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Im Christkindlmuseum ist das ganze Jahr Weihnachten

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Auch diese historische Berchtesgadener Bergwerkskrippe ist neu im Siegsdorfer Christkindlmuseum zu sehen.

Siegsdorf – Neuigkeiten gibt es aus dem Siegsdorfer Christkindlmuseum, das das ganze Jahr über geöffnet ist: Das kleine Museum wurde um 36 Krippen erweitert. Kleine Schaukästen mit Szenen aus der Kindheit Jesu versetzen den Besucher in eine Miniaturwelt von vor 2000 Jahren.


Zu einer Zeit, als nur wenige schreiben und lesen konnten, stellte man die Bibel in Miniaturen anschaulich dar. Anfangs konnte man die Kunstwerke nur in Gotteshäusern bewundern. Im 19. Jahrhundert hielten sie Einzug in Privatwohnungen. Berühmte Bildhauer fertigten aufwändige Schnitzereien für Krippen in Kirchen an. So kennt man Figuren der Münchner Schule, wo sich Namen wie Schwanthaler, Giener, Probst und andere verewigt haben. Viele Krippen wurden auch mit kostbaren Wachsköpfchen und aufwändig genähter Kleidung ausgestattet.

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Da Wachs etwas kostbares war, durfte das Jesuskind meist aus Wachs sein. Im Christkindlmuseum kann man nun die Kindheit Jesu aufgereiht in verschiedenen Szenen betrachten – von der Verkündigung über Herbergssuche, Anbetung der Hirten, der Könige, Flucht nach Ägypten sowie Haus Nazareth bis zur Hochzeit zu Kanaan. In kleinen Szenen, lebensnah dargestellt, kann man so die Geschichte der Bibel erleben.

Das Besondere im neu eingerichteten Krippenzimmer ist eine große Panoramakrippe mit Figuren aus der Zeit des Barock. Übers Jahr kann man wechselnde Szenen betrachten: Herbergssuche, Anbetung der Hirten beim Neugeborenen, wobei schon der sehr aufwändig gestaltete Königszug durchs Stadttor zieht. Die Anbetung der Könige mit dem prächtig beladenen Kamel, den Begleitern, den drei Heroldengeln, erzeugen ein prachtvolles Gesamtbild.

Mit der Flucht nach Ägypten, wo das Besuchervolk durch ein Tor verschwindet, kann man auch noch den Königszug auf dem Heimweg sehen.

Ein neu bemaltes, bleiverglastes Kirchenfenster mit der heiligen Familie stammt nachweislich aus einer kleinen Kirche, die 1936 dem Autobahnbau weichen musste. Drei neapolitanische Figurenszenen sowie Landschaftskrippen, in denen Maria-Eck mit Umgebung dargestellt ist, findet man ebenso, wie eine alte Truhenkrippe von 1803. Diese ausgefallenen Krippen kann man nun das ganze Jahr über bestaunen.

Zu Ostern werden einige Darstellungen mit Passionsszenen – Fastenkrippen, wie man sie nannte, ausgetauscht. In vier weiteren Räumen sind Christkindlein und Klosterarbeiten ausgestellt. Ein Raum birgt eine Himmelswerkstatt, wo man Maria und Josef mit sieben Englein bei der Arbeit zusehen kann.

Bei freiem Eintritt ist das Museum das ganze Jahr über geöffnet. Öffnungszeiten richten sich nach den Öffnungszeiten des Naturkundemuseums. Führungen sind jederzeit möglich. Auch Busse mit rund 50 Personen sind nach Anmeldung unter Telefon 08662/133 16 willkommen. fb