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Der neu gewählte Vorstand des Wasserbeschaffungsverbands Seebruck (von links): Roland Mayer, Andreas Schlögl, Ludwig Fenzl, Hubert Auracher, Herbert Klausner, Alois Neumeyer junior, Vorsitzender Rupert Hartl und Josef Heistracher. Albert Lex (rechts) ist nach 46 verdienstvollen Jahren aus dem Vorstand ausgeschieden. (Foto: M. Müller)

Rupert Hartl an der Spitze des Wasserbeschaffungsverbands Seebruck einstimmig wiedergewählt

Seeon-Seebruck – Rupert Hartl bleibt fünf weitere Jahre Vorstandsvorsitzender des Wasserbeschaffungsverbands (WBV) Seebruck.


Bei den Neuwahlen in der Verbandsversammlung im Hafenwirt in Seebruck bestätigten ihn die anwesenden Mitglieder einstimmig im Amt. Hartl ist 2017 erstmals an die Verbandsspitze gewählt worden und geht nun in seine zweite Amtszeit. Den Vorstand komplettieren wie bisher als Beisitzer Herbert Klausner, Hubert Auracher, Michael Gissibl, Josef Heistracher, Ludwig Fenzl, Andreas Schlögl und Alois Neumeyer junior. Neu dabei ist Beisitzer Roland Mayer. Wer Hartl künftig als stellvertretender Verbandsvorsteher zur Seite steht, wird noch intern per Wahl festgelegt. Hartl würdigte die großen Verdienste von Albert Lex senior, der nach 46 Jahren aus dem Vorstand ausgeschieden ist. Bei der Geschenkübergabe gab es warmen Applaus.

In seiner Funktion als Wahlleiter dankte auch Bürgermeister Martin Bartlweber den bisherigen Vorstandsmitgliedern für ihren Einsatz. »Das Trinkwasser ist unser höchstes Gut«, betonte der Rathauschef. Es sei gerade in Zeiten des Klimawandels nicht selbstverständlich, dass das Wasser immer stetig fließe. Umso wichtiger sei es, in die Infrastruktur zu investieren und dies mache der WBV Seebruck, lobte er.

Wie Verbandsvorsteher Hartl in seinem Jahresbericht betonte, habe es bei den routinemäßigen, vierteljährlichen Wasserproben keine Beanstandungen gegeben: »Alle Werte lagen unter den behördlichen Grenzen«. Dank der Enteisenungsanlage lägen die Eisen- und Manganwerte des Brunnens 5 im geforderten Bereich. Hartl freute sich auch über die niedrigen Nitratwerte, die mit rund sieben Milligramm pro Liter deutlich unter dem 50-Milligramm-Grenzwert liegen. Mit einer Gesamthärte von 20 Grad deutscher Härte wird das Wasser als hart eingestuft. Alle Messergebnisse können zu den Büroöffnungszeiten von den Mitgliedern eingesehen werden. Hartl verwies auch auf den erfolgreich abgeschlossenen, ersten Bauabschnitt der Erneuerung der Hauptleitung und der Hausanschlussleitungen in der Kastellgasse mit Kosten von 104.000 Euro. Der zweite Bauabschnitt von der Kastellgasse bis zum Anschlusspunkt Jakob-Weyerer-Platz werde sich wohl auf das Frühjahr verschieben. Hier rechne man nochmals mit Kosten in Höhe von circa 100.000 Euro. Wenn es zu baubedingten Straßensperrungen und kurzfristigen Wasserabsperrungen komme, werde man die Betroffenen im Voraus entsprechend informieren, bat Hartl um Verständnis.

Für Erneuerungen und Reparaturen sind im diesjährigen Haushalt 84.000 Euro und im Haushalt 2023 79.000 Euro eingeplant. »Eine stetige Erneuerung ist enorm wichtig, um nicht in einen Renovierungsstau zu geraten«, meinte der Vorsitzende auch mit Blick auf die in den kommenden Jahren geplanten Erneuerungen der Hauptleitungen am Pfarrhof und an der Rosenheimer Straße. Mit den finanziellen Mitteln werde man aber weiterhin sorgsam und vorausschauend umgehen. Als »sehr lohnende Investition« bezeichnete Hartl die vor einigen Jahren installierte Photovoltaikanlage mit sehr hoher Eigenverbrauchsnutzung, dank derer der WBV seine Preise noch niedrig halten könne. Sollten die Material- und Stromkosten aber weiter steigen, müsse man die Gebühren womöglich anpassen. Hartl erinnerte auch daran, dass der Verband keine Behörde und kein kommunaler Zweckverband ist, sondern sich aus den Mitgliedern der Wasseranschlussnehmer zusammensetzt und es nur gemeinsam gehe. Ein besonderer Dank galt den Landwirten für die gute Zusammenarbeit. Hartl bat diese, sich auch zukünftig an die Schutzgebietsvorgaben zu halten und besonders bei der Düngung sehr sorgsam zu sein.

Zu den Maßnahmen aus dem Vorjahr zählte der Verbandsvorsteher die Erneuerung der stark korrodierten Hausanschlussleitung beim Hotel Wassermann und eine technische Überprüfung der Enteisenungsanlage im Brunnhaus. Im Rahmen einer verstärkten Rohrbruchsuche seien Rohrbrüche am Seefeld, beim Pfarrhof und im Ortsteil Graben entdeckt worden. Auffälligkeiten wie ungewöhnlich hohe Wasserverbräuche, ein starkes Rauschen an der Wasseruhr oder nasse Stellen im Garten sollten umgehend gemeldet werden.

Die Wasserverluste lagen 2021 bei 8,7 Prozent. 2020 waren es 3,4 Prozent, 2019 vier Prozent und 2018 neun Prozent. Man habe es mit Schwankungen zu tun, doch der Wert liege stabil unter zehn Prozent, resümierte Hartl. Da der Verbrauch täglich beobachtet werde, könne man auch sehr schnell auf Veränderungen reagieren. Die Wasserfördermenge lag 2021 bei 106 392 Kubikmetern. Verkauft wurden davon 94 955 Kubikmeter Wasser.

Steuerberaterin Ingrid Schuhbeck stellte den Geschäftsbericht 2021 vor und erläuterte den Jahresabschluss. Vorstand und Geschäftsführung wurden einstimmig entlastet. Anschließend genehmigte die Versammlung den von Schuhbeck präsentierten Haushaltsplan 2023.

mmü

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