weather-image
19°

Seerosenweg in Seeon feierlich eingeweiht

4.7
4.7
Bildtext einblenden
Alles über das ehemalige Mineralbad erfährt der Besucher am »Ort der Heilung«. Ortsheimatpfleger Michael Berger lieferte dazu im Beisein von Anna Esterlechner (von links), Maria Wegerer, Edith Urbauer, Bürgermeister Martin Bartlweber und Bezirkstagspräsident Josef Mederer interessante Anmerkungen. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – Die Seerose im Seeoner See ist nicht nur ein treuer Begleiter, wenn man den Seeoner See umwandert. Sie ist auch in vielen Seeoner Wappen verankert. Das hat den Arbeitskreis »Lebensqualität durch Nähe« dazu bewogen, dem Spazierweg einen Namen zu geben.


Hinter dem Seerosenweg-Projekt verbirgt sich aber mehr als nur der Name: Die Besucher können am Wegesrand einen Blick in 15 »Bücher« werfen mit interessanten Anekdoten rund um den Ort Seeon. Im Beisein von geladenen Gästen, darunter auch Bezirkstagspräsident Josef Mederer, wurde der Seerosenweg jetzt feierlich eingeweiht. Für den musikalischen Rahmen sorgte die Blaskapelle Seeon. Den kirchlichen Segen erteilte Pfarrer Rüdiger Karmann.

Anzeige

Vor rund drei Jahren hatte sich die Projektgruppe zum ersten Mal getroffen, um das Projekt »Seerosenweg« zu entwickeln. Als Partner wurde die LAG (Lokale Aktionsgruppe Chiemgauer-Seen-Platte) gewonnen, die das 20 000-Euro Projekt mit 50 Prozent gefördert hat. Wie Bürgermeister Martin Bartlweber erklärte, konnten entgegen den Angeboten und der Förderzusage die zunächst geplanten Kosten von rund 38 000 Euro um fast 50 Prozent durch das Entgegenkommen der heimischen Handwerksfirmen, die unter anderem Ruhebänke errichtet haben, gesenkt werden.

Die Texttafeln, angelehnt an die mittelalterliche Schreibwerkstatt des ehemaligen Benediktinerklosters, wurden in Buchform gestaltet. Hier sei nicht einfach auf Tafeln von der Stange zurückgegriffen worden, sagte Bartlweber. Die Buchtafeln aus wetterfestem Material stammen aus Belgien. Damit diese »Bücher« auch von Kindern und Rollstuhlfahrern gut gelesen werden können, wurden sie in der entsprechenden Höhe angebracht.

Auf einer Übersichtskarte können die einzelnen Stationen und die Wegführung nachgelesen werden. Dabei wird keine Route vorgegeben. Der Besucher soll seinen Weg entspannt und ohne Hektik wählen können. Ausgehend vom großen Parkplatz erfahren die Besucher alles Wissenswerte über die Walburgiskirche und das Kloster sowie über den Weinbau bis hin zum historischen Wirtshaus und über die frühere Badeordnung. In Bad Seeon haben sich Kurgäste einst an einer schwefelhaltigen Quelle erfreut, oder sich auf einer Kegelbahn bewegt. Mit einbezogen wurde auch der besondere Baumbestand, wie die Mozarteiche. Wolfgang Amadeus Mozart war ja bekanntlich schon in jungen Jahren Gast im ehemaligen Benediktinerkloster und hat für Seeon auch zwei Offertorien komponiert.

Bartlweber lobte das Engagement des Arbeitskreises und der Fachexperten, die bei diesem eigenständig entwickelten Konzept mitgearbeitet haben. Besonders erwähnte er den vorbildlichen Einsatz der Leiterin der Touristinformation Seeon-Seebruck, Anna Esterlechner, die sich ehrenamtlich eingebracht hat. An alle, die an dem Projekt mitgewirkt haben, überreichte Bartlweber jeweils eine Erinnerungstafel, auf der die von Fritz Linner in Gedichtform vorgetragene Entstehungsgeschichte des Seerosenweges abgedruckt ist.

Viele interessierte Besucher wünschte Bezirkstagspräsident Josef Mederer dem Seerosenweg. »Es ist höchste Zeit geworden, dass die Seerose ihren Weg bekommt«, sagte Mederer. Auch er lobte den ehrenamtlichen Einsatz und sprach von einer Weiterentwicklung des Benediktinischen Lebens.

Leader-Koordinator Sebastian Wittmoser sprach von einer Aufwertung des Seeoner Juwels für die Besucher, der Vorsitzende der LAG, Josef Reithmeier, unterstrich, das Seerosenweg-Projekt entspräche als eigenständig entwickeltes Konzept genau dem Ziel des europäischen Maßnahmenförderprogramms. ga


Mehr aus Seeon-Seebruck