Online-Bürgerversammlung gut angenommen

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Aus einem professionellen Tonstudio heraus informierte Siegsdorfs Bürgermeister Thomas Kamm die Bürger über die Arbeit der letzten beiden Jahre.

Siegsdorf – Als vollen Erfolg wertet die Gemeindeverwaltung die erste digitale Bürgerversammlung, mit der Bürgermeister Thomas Kamm interessierte Bürger über das Gemeindegeschehen der letzten zwei Jahre informierte. Der Gemeinderat nahm in seiner jüngsten Sitzung Kenntnis von den Fragen der Bürger und befürwortete die Antworten des Bürgermeisters.


Knapp 240 Nutzer verfolgten die Live-Übertragung, mehr als 1200 Interessierte klickten im Nachhinein auf das Video, das noch bis zum heutigen Freitag online geschaltet ist. Der Live-Stream wurde mit Musik Mayer in deren Studio mit dem entsprechenden technischen Material ab-gewickelt. Zur Unterstützung des Bürgermeisters waren im Studio auch Gemeindeamtsleiter Hermann Haslinger und die Referatsleiter Moni Daburger, Angelika Kühnhauser und Sepp Bauer.

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Arbeit der letzten beiden Jahre vorgestellt

In einer bildreichen Präsentation stellte Bürgermeister Thomas Kamm die Arbeit von Verwaltung, Bauhof und Gemeinderat der letzten zwei Jahre vor und informierte über den aktuellen Stand der Gemeindefinanzen sowie der Bevölkerungsentwicklung Siegsdorfs.

Zu Beginn würdigte er ganz besonders die verstorbenen Ehrenmedaillenträger Franz Pertl, Barbara Böhm und Sepp Geisreiter sowie die Erfolge des Siegsdorfer Weltklasse-Skispringers Markus Eisenbichler, der mit zwei weiteren WM-Titeln bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften in Oberstdorf nun zu den erfolgreichsten Skispringern der Welt gehört. Ein würdiger Sportlerempfang für seine Leistungen ist derzeit ja leider nicht machbar, wird aber sicher zu gegebener Zeit nachgeholt, so Kamm.

Zum Schluss gab es noch einen Ausblick auf die geplanten und bereits begonnenen Projekte dieses Jahres, bevor er mit einem Dank an die über 130 Mitarbeiter der Gemeinde seinen Vortrag schloss. Zusätzlich sind die wichtigsten Zahlen und Fakten von 2020 in einer Broschüre zusammengefasst worden, die im Rathaus und einigen Geschäften ausgelegt wird.

Auch wenn die Bürgerversammlung nicht in Präsenzform stattfand, konnten trotzdem über den »Live-Chat« Anregungen und Fragen zur Diskussion gestellt werden.

Die erste Frage war: »Wie geht die Gemeinde Siegsdorf mit Elektromobilität um?« Kamm stellte dabei klar, dass die Gemeinde zwar selbstverständlich Grundstücke und Stellplätze zum Ausbau der Infrastruktur zur Verfügung stellen wird, die Verantwortung für den Aufbau von Ladesäulen und Ladepunkten aber ganz klar bei den Energieversorgern liege.

Zudem habe die Gemeinde auf vielen Gebäuden in den letzten Jahren Fotovoltaikanlagen errichten lassen. Die Gemeinde habe mittlerweile auch ein E-Fahrzeug. Bei künftigen Ersatzbeschaffungen werde geprüft, inwieweit Elektrofahrzeuge eingesetzt und wirtschaftlich betrieben werden können.

Vermessungsarbeiten haben Planungen verzögert

Auf eine Frage zum Hochwasserschutz in Traundorf musste Kamm auf neue Vermessungsarbeiten des Wasserwirtschaftsamts Traunstein verweisen, die die Planungen verzögert hätten. Die sich daraus ergebenden neuen Hochwassermarken (HQ100) müssten nun in die Berechnungen eingearbeitet werden, bevor dann das Planfeststellungsverfahren anlaufen könne.

Über die aktuelle Situation beim Fußballplatz und die Verlagerung der Spielplätze berichtete der Bürgermeister von verschiedenen Überlegungen und Verhandlungen, über die aber noch keine öffentlichen Aussagen gemacht werden könnten. Der Hauptplatz und die Trainingsplätze auf der Ostseite seien davon nicht betroffen, und auch der zweite Hauptplatz sei bis 2029 gesichert. Die Vorstände des TSV und der Fußballabteilung seien stets in alle Überlegungen mit einbezogen.

Zwei Fragen beschäftigten sich mit eventuellen Geschwindigkeitsbeschränkungen an der Traunsteiner Straße und mit einem barrierefreien Fußgängerübergang im Ortskern von Eisenärzt.

Dazu verwies der Bürgermeister auf die Tatsache, dass die Traunsteiner- und auch die Adelholzener-Straße Kreisstraßen sind und die Gemeinde damit nicht selbstständig handeln kann. Das beauftragte Planungsbüro werde aber auch diese Bereiche untersuchen und Vorschläge erarbeiten.

In Eisenärzt sei ein Verfahren über den »Lärmaktionsplan« vorgesehen. Dennoch wäre die Anregung eines Zebrastreifens eine »gute Idee«. Seit Jahren sei die Gemeindeverwaltung mit den Bürgermeistern und der Unterstützung von Abgeordneten aktiv unterwegs, um eine Umfahrung zu diskutieren.

Kamm wird mit Straßenbauamt reden

Die Anregungen und Vorschläge der Gemeinde Siegsdorf seien aber beim Eisenbahnbundesamt und beim Verkehrsministerium bisher immer auf taube Ohren gestoßen. Bezüglich des barrierefreien Zebrastreifens, verbunden mit einer Ampelanlage, werde er mit dem Straßenbauamt in Kontakt treten, versprach Kamm.

Zur Anfrage nach dem Stand des Handy-Sendemasten mit GSM-Technik am Eisenärzter Bahnhof berichtete Kamm nur, dass nach seinen Informationen der Masten der Südostbayernbahn, der ausschließlich für den Bahnfunk zur Verfügung steht, um 20 Meter nach Süden versetzt werden soll.

Einen Vorschlag für eine öffentliche Info-Veranstaltung zum Thema Mobilfunk würde auch er begrüßen, so der Bürgermeister. Der Umgang mit Strahlenquellen im persönlichen Umfeld, wie Schnurlostelefone, Elektrogeräte, Smartphones und dergleichen sowie das richtige Verhalten dazu, sei sicher für viele Nutzer sehr interessant. Er verwies dazu aber auch auf die derzeitigen Beratungen des Gemeinderats zum Bürgerantrag der BI.

FK

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