weather-image
15°

Hildegard Wegscheider möchte anderen helfen

4.0
4.0
Bildtext einblenden
Erhielten von Hildegard Wegscheider (Mitte) eine Spende (von links) Peter Eicher, Stefan Burghartswieser sowie Sabine und Quirin Mayer. (Foto: Wegscheider)

Siegsdorf – »Was soll man sich in meinem Alter noch viel wünschen? Im Grunde habe ich alles, was ich zum Leben brauche«, betont Hildegard Wegscheider aus Hammer, die vor kurzem ihren 80. Geburtstag feierte. Deshalb spendete sie an drei bedürftige Familien aus der Region, die eine Unterstützung dringend nötig haben. Jeder von ihnen bekam 930 Euro.


Schon in ihrer Einladung zur Feier wies sie darauf hin, dass sie sich keine Geschenke wünscht, sondern ein Sparschwein aufstellt mit der Bitte um eine freiwillige Spende für ihren Neffen Peter Eicher und die beiden Familien Burghartswieser und Mayer aus Lauter. Jeder konnte seinen Beitrag leisten für Personen, die derzeit nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Unglaubliche Schicksale bestimmen ihr Leben: Der Neffe von Hildegard Wegscheider, Peter Eicher aus Weißbach, war immer sehr sportlich unterwegs. Im Winter war er mit Langlauf- oder Tourenski anzutreffen und im Sommer auf dem Rad, zu Fuß oder beim Schwimmen. Er nahm auch an verschiedenen Wettkämpfen teil und war als Schuhplattler sehr erfolgreich. Doch am 31. Mai 2017 wurde er von einer älteren Autolenkerin vom Rad gefahren. Nach einem langen Aufenthalt in der Unfallklinik in Murnau, in der er um sein Leben kämpfte, fand er einigermaßen ins Leben zurück. Peter Eicher ist seitdem querschnittsgelähmt und wohnt nun in Inzell. Dort hat er eine behindertengerechte Wohnung gefunden und versucht nun, ein einigermaßen normales Leben zu führen. Man sieht ihn oft durch Inzell mit seinem Handbike fahren. Er lässt sich nicht unterkriegen und ist auch des Öfteren bei Festen in der Gemeinde anzutreffen.

Anzeige

Bei Familie Burghartswieser aus Lauter schlug das Schicksal auf andere Weise zu: Nach einer Blinddarm-OP kam es bei Mama Karin zu einer Absenkung der weißen Blutkörperchen und auf Grund einer Grippediagnose wurde ein falsches Medikament verabreicht. Die Folge war eine Medikamentenunverträglichkeit und die Patientin fiel sechs Wochen ins Koma (wir berichteten). Teilweise wurde die Hoffnung schon aufgegeben, dass sich dieser Zustand nochmals ändert. Doch Karin erwachte wieder. Allerdings musste sie Essen, Reden und Schlucken neu erlernen, ist aber querschnittsgelähmt (vom Gehirn gesteuert aufgrund von Sauerstoffmangel). Seit nunmehr drei Wochen ist sie in der Lebenshilfe in Altenmarkt und bekommt dort regelmäßig Reha- und Physiobehandlungen. Dass dies keine einfache Situation für Ehemann Stefan und seine beiden Söhne ist, versteht sich von selbst.

Ähnlich tragisch ist die Situation bei Familie Mayer aus Surberg. Der jetzt 12-jährige Sohn Quirin war ein kerngesunder Bub – bis zum Alter von fünf Jahren. Dann wurde er krank mit einem grippalen Infekt. Eine Gehirnhautentzündung kam hinzu und er wurde ins künstliche Koma versetzt. Eine Schädigung der Organe verschlechterte die Lage und er musste neun Monate im Krankenhaus in Vogtareuth verbringen.

Obwohl die Prognosen für den Buben aus Surberg keineswegs gut waren, lernte Quirin wieder gehen. Doch 2014 kam ein erneuter Rückschlag. Er wurde wieder krank und hat sich zudem im Krankenhaus vor der Reha einen Virus eingefangen.

Seitdem ist er an den Rollstuhl gefesselt und vollkommen auf die Pflege seiner Eltern angewiesen. Verantwortlich dafür ist die Stoffwechselkrankheit Mitochondriopathie (Fehlfunktion der Mitochondrien).

Hildegard Wegscheider wollte diesen Menschen wenigstens eine kleine Freude machen und überreichte jedem kurz nach ihrer Geburtstagsfeier einen Betrag von 930 Euro. Sichtlich gerührt übergab sie das Geld. »Es ist für mich einfach was Schönes, anderen eine Freude zu machen und ihnen zu helfen. Wenn man das Leid der anderen sieht, weiß man erst wieder was wichtig ist im Leben – die Gesundheit!« hw