»Geimpfte« Wiesen: Gebietsheimische Blumen werden ausgebracht

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Daniel Baier, Mitarbeiter des Landschaftspflegeverbandes Traunstein, sät die zuvor aufgefrästen Streifen mit hochwertigem Saatgut an.

Seeon-Seebruck – Der Landschaftspflegeverband Traunstein (LPV) hat zwei Wiesen bei Seeon und Truchtlaching mit hochwertigem, gebietsheimischen Saatgut geimpft. Mit dieser Impfung in Form einer Ansaat auf vorher gefräste Streifen werden typische Blumen, die früher auf vielen extensiv bewirtschafteten Heuwiesen im Chiemgau typisch waren, wieder auf geeignete Flächen ausgebracht, um sich dort wieder ausbreiten zu können.


Die beiden Wiesen sind im Eigentum des Landkreises und an örtliche Bio-Landwirte verpachtet. Der Landkreis nutzt diese ökologische Aufwertung der Wiesen, um das Guthaben auf seinem Ökokonto zu erhöhen.

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»Wiesen können mit zu den artenreichsten Biotopen zählen, wenn entsprechende Voraussetzungen geschaffen werden und sich die entsprechenden Arten durch eine geeignete Bewirtschaftung auf den Flächen etablieren können«, so Daniel Baier vom LPV. Die beiden Wiesenflächen, eine südexponierte Hangfläche westlich von Neubichl und eine Wiesenfläche an einem langgestreckten Talhang der Alz westlich von Truchtlaching, wurden seit über 20 Jahren extensiv und ohne Ausbringung von Dünger bewirtschaftet.

Dadurch hat sich auf den im Laufe der Zeit immer magerer gewordenen Flächen bereits ein gewisses Artenspektrum wiesentypischer Pflanzenarten etablieren können.

Durch eine gezielte Nachsaat der Flächen wird die Zahl der unterschiedlichen Arten, die Zahl der Exemplare jeder Art sowie der Kräuteranteil in der Wiese erhöht.

Das Saatgut hat der LPV im Sommer 2020 mit einem Spezialgerät, einem sog. »eBeetle«, von artenreichen Wiesen der näheren Umgebung gewonnen. Es erfüllt somit die Kriterien für gebietsheimisches Saatgut, die seit 2020 im Bayerischen Naturschutzgesetz verankert sind.

fb


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