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Positiver Rückblick bei der Elektrizitätsgenossenschaft

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Vorstand Johannes Abstreiter (von links) mit dem neugewählten Aufsichtsrat Siegfried Strehhuber und Albert Popp, der nach 33 Jahren wegen Erreichens der gesetzlichen Altersgrenze aus dem Gremium ausscheidet. (Foto: Krammer)

Siegsdorf – Auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 und eine weiterhin positive Entwicklung blickten die Geschäftsführer der Elektrizitätsgenossenschaft Vogling & Angrenzer (EVA) aus Siegsdorf bei der Generalversammlung zurück.


Kaufmännische Leiterin Maria Hasselberger gab zunächst einen Einblick in das Gefüge der Stromerzeugung in Deutschland im Jahr 2017. Die konventionellen Energieträger – Kernenergie, Kohle und Gas – leisteten dabei einen Anteil von 61,5 Prozent an der gesamten Stromversorgung, die erneuerbaren Stromquellen aus Sonnenenergie, Windkraft, Wasserkraft und Biomasse trugen mit 38,5 Prozent zur Gesamterzeugung bei. Die klima- und wetterbedingten Erzeugungsschwankungen belasten dabei weiterhin das Verbundnetz und fordern internationale Zusammenarbeit, um eine flächendeckende, zuverlässige Versorgung zu allen Zeiten zu gewährleisten. Auch die Speicherung von Sonnenenergie in privaten Haushalten werde künftig immer mehr Gewicht haben.

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Die Zahlen aus dem Geschäftsbetrieb der EVA verdeutlichten den Trend. 68 368 605 kWh Strom wurden im Netz der EVA im vergangenen Jahr an über 6300 angeschlossene Endverbraucher verteilt, davon gut 900 fremdversorgte Kunden. Zudem werden 66 Kunden in fremden Netzen von der EVA beliefert.

Notwendig ist dafür ein funktionales, modernes Netz mit derzeit 108 eigenen Stationen und 16 Kundenstationen, die über 94 Kilometer Mittelspannungsleitungen vernetzt sind, und ein Niederspannungsnetz mit 268 Kilometer Erdkabel und 13 Kilometer Freileitungen versorgen. Der Verkabelungsanteil liegt im gesamten Netz derzeit bereits bei 91 Prozent.

518 000 Euro in Netzerhalt investiert

In Erneuerung und Erhalt des Netzes und der Energieverteilungsanlagen wurden im vergangenen Geschäftsjahr 518 204 Euro investiert. Größte Posten waren dabei ein modernes Netz-Leitsystem, der Neubau und die Einbindung einer Station im Baugebiet Augraben in Hörgering, mehrere Verkabelungen im Mittelspannungsnetz und einige aufwändige Niederspannungs-Verkabelungen. Zudem konnten mit dem 781 000 Euro teuren Neu-/Anbau des Verwaltungsgebäudes die Platzprobleme des Betriebs langfristig gelöst werden. Im vergangenen Jahr sorgten bei der Firma 40 Mitarbeiter, davon drei Auszubildende, für eine reibungslose Versorgung und einen umfassenden Service. Ab September werden vier weitere Auszubildende das Team verstärken.

Josef Mayer, Technischer Leiter und Geschäftsführer der EVA, ging kurz auf die Baumaßnahmen und geplanten Investitionen in diesem Jahr ein. Im 20-KV-Bereich wurden mit den Verkabelungen im Bereich der Krätzstraße und des Höpflinger Wegs sowie der Station Haunerting bereits mehrere Bereiche modernisiert. In Neukirchen und Thalham sind noch weitere Erneuerungen geplant. Auch im Niederspannungsbereich war man nicht untätig und nutzte den Ausbau des Höpflinger Wegs für Leerrohrverlegungen, im Siegsdorfer Ortskern konnten zwei Gasthäuser und eine E-Tankstelle mit neuen Kabeln ausgestattet werden. Eine weitere umfangreiche Aufgabe ist derzeit die Erschließung des Baugebiets Augraben in Hörgering. In Neukirchen wurde der Bereich Grub- Rainer mit einem Kabel versorgt und bei entsprechender Witterung soll auch in Essbaum noch eine Freileitung verkabelt werden. Zudem sind die Mitarbeiter natürlich auch mit vielen kleinen Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen wie Baustrom- und Hausanschlüssen, Zählerwechsel, Wartungen oder ähnlichem gefordert.

Mit einer Bilanzsumme von rund 9,62 Millionen Euro schloss laut Revisor Franz Herok vom Genossenschaftsverband Bayern das Jahr 2017 ab. Herok bescheinigte den Verantwortlichen gute Arbeit und schlug den Mitgliedern nach dem Bilanzgewinn von 83 600 Euro die Ausschüttung einer Bardividende von 13 Prozent und eine ansehnliche Betriebsrücklage vor, die einstimmig angenommen wurde.

Siegfried Strehhuber neues Aufsichtsratmitglied

Bei den Wahlen des Aufsichtsrats wurde Theo Buchöster einstimmig wiedergewählt. Aufsichtsratsvorsitzender Albert Popp konnte aus Altersgründen nicht mehr kandidieren. Für ihn wurde Siegfried Strehhuber aus Neukirchen in den Aufsichtsrat berufen.

Vorstand Johannes Abstreiter blickte noch einmal auf das Wirken von Albert Popp zurück. 33 Jahre wirkte dieser im Aufsichtsrat der EVA mit. Im Mai 1985 wurde Popp in den Aufsichtsrat gewählt, 2007 übernahm er das Amt des Vorsitzenden. Viele wichtige und wegweisende Entscheidungen mussten in seiner Amtszeit getroffen werden, zum Beispiel die Erweiterungen der Betriebsgebäude 1994, 2013 und 2017, der Kauf des Ortsnetzes von Hammer 1995 und die Übernahme der Ortsnetze von Siegsdorf und Eisenärzt 2008. Für seine umfassenden Tätigkeiten wurde Popp bereits 2010 mit der silbernen Ehrennadel des Genossenschaftsverbandes Bayern ausgezeichnet. FK