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Mit etwas Verspätung wurde am Wohnhof Ischl der erste Spatenstich gesetzt: Unser Foto zeigt (von links) Bauleiter Stephan Haberlander, Franz Blüml, Doris Schmid-Hammer, Bürgermeister Martin Bartlweber, Bauamtsleiter Josef Heiß und Kristian Stampf. (Foto: Rasch)

Verspäteter Spatenstich für den Wohnhof Ischl

Seeon-Seebruck – Während vor einigen Wochen auf der Baustelle des Wohnhofs Ischl noch nach Spuren der Vergangenheit gegraben wurde, wurde nun der Weg in die Zukunft freigeschaufelt: Mit etwas Verspätung, die auf Siedlungsfunde zurückzuführen ist, auf die man beim Aushub der Baugrube gestoßen ist, fand der offizielle Spatenstich des 7,3 Millionen-Euro-Gemeindeprojekts statt.


Für die Bauherrin, die Gemeinde Seeon-Seebruck, war der offizielle Startschuss in doppelter Hinsicht erfreulich: Die Vertreterin der Regierung von Oberbayern, Doris Schmid-Hammer, brachte die offizielle Bewilligung mit, dass das Wohnbauprojekt mit 2,1 Millionen Euro gefördert wird und die Gemeinde ein Darlehen von 3,2 Millionen Euro erhält.

Wie Schmid-Hammer mitteilte, sei das staatliche Wohnraumförderprogramm 2016 aufgelegt worden. Mit diesem Programm unterstütze der Freistaat Bayern die Gemeinden dabei, selbst bezahlbaren Wohnraum zu planen und zu bauen. Denn Kommunen wie die Gemeinde Seeon-Seebruck wüssten auch genau, für wen sie Wohnungen bauen, so die Regierungsvertreterin.

Dass die Regierung von Oberbayern beim Spatenstich anwesend sei, zeige auch die Bedeutung des geförderten Projekts, meinte Bürgermeister Martin Bartlweber. »Wir konnten auf die Förderung nicht verzichten. Ohne diese Unterstützung wäre das Projekt nicht möglich«, sagte er und nahm den Förderbescheid nur zu gerne entgegen.

Dass sich der offizielle Baubeginn mit dem Spatenstich verzögert habe, sei auf Siedlungsfunde zurückzuführen, sagte Bartlweber. Wie mehrfach berichtet, ist man bei den Erdarbeiten auf Siedlungsfunde und mehrere Skelette gestoßen. Wegen der Bergung der Funde hatte sich der Wiederaufbau des Harrecker-Hofs, in dem elf neue Wohnungen entstehen sollen, die dann vermietet werden, verschoben. Um aber keine Zeit zu verlieren, wurde der Bau eines Parkstadels für die Wohnungen vorgezogen. In dem Holzstadel werden auch die Elektronik für die Heizung und die Grundleitungen installiert.

Als richtige Idee zum richtigen Zeitpunkt bezeichnete Projektplaner Franz Blüml das Bauprojekt der Gemeinde, die vor Jahren das Anwesen mit Wohnhaus, Stallungen und einem Bundwerkstadel sowie dazugehörigem Grund erworben hatte.

Die Entscheidung, dort neue und geförderte Wohnformen zu entwickeln und Einheimischen bezahlbares Wohnen zu ermöglichen, fiel in die Ära von Bernd Ruth, dem Vorgänger Bartlwebers. Der Hof wurde bis auf wenige Grundmauern des Wohnhauses abgerissen und wird jetzt wieder aufgebaut. Nach Angaben des Bürgermeisters sollen die Wohnungen spätestens Ende nächsten Jahres bezugsfertig sein.

Neben dem Wiederaufbau des Harrecker-Hofs ist auf einem unbebauten, südwestlich gelegenen Grundstück zu einem späteren Zeitpunkt eine weitere Wohnbebauung vorgesehen. Der Bundwerkstadel, der sich zwischen dem neuen Wohngebäude und dem Parkstadel befindet, soll entsprechend restauriert und belebt werden.

ga

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