Bildtext einblenden
Die »Salon Boarischen« mit (von links) Hermann Huber, Zoltan Laluska, Vreni Meurers-Zeiser und Ingo Nagel, die seit Jahren für beste musikalische Umrahmung des Neujahrsempfangs sorgen, taten dies auch heuer. (Foto: Krammer)

140 Ehrenamtliche beim Neujahrsempfang der Gemeinde Siegsdorf

Siegsdorf – Gemütliches Zusammensein, gutes Essen und Trinken, eine kurze Ansprache des Bürgermeisters und ausgezeichnete musikalische Unterhaltung durch die »Salon Boarischen« prägten auch heuer den Neujahrsempfang der Gemeinde Siegsdorf. »Die Gesellschaft lebt von Menschen wie Ihnen, den Ehrenmedaillenträgern, den kirchlichen und kommunalen Ehrenamtlichen, den Verantwortlichen aus den Vereinen«, betonte Bürgermeister Thomas Kamm. Rund 140 ehrenamtlich tätige Bürger der Gemeinde waren mit ihren Partnern in den Festsaal gekommen.


Kamm dankte allen für »die Gedanken und Ideen, die sie in die Gesellschaft getragen haben und noch tragen werden«. Nach einem kurzen Gedenken an zwei wenige Tage zuvor verstorbene Bürger, den Ehrenmedaillenträger Otto Stadler aus Eisenärzt und den langjährigen Leiter des gemeindlichen Wertstoffhofs Manfred Lederer, leitete er über zu einem Blick auf das »Schreckensjahr 2022«, in dem der andauernde Krieg in der Ukraine die friedliche Nachkriegsordnung in Europa zerstört habe und vermutlich der Auftakt zu einer kompletten Neujustierung globaler Zusammenhänge sein werde. »Die Welt scheint zunehmend aus den Fugen zu geraten, was vielen Menschen Angst macht«, befürchtete Kamm, betonte aber auch, dass bei all den kommenden Herausforderungen der gesellschaftliche Zusammenhalt nicht aus den Augen verloren werden sollte.

»Mit Engagement, Fleiß und Mut die Zukunftsthemen anzupacken, wird unser aller Aufgabe in den nächsten Jahren sein«, forderte der Bürgermeister zum gemeinsamen Handeln auf und betonte: »Wir haben in unserer Gemeinde alle Chancen in der Hand, gemeinsam die Zukunft meistern zu können.« Mit Bezug auf das einzigartige Jubiläumsfest der Feuerwehr Siegsdorf Ende Mai 2022 stellte er den »unglaublichen Zusammenhalt« vieler Vereine heraus, der das Fest der Wehr zu einem »Fest für alle« gemacht habe. »Dafür brauchen die Dörfer Menschen, die vorangehen, die andere begeistern und mitnehmen können – kurzum Persönlichkeiten wie Sie alle«, lobte Kamm und schloss dabei explizit die Partnerinnen, Partner und Familien mit ein, ohne deren Unterstützung und Verständnis ein ehrenamtliches Engagement nicht funktionieren würde. Die Kommune als kleinste, aber durchaus kräftige politische Einheit, ist die Basis der Demokratie und prägt mit ihren Entscheidungen unmittelbar das Leben der Menschen und damit auch das Bild der Demokratie. Dafür brauche es aber auch einen verantwortungsbewussten und weitsichtigen Gemeinderat mit schnellen und objektiven Entscheidungen, der sich nicht in politischen Grabenkämpfen erschöpft. Das langfristige Wohl der gesamten Gemeinde und aller Bürger müsse dabei im Vordergrund stehen und nicht die kurzfristigen Interessen einzelner.

Bürgermeister Thomas Kamm holte dann noch einmal die drei, in der Jahresabschlussfeier des Gemeinderats mit der Ehrenmedaille der Gemeinde ausgezeichneten Bürger zusammen mit ihren Frauen auf die Bühne. Isidor Haas (GTEV Heutau), Hans Scheck (GTEV Eisenärzt) und Peter Mayer (GTEV Siegsdorf) wurden bereits auf Grund ihrer Verdienste in den drei Trachtenvereinen zu Ehrenvorständen ernannt und nun vom Gemeinderat einstimmig für die Verleihung der Ehrenmedaille der Gemeinde Siegsdorf vorgeschlagen (wir berichteten ausführlich). »Ihr habt euch über Jahrzehnte in euren Trachtenvereinen für Tradition und Gemeinschaftssinn eingesetzt, habt Heimat gelebt und weitergegeben, dafür noch einmal ein herzliches Vergelt's Gott!«

Zur musikalisch herausragenden Unterhaltung der »Salon Boarischen« mit Hermann Huber (Ziach, Klarinette), Zoltan Laluska (Violine), Verena Meurers-Zeiser (Harfe) und Ingo Nagel (Kontrabass), mit Melodien aus der großen Welt der Musik, deren Wurzeln aber deutlich erkennbar in der traditionellen Volksmusik liegen, klang der Abend bei gemütlichen Gesprächen und bester Bewirtung erst weit nach Mitternacht aus.

FK

Mehr aus Siegsdorf