Siegsdorf nicht für Gewerbegebiet in Neustadl

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Bilder wie dieses zeigen Eindrücke vom »normalen, täglichen Verkehrsgeschehen« in der Ortsdurchfahrt Eisenärzt. (Foto: Gemeinde Siegsdorf)

Siegsdorf – Der Siegsdorfer Gemeinderat hat keine positive Stellungnahme zur Neuaufstellung des Flächennutzungsplans der Gemeinde Ruhpolding abgegeben. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats konnten die Ratsmitglieder zwar die Notwendigkeit eines Gewerbegebiets für die Gemeinde Ruhpolding an der Staatsstraße 2098 bei Neustadl durchaus nachvollziehen und zeigten grundsätzliches Verständnis für die Probleme der Nachbargemeinde. Solange es aber keine vernünftige Lösung für die Verkehrsprobleme in der Ortsdurchfahrt Eisenärzt gibt, könne keine positive Stellungnahme erfolgen.


Bürgermeister Thomas Kamm erläuterte dazu die langwierigen und intensiven Überlegungen der Nachbargemeinde, die letztlich in die Neuaufstellung des gemeindlichen Flächennutzungsplans mit einem künftigen Gewerbegebiet in Neustadl mündeten. Zur besseren Nachvollziehbarkeit der Standortwahl hat die Gemeinde Ruhpolding auch ihre »Alternativprüfung der AGL« zur Verfügung gestellt. Mit dieser Prüfung wird der Antrag auf »Ausnahme vom Anbindegebot« begründet, der nachweist, dass im übrigen Gemeindegebiet eine Ausweisung von Gewerbeflächen nicht mehr möglich ist.

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Mit Bildern vom »normalen täglichen Wahnsinn« beim Begegnungsverkehr des Schwerverkehrs in der Ortsdurchfahrt von Eisenärzt verdeutlichte Kamm aber auch die täglichen Verkehrsprobleme im Eisenärzter Ortskern, der vom Denkmalamt unter Ensembleschutz gestellt wurde. Durch ihn führt die Staatsstraße 2098 als Ruhpoldinger Hauptzufahrt für den Schwer- und Pkw-Verkehr aus Norden kommend. Lastwagen müssen hier beim Begegnungsverkehr teilweise auf den schmalen Gehsteig ausweichen, der aber auch den Kindern als einzig möglicher Schulweg vom und zum Bahnhof dient. Zudem wird in der Stellungnahme auf den aktuellen baulichen Zustand der Traunbrücke hingewiesen.

Trotz des ansonsten sehr guten Verhältnisses zur Nachbargemeinde war sich das Gremium einig: »Solange keine praktikable Lösung für den Schwerverkehr durch Eisenärzt vorliegt, kann die Gemeinde Siegsdorf zu dieser Planung keine positive Stellungnahme abgeben«.

Außerdem hatte die Bauverwaltung die Einziehung von zwei »öffentlichen Feld- und Waldwegen« im Bereich Reichhausen vorbereitet. Der Weg »von Reichhausen nach Hasperting« war 1961 eingetragen worden, überschneidet sich aber nun seit Jahrzehnten mit der später gebauten Gemeindeverbindungsstraße »Reichhausener Straße« an der Grenze zur Gemeinde Vachendorf. Die Widmung sollte im Bestandsverzeichnis ebenso gelöscht werden wie die des 75 Meter langen »Anwandwegs im Geißbichlfeld«, der von der Reichhausener Straße aus in Richtung Norden in einen Wiesenhang hinein gewidmet ist, in der Natur aber bereits nicht mehr existiert. Einstimmig genehmigte der Gemeinderat nun die Einziehung der beiden Wegwidmungen.

FK

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