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Wie geht es mit der Hotelanlage Scheitzenberg weiter?

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Seeon: Wie geht es mit der Hotelanlage Scheitzenberg weiter?
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Bürgermeister Bernd Ruth (links) und der Bauamtsleiter der Gemeinde Seeon-Seebruck, Josef Heiß, standen genau vor einem Jahr am ehemaligen Hotel Scheitzenberg in Seeon vor einem Scherbenhaufen. Die Ruine wurde vor ein paar Jahren von Randalierern heimgesucht, die mehrere Fensterscheiben eingeschlagen hatten. Auf den Missstand des Anwesens wurde in der Seeoner Bürgerversammlung hingewiesen. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – Die ehemalige Hotelanlage Scheitzenberg in Seeon rottet seit über 20 Jahren vor sich hin. Zuletzt sollte das brachliegende Anwesen, das die Gemeinde vor rund sechs Jahren an einen Investor verkauft hat, als eine Art »Gesundheits-Oase« wieder der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden. Zum Bedauern der Gemeinde hat sich aber bis heute nichts getan. Darüber beklagte sich auch Matthias Linke in der Bürgerversammlung beim Alten Wirt in Seeon. Linke wollte wissen, wie es mit Scheitzenberg weitergeht.


Nach Angaben von Bürgermeister Bernd Ruth habe die Gemeinde lediglich erreicht, dass das völlig verkümmerte Anwesen, das vor einigen Jahren auch von Randalierern heimgesucht worden ist, mit einem Zaun gesichert werde. Eine konkrete Aussage, was der Besitzer des Anwesens vor hat, traf Ruth nicht. Gerüchten zufolge soll aber ein großes Projekt am Laufen sein. Von Seiten des Eigentümers wurde dies auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts auch bestätigt. »Wir sind intensiv an einem tragfähigen Projekt dran«, erklärte der Projektleiter der Seeon-Life-GmbH. Der Missstand sei freilich ärgerlich, »aber wir wollen kein halbherziges Konzept sondern ein vernünftiges Projekt vorantreiben«, erklärte der Projektleiter, der namentlich nicht genannt werden möchte. Das geplante Großprojekt soll in Richtung Themenhotel (Seminarhaus mit Hotellerie) gehen, das in die Region eingebunden werden soll. Ein konkreter Zeitpunkt wurde nicht genannt.

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In seiner Eigenschaft als Mesner in Seeon kritisierte Matthias Linke auch das für die Gemeindefriedhöfe seit vier Jahren zuständige Bestattungsunternehmen. Linke sprach von einem pietätlosen Verhalten und forderte in einem schriftlichen Antrag die Gemeinde auf, den Vertrag mit dem jetzigen Bestatter zu lösen und das frühere Bestattungsinstitut wieder zu beauftragen. Nach Angaben des Bürgermeisters habe die Gemeinde dem Bestattungsunternehmen mitgeteilt, sollte es wieder zu Beschwerden kommen den Vertrag zu lösen.

Thomas Wolfsberger kritisierte, dass der SV Seeon für die Benutzung der Turnhalle Miete bezahlen müsse. Er kenne keine Kommune, wo die Vereine für die Benutzung der Sporthalle etwas zahlen müssten, so Wolfsberger. Ruth wies jedoch darauf hin, dass die Halle mit Unterstützung des Sportvereins vor rund zehn Jahren als Schul- und Vereinssporthalle mit Tribüne gebaut worden sei, um dem Sportangebot des SV Genüge zu leisten. Zwischen der Gemeinde und dem Sportverein sei damals auch eine monatliche Miete vereinbart worden, die zwischenzeitlich auf 1000 Euro im Monat gekürzt worden sei. Laut Ruth lägen die Unterhaltskosten, die die Gemeinde jährlich für die Sporthalle aufbringen müsse, bei rund 148.000 Euro.

In allen drei Bürgerversammlungen legte der Bürgermeister einen umfangreichen Rechenschaftsbericht ab und informierte über laufende und geplante Maßnahmen. Außerdem wurden ehemalige Schüler und Auszubildende für ihr gutes schulisches Abschneiden geehrt und auch die neuen Mitarbeiter der Gemeinde stellten sich vor.

Ausführlicher Bericht des Kämmerers

Über die Gemeindefinanzen informierte Kämmerer Albert Lahner. Nachdem die Rathaus-Großbaustelle in Seebruck der Vergangenheit angehört, stehen in der Gemeinde weitere Großprojekte an: In Seeon wird ein neues Feuerwehrhaus gebaut, der Trinkwasser-Hochbehälter in Seeon wird durch einen neuen Überflurbehälter mit zwei Tanks mit einem Fassungsvermögen von jeweils 500 Kubikmeter ersetzt und die Pattenhamer Straße in Truchtlaching muss dringend saniert werden. Wie Ruth mitteilte, werde an der Planung des Feuerwehrhauses an der Kreisstraße gegenüber den Tennisplätzen in Seeon mit Nachdruck gearbeitet. Baubeginn wird aber erst im nächsten Jahr sein. Kurz vor Baubeginn hingegen stehe der neue Hochbehälter. Für die rund 1,5 Millionen Euro teure Baumaßnahme laufen gerade die Ausschreibungen.

Um diese und weitere geplante Maßnahmen zu finanzieren, wird die Gemeinde um Kreditaufnahmen nicht herumkommen: »Es zeichnet sich ab, dass die geplanten Investitionen nicht ohne weitere Kredite finanziert werden können«, so der Kämmerer. Rückblickend auf den Haushalt 2019 teilte Lahner mit, dass für den Rathausbau drei Millionen Euro aufgenommen werden mussten. Zu den größeren Investitionen von insgesamt rund sieben Millionen Euro zählten neben dem Rathausbau der Straßen- und Gehwegbau, die Erschließung von Baugebieten und der Grunderwerb.

Der Verwaltungshaushalt schloss mit 11,3 Millionen Euro ab und der Vermögenshaushalt mit 7,9 Millionen Euro. Bei einem Kreisumlagen-Hebesatz von 49,5 Prozentpunkten musste die Gemeinde an den Landkreis Traunstein 2,5 Millionen Euro abführen. Rund 443.000 Euro machte die Gewerbesteuerumlage aus.

Bei den Einnahmen überwiegen der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer in Höhe von rund drei Millionen Euro und das gemeindliche Steueraufkommen mit 2,1 Million Euro. Der Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer liegt bei 231.000 Euro und die Zweitwohnungssteuer bei 133.000 Euro.

Die Grundsteuer A schlug mit 55.000 Euro zu Buche und die Grundsteuer B mit 564.000 Euro. Von den Schlüsselzuweisungen profitierte die Gemeinde mit 793.000 Euro. Dazu kommt noch ein stattliches Gebührenaufkommen (Kurbeitrag, Fremdenverkehrsbeitrag, Hafenlange, Wasser, Abwasser und Parkgebühren) von insgesamt rund 1,9 Millionen Euro. Nach Angaben der Verwaltung soll der Haushalt 2020 im April abgesegnet werden.

Alle drei Bürgerversammlungen waren mit insgesamt über 650 außerordentlich gut besucht. »Der Besuch ist sensationell und zeuge von dem großen Interesse der Bevölkerung an der gemeindlichen Arbeit«, freute sich der Bürgermeister. ga


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