Drei Bauanträge für Mobilfunkmasten in Siegsdorf vorerst zurückgestellt

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In Hinterwelln im Gemeindebereich von Siegsdorf steht bereits ein Mobilfunkmast. Er soll laut Antrag rückgebaut und durch einen Betonmasten ersetzt werden. (Foto: Krammer)

Siegsdorf – Drei Anträge zum Neu- oder Ersatzbau von Mobilfunkmasten im Gemeindebereich standen auf der Tagesordnung des Siegsdorfer Gemeinderats. Für alle drei Verfahren wurde einstimmig die Zurückstellung erteilt, um die derzeit laufende Erstellung eines »Teil-Flächennutzungsplans für Mobilfunkversorgung« nicht zu gefährden.


Der Bauantrag für den Neubau eines Betonmastes mit 30 Metern Höhe und den Rückbau des bestehenden Mobilfunkmastes in Hinterwelln war bei der Gemeinde am 25. Januar 2021 eingegangen. Am Standort besteht seit 1983 eine Mobilfunkstation, die nun etwas weiter südlich erneuert werden soll. Da zum Zeitpunkt des Antrags bereits die Vorbereitungen zum »Mobilfunkkonzept« der Gemeinde liefen, verweigerte man das gemeindliche Einvernehmen, um die automatische Zustimmungsfiktion zu umgehen und die im Konzept geforderte einzelne Beurteilung der Anträge zu ermöglichen.

Nun hat das »EMF-Institut, Dr. Nießen« den Standort untersucht und mehrere Alternativmöglichkeiten vorgeschlagen. Mit diesen Vorschlägen wird man nun für den Standort Hinterwelln ebenso in das Dialogverfahren einsteigen wie bei einem weiteren Antrag in Vogling-Hub. Hier hatte die beauftragte Firma einen Antrag auf Verlängerung der Standzeit für eine »Temporäre Basisstation« gestellt, der bereits ohne Ankündigung an die Gemeinde errichtet worden war.

Auch in diesem Bereich hat die Gemeinde in Verbindung mit dem EMF-Institut bereits Untersuchungen durchgeführt und als Ziel einen Standort für eine Kombination aus den Standorten in Hub und dem geplanten Neubau in Unterwelln vorgeschlagen, den aber auch mehrere Anbieter nutzen sollten. Um diesen Vorschlag ins Dialogverfahren einzubringen und den Planungsarbeiten der Gemeinde nicht vorzugreifen, wurde der Antrag ebenfalls vorläufig ein Jahr zurückgestellt.

Gleiches gilt auch für einen weiteren beantragten Neubau-Standort auf einem der Grundstücke der Bundesautobahnen in Unterwelln. Hier ist ein 40 Meter hoher Schleuderbeton-Mast geplant, für den ebenfalls die oben genannten Kriterien einer gewünschten, Anbieter-übergreifenden Kombination der Standorte Hub und Unterwelln greifen würden. Auch dieser Antrag wurde vom Gemeinderat mit sofortiger Vollziehbarkeit für ein Jahr auf Eis gelegt, um im Dialog mit den Betreibern eine für die Gemeinde und ihre Bürger vertretbare Lösung zu finden. FK

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