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Akribisch legen die Archäologen die Skelette frei, die bei Erdarbeiten auf der Baustelle in Ischl zu Tage getreten sind. (Foto: Rasch)

Siedlungsbefunde und rund 50 Skelette entdeckt: Baustelle »Wohnbauprojekt Ischl« steht still

Seeon-Seebruck – Eigentlich sollte sich auf der Baustelle des »Wohnbauprojekts Ischl« etwas in Richtung Zukunft tun. Doch im Moment wird dort nach Spuren der Vergangenheit gegraben: Bei Erdarbeiten ist man auf Siedlungsbefunde und Skelette gestoßen. Deshalb verzögert sich der Beginn des Wiederaufbaus des Harrecker-Hofs, von dem nur noch wenige Grundmauern übrig geblieben sind. Elf neue Wohnungen, die von der Gemeinde vermietet werden, werden entstehen. 


Sobald die Baustelle von den Archäologen wieder freigegeben wird, soll das Bauvorhaben fortgeführt werden. Um aber keine Zeit zu verlieren, wurde der Bau eines Parkstadels für die späteren Wohnungen vorgezogen. Die Fundamente stehen schon und Anfang Juni soll nach Angaben von Bauamtsleiter Josef Heiss der Holzstadel aufgestellt werden. Dort werden auch die Heizung und Elektronik für die Photovoltaik-Anlagen und die Grundleitungen für die neuen Gebäude integriert. Neben dem Wiederaufbau des Harrecker-Hofs ist auf einem unbebauten, südwestlich gelegenen Grundstück eine weitere Wohnbebauung vorgesehen.

Bei den Erdarbeiten ist man hinter der nördlichen Friedhofsmauer der Kirche Sankt Martin auf die ersten Skelette gestoßen. Um die Kirche, die 1432 erbaut und 1651 barockisiert wurde, befand sich Mitte des 19. Jahrhunderts ein im Halbrund angelegter Friedhof. Die Archäologin Katrin Heigermoser von der Archäologie Hofmann & Heigermoser GbR, geht fest davon aus, dass die rund 50 Skelette aus der Neuzeit stammen. Die Gebeine werden ausgegraben, in der Anthropologischen Staatssammlung München erforscht und untersucht und dann zum Teil wieder bestattet, sagte die Archäologin dem Traunsteiner Tagblatt. Neben den Skeletten ist man unter anderem auch auf Siedlungsbefunde eines Vorgängerhofs gestoßen. Auch diese Funde werden jetzt entsprechend dokumentiert. Gleiches gilt für mögliche Funde, die im Zuge der weiteren Bauarbeiten auftreten. Sobald das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege die Freigabe erteilt hat, können die Baumaßnahmen fortgeführt werden.

ga

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