weather-image
32°

Friedhofssatzung und regionaler Baustil Themen in Bürgerversammlung

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Der alte Friedhof mit den engen Grababständen war ein Thema bei der Siegsdorfer Bürgerversammlung.

Siegsdorf – Ausführlich ging Bürgermeister Thomas Kamm bei der Bürgerversammlung auf die Situation im alten Siegsdorfer Friedhof ein. Hier gibt es durch die engen Grababstände seit Jahren immer wieder technische und arbeitsrechtliche Probleme bei Erdbestattungen.


Nachdem eine etwas unglücklich formulierte Ankündigung bei den Bürgern viel Staub aufgewirbelt hatte, konnte nun in intensiven Gesprächen zwischen Pfarrer Thomas von Rechberg, der Gemeinde, der Kirchenverwaltung und Vertretern des Ordinariats eine praktikable Lösung erarbeitet werden.

Anzeige

Im Jahr 2018 gab es im Siegsdorfer Friedhof 84 Bestattungen, 62 davon als Urnenbestattungen. Im alten Friedhof sind in vielen Teilen die Grabreihen so eng aufgebaut, dass Bestattungen mit heutigen Sarggrößen eigentlich nicht mehr möglich sind, oder dabei arbeitssicherheitsrechtliche Grenzen überschritten werden.

Die nun in einer Satzungsänderung festzulegenden Grundlagen lauten wie folgt: Aufgrund der beengten Platzverhältnisse ist im alten Siegsdorfer Friedhof grundsätzlich nur eine Urnenbestattung möglich. Erdbesttungen können nur erfolgen, sofern sich die Platzverhältnisse aufgrund der Schließung von umliegenden Gräbern verändern. Maßgeblicher Beurteilungszeitpunkt ist dabei das Vorliegen eines aktuellen Sterbefalles. Gewünschte Erdbestattungen sind im Einzelfall von Pfarrer und Bürgermeister sowie einem sachkundigen Fachmann zu entscheiden. Die Gemeinde bietet zum Ausgleich eine Erdgrabstätte im neuen Friedhof an, bei Einverständnis des Grabnutzungsberechtigten mit einer Verlegung übernimmt die Gemeinde die Umsetzungskosten.

Pfarrer Thomas von Rechberg meldete sich zu diesem Thema in der Fragestunde zu Wort und bedankte sich bei der Gemeinde für die verantwortungsvolle und nicht immer selbstverständliche Zusammenarbeit. Zum besseren Verständnis las er den genauen Wortlaut der gemeinsam erarbeiteten Handlungsrichtlinien vor und gab auch das Einverständnis der Kirchenverwaltung bekannt.

Franz Bauer jun. aus Wald am Riedl hatte einige Anregungen zur Gestaltung von öffentlichen Bauten und nannte als Beispiel für nicht gerade regional-typische Bauweise den neuen Kindergarten an der Blauen-Wand-Straße, der von Norden her wie eine Festung wirke und durchaus freundlicher zu gestalten wäre. Er wünschte sich von der Gemeinde künftig mehr Fingerspitzengefühl bei der Erhaltung oder Umgestaltung ortsprägender Gebäude wie dem Bosch-Haus oder der Neuen Post und monierte die immer noch bei den Planern aktuellen Flachdächer mit all ihren technischen Problemen.

Bürgermeister Kamm pflichtete dem Redner in einigen Punkten bei, verwies aber neben der Optik auch auf die wirtschaftliche Vertretbarkeit von Sanierungen. Zu Bosch-Haus und Neuer Post könnten noch keine verbindlichen Aussagen über Sanierungen oder Abriss und Neubau gemacht werden, Bausubstanz und spätere Nutzung werden den Ausschlag geben, meinte Kamm und stellte fest: Über Dachformen und Gestaltung werde man immer diskutieren können, aber beim Kindergarten stand der Lärmschutz zu Autobahn und Bundesstraße eindeutig im Vordergrund.

Zugleich nutzte Kamm die Gelegenheit und rief die Bürger dazu auf, sich in den Dörfern und der Gesellschaft mit ihrem Stärken einzubringen. »Zu den Kommunalwahlen im nächsten Jahr werden wieder Kandidaten aus allen Ortsteilen gesucht«, betonte er und stellte fest: »Es ist egal ob jemand bei Schwarz, Rot, Grün oder Gelb kandidiert, gefragt sind gesunder Menschenverstand und Engagement!« FK