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PV-Anlage auf Dächern von Schule und neuer Turnhalle

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Siegsdorf: PV-Anlage auf Dächern von Schule und neuer Turnhalle
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Das Bild zeigt den Gebäudekomplex der Grund- und Mittelschule und der neuen Dreifach-Turnhalle (links), auf deren Dächern künftig Sonnenstrom zur vorrangigen Nutzung in den Schulgebäuden erzeugt werden soll. (Foto: Krammer)

Siegsdorf – Mit einem mehrheitlichen Grundsatzbeschluss unterstützt der Gemeinderat Siegsdorf die Nutzung von Solarenergie auf den Dächern der Grund- und Mittelschule und der Dreifach-Turnhalle. Die Firma »Sonnenstrom Schule Siegsdorf GmbH & Co KG«, vertreten von Rudi Hey- decker und Rupert Strähuber hatte die Nutzung der Dächer der beiden Gebäude zum Betrieb einer Photovoltaikanlage beantragt.


Der geplante Nutzungsvertrag sieht vor, dass der von der Anlage mit einer Gesamtgröße von 450 kWp erzeugte Strom vorrangig für den Verbrauch in den Schulgebäuden erzeugt wird. Überschüssiger Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist. Für den gelieferten Strom wird ein Preis vereinbart, der günstiger ist als aus dem öffentlichen Netz, da dabei keine Netzentgelte und Stromsteuern anfallen. Da die Einspeisevergütung vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme abhängig sein wird, kann dieser Bezugspreis aber erst dann festgelegt werden.

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Deshalb ist im Vertrag eine Klausel enthalten, die der Gemeinde, analog zu den bereits bestehenden Projekten der Bürgersolaranlagen, einen wirtschaftlichen Vorteil von mindestens fünf Prozent des Ertrags der PV-Anlage sichert. Für die Installationsvoraussetzungen wurden bereits die technischen Details mit den Planern der neuen Dreifach- Turnhalle geklärt. Sie umfassen vorrangig eine Gefährdungsbeurteilung, die Blitzschutzanlage, das Befestigungs- und Schneefang-System sowie die Platzierung der Wechselrichter und des Trafos zur Netzeinspeisung.

Auf Antrag von Bündnis 90/Die Grünen sollte sich der Gemeinderat für einen Ausbau der Autobahn auf maximal 28 Meter (vier Spuren plus zwei Standstreifen) und eine Geschwindigkeitsbegrenzung von maximal 120 km/h aussprechen. Der geplante 6+2-Ausbau soll dabei aus Klimaschutzgründen abgelehnt werden. Bürgermeister Thomas Kamm schlug dazu im Rahmen des Antrags vor, einen Beschluss zur weiteren Vorgehensweise zu fassen.

Aus seiner Sicht hält er den Antrag ebenso für berechtigt wie die Tatsache, dass sich der Siegsdorfer Gemeinderat mit den Thematiken einer Geschwindigkeitsbeschränkung von 120 km/h und der Art des Ausbaus der Autobahn befassen sollte. Er weist aber zur geforderten Geschwindigkeitsbeschränkung darauf hin, dass die Gemeinde hier schon mehrfach versucht habe, eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf 120 km/h zu erreichen. Einen neuerlichen Antrag stellte er zuletzt Anfang Februar, zu dem bis dato noch keine Stellungnahme einging.

Bei den wiederholten Versuchen, eine Geschwindigkeitsbegrenzung zu erreichen, wurden auch Studien von Fachleuten mit eingereicht, die eindeutig bestätigten, dass aufgrund der Streckenführung und Kurvenradien der Autobahn im Gemeindegebiet dringend eine Geschwindigkeitsreduzierung erforderlich wäre. Dabei sei auch unverständlich, dass es an Autobahnteilstücken in Teisendorf und Piding entsprechende Geschwindigkeitsbegrenzungen seit vielen Jahren gebe, dies in Siegsdorf aber stets abgelehnt wurde.

Bei dem bis dato offiziell geplanten 6+2-Ausbau der Autobahn, dem alternativen Ausbau auf maximal 28 Meter (4+2) wären aus seiner Sicht noch diverse fachliche Stellungnahmen und Aussagen erforderlich, damit der Gemeinderat hier eine fachlich fundierte Entscheidung treffen kann; auch unter dem Gesichtspunkt, dass es bezüglich der derzeitigen Planunterlagen aus dem Jahr 2009 sicherlich neue Aspekte gibt, die in eine Entscheidung des Gemeinderates zum Antrag mit einfließen sollten.

Nachdem ein Autobahnausbau und aktuellere Planungen in die Zeit des neuen Siegsdorfer Gemeinderats ab 1. Mai fallen werden, sollte diese Entscheidung das neue Gremium treffen. Deshalb wird die Gemeinde möglichst bald nach der Konstitution des neuen Gemeinderats eine Expertenrunde einladen, um den aktuellen Sachstand der Planungen zu erhalten und daraus eine fundierte Vorgehensweise abzuleiten. Daran sollten neben dem neuen Gemeinderat auch Vertreter der Autobahndirektion Südbayern, Vertreter der Spediteure/Industrie/Gewerbe, Vertreter der Bürgerinitiative A8 sowie eventuell auch Verkehrsplaner teilnehmen.

In einer kurzen, sachlichen Diskussion konnten sich die Vertreter aller Fraktionen mehrheitlich diesem Vorschlag anschließen.

Bei der Gegenstimme von CSU-Fraktionssprecher Josef Bauer, der den Lärmschutz in den Vordergrund gestellt wissen wollte, beschloss das Gremium, den Antrag der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen in die neue Legislaturperiode ab 1. Mai zu vertagen. Vor der Entscheidung muss aber zeitnah eine Expertenrunde dem Gemeinderat die entsprechenden Entscheidungsgrundlagen liefern. FK

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