weather-image
14°

Sondersitzung abgebrochen: Keine Entscheidung zu kontrolliertem Kiesabbau

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Foto: Symbolbild (pixabay)

Seeon-Seebruck – Wie umfassend das laufende Verfahren für einen kontrollierten Kiesabbau in der Gemeinde Seeon-Seebruck ist, zeigte sich in einer Sondersitzung des Gemeinderats:


Über 40 Behörden, Verbände und Gemeinden mussten am Änderungsverfahren für den Flächennutzungsplan zur Aufstellung eines sogenannten »Sachlichen Teilflächennutzungsplans Konzentrationszonen Kiesabbau« beteiligt werden. Dazu kommen noch die Einsprüche von Privatpersonen und von weiteren Bedenkenträgern. Rund 30 Behörden und Fachstellen hatten im Zuge der ersten Auslegung Stellungnahmen, Empfehlungen oder Hinweise abgegeben.

Anzeige

So musste in der Sitzung ein über 160 Seiten starker Beschlussvorlagen-Katalog abgearbeitet werden. Das heißt: Sämtliche Stellungnahmen sowie die Abwägungsvorschläge der Verwaltung, die soweit auch abgesegnet wurden, wurden abwechselnd von den Verwaltungsangestellten vollinhaltlich vorgetragen. Ein wenig »Sitzfleisch« brauchte man da schon.

Nach fünf Stunden wurde die Sitzung jedoch abgebrochen; sie wird nächste Woche am Donnerstag um 18 Uhr im Truchtlachinger Bürgersaal fortgeführt. Der neu gewählte Gemeinderat hatte sich nämlich in seiner konstituierenden Sitzung darauf verständigt, dass die Sitzungen spätestens um 22 Uhr beendet sein müssen.

Zu Beginn der Sitzung informierte Bürgermeister Martin Bartlweber (FW) über einen Eilantrag der CSU-Fraktion. Die CSU hatte unter anderem darauf hingewiesen, dass zwei Gemeinderatsmitglieder als Grundstücksbesitzer der vorgeschlagenen Flächen betroffen sind und gewissermaßen befangen wären.

Auf Nachfrage von Bartlweber erklärten beide, dass sie deshalb bei der Abstimmung nicht mitstimmen werden. In diesem Zusammenhang zeichnete sich auch ab, dass womöglich eine Teilfläche aus der jetzt geplanten Gesamtfläche noch herausgenommen werden soll.

Die Gemeinde hatte aufgrund eines Abgrabungsantrags von ihrem Recht Gebrauch gemacht, den Kiesabbau in der Gemeinde zu lenken und zu konzentrieren, um einen sparsamen Umgang mit der Fläche zu erreichen. Die Konzentrationszonen wurden auf zwei Gebiete bei Eglhart und Steinrab mit circa 26 Hektar an möglichen Kiesabbauflächen reduziert. Daraufhin wurde ein Ingenieurbüro mit der Erstellung eines sogenannten »Sachlichen Teilflächennutzungsplans Konzentrationszonen Kiesabbau« beauftragt, der Mitte Juli 2017 ins Verfahren gegangen war.

Damals wie heute wird das Vorhaben von Kiesgegnern massiv kritisiert. Aber alles in Frage zu stellen, könne nicht der Weg sein, sagte Bartlweber. Es sei immer das Ansinnen des Gemeinderats gewesen, den Kiesabbau zu konzentrieren. Die Gemeinde habe dafür sehr viel Geld in Hand genommen und sehr viel Zeit investiert, so Bartlweber. ga


Mehr aus Seeon-Seebruck