Bildtext einblenden
Bürgermeister Thomas Kamm im Gespräch mit den ehemaligen Eisenärzter Schwestern (von links): Sr. M. Julietta, Sr. M. Cordelia, Sr. M. Reginfriede und Sr. M. Albero, die ihren Lebensabend nun im Kloster Mallersdorf verbringen.

Besuch bei den Mallersdorfer Schwestern – Heimatverein Eisenärzt beschert den früheren Betreuerinnen des Marienheims große Freude

Siegsdorf – Eine große Schar Frauen und Männer aus Eisenärzt und Siegsdorf besuchte die Mallersdorfer Schwestern in Niederbayern. Der Orden war jahrzehntelang Besitzer und Betreiber des Marienheims Eisenärzt, wo die Schwestern seit 1930 ein Alten- und Schwesternheim führten. Nachdem sie auch im Stammkloster Mallersdorf immer weniger wurden, entschloss sich der Orden, das Marienheim an die Gemeinde Siegsdorf zu verkaufen und die letzten Schwestern ins Stammkloster zurückzuholen.


Nun konnte zweiter Bürgermeister Manfred Guggelberger als Vorstand des Heimatvereins Eisenärzt den versprochenen Besuch in Mallersdorf (Landkreis Straubing-Bogen) endlich verwirklichen. Gut 60 Eisenärzter und Siegsdorfer fuhren mit Bussen nach Niederbayern, wo sie eine frisch verschneite Landschaft erwartete. Sie staunten bereits bei der Anfahrt über die Größe der Klosteranlage.

Seit 1869 ist die ehemalige Benediktinerabtei Mallersdorf das Mutterhaus der »Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie zu Mallersdorf«, kurz Mallersdorfer Schwestern. Ihr Ordensauftrag lautet, sich der armen, verlassenen, elternlosen, verwahrlosten Kinder sowie der Kranken und Sterbenden anzunehmen – eine Aufgabe, die zeitgemäß umgesetzt, auch heute noch verwirklicht wird. Sie arbeiten an ihrem Vermächtnis derzeit vor allem in Bayern, der Rheinpfalz sowie in Südafrika und Rumänien, ihre geistliche Heimat aber ist der Stammsitz in Mallersdorf.

Wie wichtig den Schwestern dieser Besuch war, bewies der Empfang im Klostervorhof, wo Dr. Wilhelm Gegenfurtner, der Superior des Ordens im Ruhestand, die Chiemgauer Delegation freudig empfing. Im Schwesternheim hieß auch Generaloberin Schwester Jakobe Schmid trotz ihres engen Terminkalenders die Gäste willkommen. Besonders erfreut zeigten sich einige Schwestern, die lange Jahre in Eisenärzt gelebt hatten, über das Wiedersehen. Nach einer kurzen Stärkung traf man sich zum Gottesdienst in der beeindruckenden Klosterkirche, die ab 1740 barockisiert worden war, und in ihrer frühbarocken Pracht bereits nach dem Eintritt durch das spätromanische Westportal die Blicke nach oben zieht.

Nach dem Gottesdienst, den ein Dreigesang mit der Waldlermesse umrahmte, gab Dr. Gegenfurtner, der beim Kauf des Marienheims als Superior der Verhandlungspartner der Gemeinde war, den Chiemgauer Gästen einen kurzen Einblick in die barocke Pracht der Basilika, die auch mit ihren vielen Engeln und Putten beeindruckt. Da der Brauereigasthof des Klosters, das auch eine eigene Brauerei betreibt, leider Betriebsruhe hatte, ging es zum Mittagessen in einen gut geführten Gasthof ganz in der Nähe.

Nach einem Abstecher zur prachtvollen Barockkirche Haindling machten sich die Ausflügler auf den Weg nach Regensburg. Zum Abschluss stand der Besuch des Weihnachtsmarkts rund um das Schloss Emmeran der Familie Thurn und Taxis auf dem Programm. Hier konnten alle das traumhafte Ambiente vor den Fassaden des großen Schlosses und im geräumigen Innenhof genießen und bei leichtem Schneefall, romantischer Beleuchtung und weihnachtlicher Stimmung den Tag gemütlich ausklingen lassen.

FK

Mehr aus Siegsdorf