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Ideenwettbewerb für Siegsdorfs künftige »Neue Mitte«

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Siegsdorf: Ideenwettbewerb für »Neue Mitte« – Bebauungsplan »Ruhpoldinger Straße-Ost« in erster Runde
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Der Schemaplan zum Bebauungsplan-Entwurf für den Bereich »Ruhpoldinger Straße-Ost« ist in drei Planungsbereiche eingeteilt: Der Gewerbeteil MI 4 und MI 5 (unten/grün) umfasst die bereits konkreten Planungen des Grundstücksbesitzers für Bürogebäude sowie ein Parkdeck. Im Mittelteil MI 3 stellt sich die Gemeinde eine überwiegende Wohnnutzung vor, die in den EG-Räumen aber auch durch Dienstleistungsangebote ergänzt werden könnte. Der nördliche Bereich MI 1 und MI 2 (oben/blau) ist planerisch noch offen, soll aber das neue Zentrum des Dorfkerns mit einem vielfältigen Angebot an Dienstleistung, Einzelhandel und Gastronomie und einem Dorfplatz werden.

Siegsdorf – Mit einem einstimmigen Beschluss brachte der Gemeinderat Siegsdorf den Billigungs- und Auslegungsbeschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplans »Ruhpoldinger Straße-Ost« auf den Weg.


Nach fast dreistündigen Vorberatungen mit über 40 eingegangenen Bedenken und Anregungen aus der vorgezogenen Bürgerbeteiligung und der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange wurde den vorgebrachten Einwänden grundsätzlich Rechnung getragen. Einstimmig wurden der überarbeitete Planentwurf angenommen und der Billigungs- und Auslegungsbeschluss auf den Weg gebracht.

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Der aktuelle Bebauungsplan-Entwurf wird im Rahmen eines Ideenwettbewerbs für die Bereiche MI 1 bis MI 3 (Mischgebiet) mit Einbeziehung der Bahnhofstraße bis spätestens Ende 2021 weiterentwickelt. Ergänzend wird eine zügige Weiterentwicklung auch für den Kardinal-FaulhaberPlatz angestrebt. Für die Bereiche MI 4 und MI 5 (Bürogebäude und Parkdeck) des aktuellen Entwurfs geht das Gremium von Planreife aus.

Nachdem Bürgermeister Thomas Kamm im Rahmen einer Präsentation noch einmal auf die Entwicklung des Verfahrens seit dem Jahr 2016 und den Vorlauf der Beratungen erinnert hatte, schwor er die Ratsmitglieder auf eine konstruktive Arbeit ein: »Wir müssen die Interessen aller Beteiligten zusammenbringen, um das Beste herauszuholen, unser Ziel muss heute ein fertiger Billigungs- und Auslegungsbeschluss sein, dem dann eine zeitnahe Weiterentwicklung des Entwurfs mit einem 'Ideenwettbewerb' folgen kann«.

Auf eine Frage von Willi Geistanger (Grüne) zu den zeitlichen Vorstellungen des Bauwerbers im südlichen Teil (Bürogebäude und Parkdeck) stellte Kamm fest: »Der spätere Nutzer möchte mit vorläufig 40 Arbeitsplätzen möglichst bald in der Siegsdorfer Ortsmitte ansässig werden.«

Dann begann die zeitaufwändige Vorlesung aller eingegangenen Bedenken und Anregungen aus den Behörden und Ämtern bzw. der Bürgerbeteiligung mit den entsprechend zu beschließenden Stellungnahmen der Gemeinderäte.

Die Stellungnahmen der Regierung von Oberbayern und des Regionalen Planungsverbands Südostoberbayern erforderten ebenso keine Änderungen in den Planunterlagen wie die Beiträge der Kreisbrandinspektion, der Telekom und der Elektrizitätsgenossenschaft Vogling & Angrenzer. Die Anregungen der Unteren Bauaufsichtsbehörde (gestalterische Details), der Unteren Immissionsschutzbehörde (Schalltechnische Untersuchung), der Unteren Naturschutzbehörde (Eingrünung), der Abteilung Wasserrecht und Bodenschutz des Landratsamts (Risikogebiet Extrem-Hochwasser HQ-Extrem), sowie der Bahn wurden bereits in die Planung eingearbeitet oder in den Festsetzungen berücksichtigt.

Neben zwei Anfragen von Grundbesitzern und Anliegern hatte das Gremium dann ein Schreiben des Siegsdorfer Gewerbeverbunds abzuarbeiten, der in 38 Punkten mit Fragen und Anregungen zur Planung Stellung genommen hatte.

In der Einleitung der Stellungnahme weist der Gewerbeverbund darauf hin, dass dem Verbund ein lebendiger Ortskern mit passender Infrastruktur und optimal angepassten Voraussetzungen für eine breit gefächerte Nahversorgung ebenso wichtig erscheinen, wie eine Ortskernplanung mit hoher Aufenthaltsqualität für die Bürger. Zudem wünschen sich die Mitglieder des Verbunds eine langfristig anzuwendende Planung, die auch flexibel auf künftige Veränderungen des kommunalen und gesellschaftlichen Bedarfs reagieren kann und den Ortskern in seiner Gesamtheit mit einbezieht.

Bei fünf angesprochenen Themen (Verkehrsführungen, Parkdeck, Stellplätze, Darstellung eines Baufensters) stimmten einige Mitglieder der CSU-Fraktion (Dr. Jürgen Leikert, Matthias Landler, Dr. Christian Gerhart) einzeln und/oder gemeinsam gegen die Erwiderung der Verwaltung. Gefordert war auch die Berücksichtigung von Flächen für einen Drogeriemarkt, der in den Mischgebieten des Plans ausnahmsweise zulässig wäre, vermutlich aber an den gewünschten Geschossflächen scheitern würde.

Gerhard Gimpl und Willi Geistanger (beide Grüne) stimmten hier gegen die Erwiderung der Gemeinde ebenso wie Willi Geistanger (Grüne) bei der Festsetzung der möglichen Radwegeverbindungen. Letztendlich konnten sich aber alle 20 Ratsmitglieder dem gemeinsam erarbeiteten Auslegungs- und Billigungsbeschluss anschließen. FK

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