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Seebrucker Alzbrücke muss saniert werden – »Je besser das Provisorium, umso länger steht es«

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Im Zuge der Sanierung der Alzbrücke in Seebruck sollen jetzt vom Staatlichen Bauamt Traunstein Möglichkeiten für eine gesicherte Radüberquerung untersucht werden. Darauf hat sich der Gemeinderat mehrheitlich geeinigt. Die Entscheidung fußt auf einem Antrag von Gemeinderat Martin Bartlweber. Die Sanierung der Brücke soll voraussichtlich 2021 erfolgen. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – Bis in Seebruck eine Entlastungsspange gebaut werden kann, wird noch viel Wasser die Alz hinunterfließen. Wie berichtet, ist damit nicht vor den nächsten 10 bis 15 Jahren zu rechnen. Das ist zu lange für die bestehende Alzbrücke aus dem Jahr 1933, die unbedingt saniert werden muss.


In diesem Zusammenhang hatte der Fraktionsvorsitzende der Freien Wählergruppe Seeon, Martin Bartlweber, einen Antrag eingereicht. Er möchte, dass im Zuge der Brückensanierung eine gesicherte Radwegüberquerung berücksichtigt wird. Das wurde nun in der jüngsten Gemeinderatssitzung kontrovers diskutiert.

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Bartlweber hatte in dem Antrag darum gebeten, die Verwaltung und Bürgermeister Bernd Ruth damit zu beauftragen, mit dem Staatlichen Bauamt Traunstein Möglichkeiten einer gesicherten Radwegüberquerung im Zuge der Brückensanierung zu erarbeiten und umzusetzen. Als Begründung gab er an, dass laut einer Prognose der Radverkehr, insbesondere auf dem Chiemsee-Radrundweg, der über die Brücke führt, in den nächsten fünf Jahren zunehmen werde und deshalb ein sicheres Überqueren der Alz ermöglicht werden sollte. Er schlug vor, mit dem Staatlichen Bauamt abzuklären, ob zum Beispiel die Möglichkeit bestehe, einen der Gehwege zu Gunsten der Radfahrer zu verbreitern.

Josef Hölzl (FW) vertrat jedoch die Auffassung, dass eine Verbreiterung des Gehwegs für die Radfahrer nicht viel bringen werde. In seinen Augen sei die jetzige Lösung als die sicherere einzustufen. Angeregt wurde auch, auf der Fahrbahn einen sogenannten Fahrradschutzstreifen aufzubringen. Andreas Dorn (FW) und Rudolf Mayer (FW) schlugen eine Verkehrsberuhigung zum Beispiel in Form einer Beschränkung auf 30 km/h für die Dauer des Provisoriums vor. »Dann sparen wir uns das viele Geld, was eine Verbreiterung kosten würde«, sagte Dorn. Die Sanierung ist für das Jahr 2021 geplant. Auch Hans Huber (FW) unterstützte den Antrag mit der Bitte, darauf zu drängen, dass eine Verbesserung für die Radfahrer geschaffen werde.

Bürgermeister Bernd Ruth warnte hingegen vor Änderungswünschen. Nach seinem Dafürhalten laufe man dadurch Gefahr, dass die große Lösung einer Entlastungsspange dadurch nach hinten verschoben werden könnte. Diese Befürchtungen teilten auch seine Fraktionskollegen von der CSU, Michael Regnauer und Sepp Daxenberger. »Alles was jetzt in das Provisorium gesteckt wird, könnte zur Folge haben, dass die große Lösung nach hinten rutscht«, sagte Regnauer. Das Aufbringen von Fahrradstreifen hingegen, wäre seiner Meinung nach eine Überlegung wert. »Je besser das Provisorium, umso länger steht es«, warf Daxenberger in die Diskussion. Er wies darauf hin, dass die Änderungswünsche auch eine finanzielle Last für die Gemeinde bedeuten würden. Vor diesem Hintergrund warnte auch Christine Eglseer (CSU) vor zusätzlichen baulichen Maßnahmen. Die Kosten bei abweichenden Änderungswünschen müsste nämlich die Gemeinde tragen.

Über die Formulierung des Beschlussvorschlags war man sich zunächst uneinig. Bartlweber beharrte jedoch darauf, diesen so zu formulieren, wie von ihm vorgeschlagen. »Es sollen Möglichkeiten untersucht werden, egal in welcher Form, ob eine Verbreiterung, Verkehrsberuhigung oder Fahrradstreifen«, erklärte er. Bei fünf Gegenstimmen wurde der Antrag mehrheitlich abgesegnet. ga