Neue Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Siegsdorf ist einsatzbereit

Neue Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Siegsdorf ist einsatzbereit
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Christian Kliemann (von rechts), Vertreter der Firma Magirus, übergibt an Kommandant Manfred Steiner und Bürgermeister Thomas Kamm symbolisch den Schlüssel für die neue Drehleiter. (Foto: Krammer)

Siegsdorf – »Heute ist ein großer Tag für die Siegsdorfer Wehr und die ganze Gemeinde«, freute sich Johann Mörtl, der Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Siegsdorf. Anlass war die Segnung der neuen Drehleiter und des MTW auf dem Siegsdorfer Kirchplatz. »Zum ersten Mal in der fast 150-jährigen Geschichte der Wehr ist eine Drehleiter im Einsatz, und deshalb bitten wir hier heute um den Segen Gottes für alle, die mit diesen Fahrzeugen unterwegs sind und allen, denen sie Hilfe bringen können.«


Bruder Franz vom Kloster Maria Eck und der evangelische Pfarrer Berndt Reuther aus Ruhpolding übernahmen mit Unterstützung der Musikkapelle Vogling-Siegsdorf diese Aufgabe gerne. Die beiden Geistlichen erinnerten an die Notwendigkeit von »Miteinander und Füreinander« in der Gesellschaft, für das die Feuerwehren seit jeher stehen. Sie baten Gott um Schutz und Segen für die Männer und Frauen der Wehren und ihre Ausrüstung und segneten die beiden festlich geschmückten Fahrzeuge.

»Was lange währt, wird endlich gut«, brachte es Kommandant Manfred Steiner auf den Punkt, als er sich nach der Fahrzeugsegnung für die neue Drehleiter M32L-AT und den Mannschaftstransportwagen MTW bei allen bedankte, die den langen und oft auch bürokratischen Weg vom Gemeinderatsbeschluss zur Beschaffung einer Drehleiter bis zur endgültigen Einsatzbereitschaft des Fahrzeugs mit ihm und seiner Mannschaft gegangen waren. Nach fast 30 Jahren Diskussion über Notwendigkeit und Sinn einer Drehleiter für Siegsdorf hatte der Gemeinderat im November 2019 die Aufträge für die Drehleiter an die Firmen Magirus und MAN vergeben. Um in den Genuss einer höheren Förderung durch den Freistaat Bayern zu kommen, wählte man dazu den Weg einer »Interkommunalen Beschaffung« mit den Gemeinden Beilngries in Oberbayern und Gräfenberg in Mittelfranken. Damit begann eine monatelange Planungsphase mit unzähligen, nervenaufreibenden und komplizierten Besprechungen, musste das Fahrzeug doch für alle drei Wehren die gleiche Bauart und Ausstattung aufweisen. Dies sei aufgrund der unterschiedlichen Ansichten der Notwendigkeiten zwischen »Bergen und Flachland« nicht immer ganz einfach gewesen, erinnerte Steiner. In Ulm wurde das Fahrzeug schließlich im April 2021 abgeholt.

Seither hat sich die Wehr in unzähligen Übungs- und Lehrgangsstunden unter »Chefausbilder« Raphael Schreckenbauer mit dem Fahrzeug und seinen technischen Raffinessen vertraut gemacht. Zwölf ausgebildete Drehleiter-Maschinisten stehen nun zur Verfügung und sind bereit, im Notfall qualifizierte Hilfe zu leisten.

Bürgermeister Thomas Kamm ging ebenfalls auf die lange Vorgeschichte der Beschaffung der Drehleiter ein und lobte die gesamte Wehr für den unglaublichen Zeitaufwand, der mit der neuen Aufgabe und der intensiven Einarbeitung verbunden war. Von den Anschaffungskosten von 750.000 Euro muss die Gemeinde die Hälfte stemmen, die andere Hälfte übernehmen der Freistaat Bayern und der Landkreis Traunstein, wofür sich Kamm ausdrücklich beim Kreisausschuss bedankte. »Kommt überall gut hin, wo ihr gebraucht werdet, kommt aber auch gut zurecht und gesund wieder zurück«, wünschte er abschließend allen Einsatzkräften, bevor er Kommandant Manfred Steiner symbolisch den Fahrzeugschlüssel übergab.

Dem schloss sich Kreisbrandrat Christoph Grundner vorbehaltlos an. »Heute ist ein großer Tag für Siegsdorf«, stellte er fest und nannte die Anschaffung »gut angelegtes Geld« für die Gemeinde. »Stellt bei eurer Arbeit immer den Menschen in den Vordergrund, das hilft über vieles hinweg«, ermunterte er die Einsatzkräfte und wünschte ihnen allzeit das richtige Gespür für den verantwortungsvollen Umgang mit der Ausrüstung.

Christian Kliemann von der ausführenden Firma Magirus hatte ebenfalls einen symbolischen Schlüssel mitgebracht und erinnerte an die Beharrlichkeit und Professionalität der Siegsdorfer Feuerwehrführung bei der Durchsetzung ihrer Vorstellungen.

Michael Mayer aus Ruhpolding übergab abschließend im Namen der Nachbarwehren den Siegsdorfern ein »flüssiges Geschenk« für den großen Tag und lobte die Wehr für ihre seit Jahren ausgezeichnete Arbeit und freute sich über das gute Zusammenspiel aller Wehren in der Region.

Angeführt von der Musikkapelle, der Fahnenabordnung, von über 50 aktiven Männern und Frauen der Siegsdorfer Wehr und gefolgt von den festlich aufgekränzten Fahrzeugen, Bürgern und den Gästen aus den Nachbarwehren und Patenvereinen ging es dann zurück zum Feuerwehrgerätehaus.

Bei bester Unterhaltung durch die kleine Besetzung der Musikkapelle Vogling-Siegsdorf setzte man sich zu einem gemütlichen Weißwurst-Frühstück zusammen.

FK

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