.

Der Bürgermeister verwies auf mehrere Treffen und Runde Tische der Gemeinden und Bauhöfe zu diesem Thema. Endgültige Lösungen lägen aber noch nicht vor.

Mit der letzten Wortmeldung sprach Karl Kracher aus der Auenstraße unter dem Beifall der Bürger dem gemeindlichen Bauhof großes Lob für die aufwändige und reibungslose Schneeräumung auch in den extremen Situationen dieses Winters aus. FK