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Zurück zur Mückenbekämpfung? Seeon-Seebruck will wieder gegen Blutsauger vorgehen

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Seeon-Seebruck: Mückenbekämpfung am Chiemsee soll wieder eingeführt werden in 2021
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Nach der Stechmückenplage in diesem Jahr gibt es in der Gemeinde Seeon-Seebruck Überlegungen, wieder in die Kooperation zur Stechmückenbekämpfung am Chiemsee einzusteigen. (Foto: dpa)

Seeon-Seebruck – Die Gemeinde Seeon-Seebruck ist heuer von einer heftigen Mückenplage heimgesucht worden. Nicht nur für die Urlauber sind die kleinen Plagegeister alles andere als angenehm. Selbst in der Seeoner Turnhalle waren bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats die kleinen Blutsauger zu Besuch.


Der Gemeinderat hatte im letzten Jahr entschieden, wegen des zunehmenden Insektensterbens in der Region und den möglichen Folgen des Mittels auf das Ökosystems, aus der Mückenbekämpfung 2020 auszusteigen. Aufgrund der diesjährigen extremen Plage soll jetzt überlegt werden, ob man im nächsten Jahr wieder in die Kooperation zur Stechmückenbekämpfung am Chiemsee einsteigen will.

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Eine längere Debatte über ein Für und Wider gab es in der Gemeinderatssitzung nicht. Nach Auffassung der Verwaltung erscheine eine erneute Diskussion erst dann sinnvoll, wenn der Abwasser- und Umweltverband Chiemsee (AUV) eine entsprechende Genehmigungsverlängerung für die Stechmückenbekämpfung am Chiemsee erhalten habe. Die Verwaltung sei derzeit hinsichtlich des laufenden Genehmigungsverlängerungsverfahrens mit dem AUV in Kontakt, hieß es.

Einig war sich das Gremium darüber, den »Moses«, eine Skulptur von Heinrich Kirchner, besser in Szene zu setzen. Die Großplastik des Bildhauers, die jetzt vor dem Rauchhaus in Seeon aufgestellt ist und dort kaum zur Geltung kommt, soll gegenüber dem Maibaum in Seeon aufgestellt werden. Ursprünglich sollte der »Moses« in der Nähe der Mozarteiche aufgestellt werden. Nachdem sich aber die Verhandlungen mit dem Grundstücksbesitzer schwierig gestalteten, schlug die Verwaltung als neuen Standort die freie Fläche gegenüber dem Maibaum vor.

Einstimmig mitgetragen wurde auch der Vorschlag, für den Sozialfonds der Gemeinde neue Richtlinien zu erlassen. Ziel dieses Sozialfonds ist es, bedürftigen Gemeindebürgern schnelle und unbürokratische finanzielle Hilfe zukommen zu lassen. Bisher wurde die Vergabe über den Bürgermeister abgewickelt beziehungsweise genehmigt. Um aber Bedürftigen die Scheu vor dem Gang in das Rathaus zu nehmen, soll künftig auch Sozialreferentin Manuela Kral dafür Ansprechpartnerin sein. Einmal im Jahr soll dann der Gemeinderat über den Stand der Dinge informiert werden.

Bürgermeister Martin Bartlweber informierte auch über Sachstand des Breitbandausbaus und über einen Ersatzstandort für eine Mobilfunkanlage an der Ludwig-Thoma-Straße in Seebruck. Wie Bartlweber erklärte, seien die Tiefbauarbeiten der Deutschen Telekom zum Breitband-Ausbauschritt II abgeschlossen. Der Termin der technischen Inbetriebnahme, der ursprünglich für August dieses Jahres angesetzt war, könne aber nicht eingehalten werden und müsse voraussichtlich auf Ende Oktober verschoben werden. Es habe Probleme bei der GPS-Einmessung durch die zuständige Firma gegeben, die jetzt durch eine andere Firma ersetzt worden sei.

Bei der Suche nach einem Ersatzstandort für eine Mobilfunkanlage an der Ludwig-Thoma-Straße seien mehrere Standorte vorgeschlagen worden, teilte Bartweber mit. Als einzig möglicher Standort sei der Bereich am Feuerwehrhaus und am Bauhof an der Pullacher Straße von der zuständigen Mobilfunkfirma untersucht worden. Nach den ersten Untersuchungen werde der Standort für einen freistehenden 20 Meter hohen Masten an der südwestlichen Grundstücksgrenze als geeignet angesehen. Nach dem Willen des Gemeinderats sollen aber zusätzliche Alternativ-Standorte innerhalb des ursprünglichen Suchbereiches geprüft werden.

Bekannt gegeben wurde auch, dass zum sogenannten 5G-Ausbau am 28. Oktober eine Informationsveranstaltung stattfinden wird, in der die Vor- und Nachteile dieser neuen Netzinfrastruktur vorgestellt werden.

Mittlerweile stehen auch die Kosten für die Bürgerbefragung zum Thema »Entlastungsspange Seebruck« fest. Nach Angaben des Bürgermeisters habe die Umsetzung des Ingenieurbüros rund 22.700 Euro gekostet. Die Personalkosten der Verwaltung seien in diesen Kosten aber nicht berücksichtigt. ga


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