Bildtext einblenden
An mehreren Stellen errichteten die Feuerwehren in der Traun Ölsperren. Unser Bild entstand in Wernleiten.

Rund 100 Liter Spezialöl in die Traun gelaufen

Siegsdorf – Bei einem Verladeunfall im Zuge von Wartungsarbeiten an einer Trafostation in St. Johann sind am Donnerstag rund 100 Liter Spezialöl, das zur Kühlung in der Anlage eingesetzt wird, ausgelaufen und über einen Gully in den Werkskanal einer Mühle sowie in die Rote Traun gelangt. Dies führte zu einem Großeinsatz der Feuerwehren, die auf einer Länge von etwa 13 Kilometern bis nach Leiderting bei Kammer Ölsperren eingezogen haben. Die Umweltfolgen sind derzeit noch nicht abschätzbar. Die Polizei Traunstein ermittelt wegen  fahrlässiger Gewässerverunreinigung. Zum Einsatz kamen unter anderem Ölsperren der Katastrophenschutzausrüstung des Landkreises. 


Gegen 9.15 Uhr wurden die Feuerwehren Vogling und Traunstein, der Einsatzleiter Wasserrettung sowie die Kreisbrandinspektion und das Landratsamt Traunstein über die Integrierte Leitstelle in Traunstein alarmiert. Bereits bei der ersten Erkundung der Lage zeigte sich, dass eine größere Menge Öl über den Betriebsbach der Mühle in die Rote Traun geflossen war. »Wir haben sofort damit begonnen, die weitere Ausbreitung verhindern, damit wir den Schaden bestmöglich begrenzen«, berichtete der Voglinger Kommandant Bernhard Abstreiter.

Schnell war klar, dass eine größere Menge des ausgelaufenen Spezialöls ins Gewässer gelangt war und sich auf Grund der Fließgeschwindigkeit des Wassers rasch ausbreitete. Deshalb übernahm Kreisbrandrat Christof Grundner die Gesamteinsatzleitung. Nahe des Wolfsbergliftes wurde eine Einsatzleitung aufgebaut. Darüber hinaus wurden zunächst die Feuerwehren Siegsdorf und Übersee mit weiteren Ölsperren alarmiert. Später wurden noch die Feuerwehren Kammer sowie Tacherting mit dem Katastrophenschutzanhänger »Ölsperren« hinzugezogen, um in Leiderting eine letzte Ölsperre zu errichten. An sieben verschiedenen Stellen zogen die Feuerwehren die Sperren ein und versuchten mit Spezialfließen das antreibende Öl aufzufangen. Bis in den Nachmittag hinein waren 105 Floriansjünger mit den Auffangarbeiten beschäftigt. »An der letzten Sperre ist kaum noch Öl angekommen, so dass die Einsatzmaßnahmen den Schaden deutlich eingrenzen konnten«, so Christof Grundner.

Zur Absicherung der Einsatzkräfte wurde die DLRG aus Traunstein hinzugerufen. Die DLRG darüber hinaus beim Einsetzen der Sperren. Direkt am Unfallort kam ein spezielles Reinigungsfahrzeug zum Einsatz, mit dem der Werkskanal sowie der Zulauf zur Traun vom Öl befreit wurde. Darüber hinaus waren Mitarbeiter des Bauhofes Siegsdorf im Einsatz, die die Verkehrsfläche vor der Mühle mit einer Kehrmaschine reinigten.

Auf einer Strecke von rund 13 Kilometern wurden vier Abschnitte gebildet, die für den jeweiligen Bereich für die Sperren verantwortlich waren. Neben dem Voglinger Kommandanten Bernhard Abstreiter, organisierten Siegsdorfs Kommandant Manfred Steiner, Florian Scholz von der Feuerwehr Traunstein und Kreisbrandmeister Albert Rieder die Arbeiten und errichteten Ölsperren direkt in St. Johann, im Bereich der Roten Traun auf Höhe des Edeka-Marktes in Wernleiten und des Siegsdorfer Schwimmbades, im Bereich Seiboldsdorf sowie im Bereich des Traunsteiner Schwimmbades und auf Höhe der Traunerstraße nahe der Salinenbrücke sowie auf Höhe der Ortschaft Leiderting.

Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamtes nahmen Wasserproben, die nun analysiert werden. »Inwieweit sich das Öl auf die Umwelt oder den Fischbestand auswirkt, steht derzeit noch nicht fest«, so Florian Appelt vom Landratsamt Traunstein. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass ein Großteil des Öles aufgenommen werden konnte.

Gegen 15 Uhr konnten die meisten Einheiten von dein Einsatzstellen abrücken. Die Ölsperren entlang des Bachlaufes blieben eingebaut und werden in regelmäßigen Abständen kontrolliert.

hob

Mehr aus Siegsdorf