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Das Bild zeigt links einen Blick auf das Bosch-Haus, das zum Teil erhalten werden soll und rechts das zum Abriss vorgesehene marode Gebäude der ehemaligen Neuen Post.

CSU-Fraktion gegen Abriss ohne Gesamtkonzept

Siegsdorf – Die Bedarfsermittlung der Städtebauförderung für 2022 beschäftigte den Siegsdorfer Gemeinderat. Auf Anfrage der CSU-Fraktion, die von der Verwaltung die Vorlage eines städtebaulichen Gesamtkonzepts für die nächsten Jahre gefordert hatte, berichtete Bürgermeister Tomas Kamm von einem Gespräch mit der Regierung von Oberbayern.


Die von der Verwaltung erarbeitete Bedarfsmitteilung sei dabei mit dem zuständigen Sachbearbeiter von der Regierung von Oberbayern diskutiert und festgelegt worden. Unter anderem werde darin der geplante Abbruch des ehemaligen Gasthof Neue Post mit 400.000 Euro als Fördermaßnahme anerkannt, wie Kamm informierte. »Dabei kann mit Zuwendungen in Höhe von 60 Prozent gerechnet werden.« Die städtebauliche Sanierungsberatung sei als interkommunale Maßnahme der Gemeinden Inzell, Ruhpolding und Siegsdorf (Leitgemeinde Ruhpolding) in der Bedarfsplanung der Gemeinde Ruhpolding vorgesehen und für die Jahre 2022 bis 2025 mit je 50.000 Euro festgelegt. Damit könne der maximale Fördersatz von 80 Prozent abgeschöpft werden. Der Eigenanteil von 20 Prozent werde dann auf die drei Gemeinden entsprechend der Einwohnerzahl aufgeteilt, sagte Kamm. Ob in der endgültigen Bedarfsmitteilung 2022 auch weitere Planungskosten für den Erhalt des Bosch-Hauses und den Ersatzbau Neue Post aufgenommen werden könnten, stand bis zur Sitzung noch nicht fest.

CSU-Fraktionssprecher Dr. Jürgen Leikert erläuterte dazu, dass es aus Sicht seiner Fraktion problematisch sei, das Gebäude der Neuen Post ohne Gesamt-Konzept für den Kardinal-Faulhaber-Platz abzubrechen. Die Fraktion befürchte etwa eine längerfristige Baulücke oder gar eine Baugrube und möchte vor dem Abbruch unbedingt ein Konzept über Fassadengestaltung, Oberflächengestaltung des Platzes und Parkraum erarbeitet wissen. Bürgermeister Kamm verdeutlichte dazu mit Zahlen aus dem kommenden Haushalt das bereits diskutierte Ziel mit einem Neubau als künftigem Bürgerhaus und einem Teilerhalt des Bosch-Hauses. Auch der in den nächsten Wochen zu erarbeitende Haushaltsplan für 2022 und die Folgejahre zeigten diesen Weg auf. Es gehe eigentlich nur noch um die Frage: »Tiefgarage oder nicht?«. Und auch die Förderung eines Neubaus der Neuen Post sei bei Einhaltung der Sichtachse zur Kirche in einem geringeren Maße möglich. Bei drei Gegenstimmen der CSU-Fraktion genehmigte der Gemeinderat dann die entsprechende Vorlage zur Bedarfsermittlung.

FK

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