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Schädlich für den Tourismus? Empörung über Ausstieg aus Stechmückenbekämpfung

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Ausstieg aus Mückenbekämpfung in Seeon-Seebruck ab 2020
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Der Gemeinderat Seeon-Seebruck ist sauer über das Medienecho zum Aus der Stechmückenbekämpfung. Foto: Montage (l. dpa/Patrick Pleul; r. pixabay)

Seeon-Seebruck – Das Aus der Stechmückenbekämpfung in der Gemeinde Seeon-Seebruck schlägt in der Öffentlichkeit hohe Wellen und auch aus dem touristischen Sektor kommt viel Empörung. Dass das Thema aber vor allem auf Internetportalen derart hochgekocht wird, darüber ist der Gemeinderat stocksauer. »Wir sind keine Verbrecher, wenn wir Beschlüsse fassen«, wetterte Rudolf Mayer (FW) in der jüngsten Sitzung.


Mayer und Josef Freiwang (CSU) hatten im März den Ausstieg aus der Kooperation zur Stechmückenbekämpfung am Chiemsee gefordert. Als Begründung hatten sie angeführt, dass auch die Steckmücken zur Tierwelt gehören und Nahrungsgrundlage für Vögel, Fische oder Fledermäuse seien. Dem Antrag war damals mit knapper Mehrheit stattgegeben worden. Der Austritt gilt aber erst ab dem kommenden Jahr. Heuer ist die Gemeinde noch vertraglich dabei, sollte es zu einer Bekämpfung der Mücken am Chiemsee kommen.

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Wie der Diskussion zu entnehmen war, würde die negative Berichterstattung vor allem den Tourismus in der Gemeinde schaden. Der Gemeinderat habe sich bei der Entscheidung schon seine Gedanken gemacht, sagte Martin Bartlweber (FW). Aber die Diskussion nach außen so hoch zu kochen, sei tausend Mal schädlicher für den Tourismus. Auch Josef Hölzl (FW) kritisierte die negativen Schlagzeilen. Er lehnte sich aber auch den Aussagen von Josef Freiwang an, dass im Gemeindegebiet ohnehin nur kleinere Gebiete erfasst worden seien, wo gespritzt werden dürfe. »Es wird immer Mücken geben«, sagte Hölzl. Aber das so zu befeuern, finde er nicht in Ordnung.

Dritter Bürgermeister Andreas Dorn (FW), der sich im März gegen einen Austritt aus der Kooperation des Abwasser- und Umweltverbandes Chiemsee (AUV) ausgesprochen hatte, bezeichnete die Diskussion in der Öffentlichkeit als »psychologisches Moment.« Er sehe mit seiner Entscheidung, an einer Bekämpfung der Stechmücke festzuhalten, eine gewisse Werbung für die Gemeinde.

Weitere Tagesordnungspunkte

Behandelt wurden auch die Stellungnahmen zur Änderung des Flächennutzungsplanes beziehungsweise zur Aufstellung eines Bebauungsplans zugunsten einer Erweiterung des Gewerbegebietes Seeon VI. Die überarbeitete Planung für eine erneute Auslegung wurde genehmigt. Ebenfalls gebilligt wurde der Bauantrag zum Neubau eines Hochbehälters am Waltenberg für die Trinkwasserversorgung in Seeon. Dem Antrag zur Nutzungsänderung eines ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesens in Ischl wurde ebenfalls stattgegeben. Die Antragsteller möchten das denkmalgeschützte Wohnhaus mit Stall und Tenne zu einer Wohneinheit umbauen und einen Carport errichten.

Umbau des Truchtlachinger Feuerwehrhauses

Einig war sich das Gremium auch darüber, dass die Gemeinde für den Umbau des Feuerwehrhauses in Truchtlaching die Material- und Planungskosten von rund 76.000 Euro übernimmt. Die Feuerwehr möchte in Eigenleistung den Schulungsraum, den Kommandantenrum sowie die Küche und das Vereinsstüberl in das leer stehende Obergeschoß des Feuerwehrhaues verlegen. Dadurch wird im Erdgeschoß mehr Platz für die Spinte geschaffen und gleichzeitig den Unfallverhütungsvorschriften Folge geleistet.

Das Gremium wurde auch darüber informiert, dass am Parkplatz in Esbaum kürzlich ein Parkscheinautomat aufgestellt worden sei. Die gebührenpflichtige Parkzeit laufe abweichend von den übrigen Parkplätzen von 8 bis 22 Uhr. Bekanntgegeben wurde auch der Termin für eine Verkehrsschau, bei der mehrere verkehrsrechtliche Themenbereiche im Gemeindegebiet besichtigt werden; sie soll am 26. Juni stattfinden.

Des weiteren wurde bekannt gegeben, dass die Abrechnung der beiden Elektroladesäulen »Am Anger« und am Chiemseepark in Seebruck nicht mehr über die Zeit, sondern pro geladener Kilowattstunde erfolge. Aktuell werde ein Preis von 40 Cent pro Kilowattstunde erhoben. Dazu wird noch ein Zuschlag aufgrund der Abrechnung mit dem Ladekartenbetreiber erhoben, sodass künftig 54 Cent pro Kilowattstunde zu bezahlen sind.

In der nächsten Gemeinderatssitzung soll nach Angaben der Verwaltung der Standort für das sogenannte Chiemgauer Heimatkreuz festgelegt werden. Als möglicher Standort ist die Mozarteiche in Seeon im Gespräch. Mit der Aufstellung eines Heimatkreuzes, das der Traunsteiner Künstler Rolf Wassermann geschaffen hat, unterstützt die Gemeinde den Vorschlag des Landkreises Traunstein, ein solches Kreuz in allen 35 Gemeinden aufzustellen. Die Kosten liegen bei 5000 Euro, wobei der Landkreis 50 Prozent übernimmt. Ebenfalls in der nächsten Sitzung sollen Verbesserungsvorschläge für mehr Verkehrssicherheit rund um den Haupteingang der Grundschule Seeon aufgezeigt werden. Wie es hieß, werde die Verkehrsführung im Bereich des Schulgeländes häufig missachtet. ga