Rathaus kostete nicht so viel wie ursprünglich geplant

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Nicht nur die Optik und das Umfeld des neuen Seebrucker Rathauses können sich sehen lassen. Auch die Kosten wurden eingehalten und sogar unterschritten. Im Rahmen des Neubaus wurde unter anderem auch das Leichenhaus (rechts) saniert. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – Dass das Budget beim Neubau eines öffentlichen Gebäudes wie dem Seebrucker Rathaus eingehalten wird, ist keine Selbstverständlichkeit. »Es ist ungewöhnlich für einen öffentlichen Bau, dass die Kosten nicht nur eingehalten, sondern sogar unterschritten wurden«, erklärte Bürgermeister Martin Bartlweber (FW) in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Abzüglich der Zuwendungen kostet das neue Rathaus rund 5,3 Millionen Euro; angesetzt waren 5,9 Millionen Euro (ohne Zuwendungen). Die Schlussrechnungen wurden dem Gemeinderat in dessen jüngster Sitzung in der Truchtlachinger Turnhalle präsentiert.


Vor über einem Jahr hat die Verwaltung im neuen Rathaus ihren Betrieb aufgenommen. Die Mitarbeiter der Verwaltung und der Tourist-Info, die in den Neubau integriert wurde, haben sich nach Angaben des Bürgermeisters mittlerweile gut eingelebt und profitieren von der zukunftsweisenden Ausstattung des Gebäudes. »Wir bekommen auch viel Lob, auch von vorbeifahrenden Radlern und Nachbargemeinden«, so Bürgermeister Bartlweber.

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Die Entscheidung, die Verwaltung zusammenzulegen und in Seebruck ein neues Rathaus zu bauen, ist vor rund zehn Jahren gefallen. Dem Baubeginn vor rund drei Jahren waren jedoch schwierige Entscheidungen vorausgegangen, erinnerten sich die CSU-Gemeinderäte Michael Regnauer und Sepp Daxenberger. »Mit 12:5 Stimmen wurde beschlossen, dass das Rathaus in Seebruck gebaut werden soll und das Ergebnis ist hervorragend«, lobte Daxenberger. Dies sei vor allem Ex-Bürgermeister Bernd Ruth (CSU) zu verdanken, dem es federführend gelungen sei, einen Architektenwechsel herbeizuführen und ein neues, finanzierbares Konzept zu erstellen, betonte Daxenberger. Ein positiver Nebeneffekt sei auch die Unterbringung der Verwaltung während der Bauzeit in der gemeindeeigenen »Gruber Alm« gewesen: »Mit dieser Übergangslösung konnte auch noch was eingespart werden«, so Daxenberger.

Als Vertreter des »Rathausausschusses« erinnerte Michael Regnauer daran, dass auch in der Bevölkerung der Neubau nicht unumstritten gewesen sei. »Ich finde, dass es ein tolles Projekt geworden ist«, sagte Regnauer. Damit verbunden sei auch der zusätzliche Effekt, dass es nach 40 Jahren Einheitsgemeinde jetzt auch eine gemeinsame Verwaltung gebe.

Dass man die Tourist-Info integriert habe, sei zwar kostenaufwändig, aber eine richtige Entscheidung gewesen, sagte Martha Gruber (FW). Auch der neue Parkplatz hinter dem Rathaus und die Sanierung des Leichenhauses hätten das Projekt wunderbar abgerundet. Lobend erwähnte sie, dass trotz dieser zusätzlichen Maßnahmen bei den Kosten eine Punktlandung hingelegt wurde.

Auf die Frage von Michaela Losbichler (Grüne) bezüglich der hohen Kosten der Medientechnik erklärte Bauamtsleiter Josef Heiß, dass hier jeder Euro gut investiert worden sei. Gerade in Zeiten wie diesen, habe sich die Technikausstattung, etwa für Videokonferenzen, bewährt.

Wie der Schlussrechnung der Kämmerei zu entnehmen ist, sei im März vor drei Jahren ein Budget von 5,7 Millionen Euro festgelegt worden. Zusätzlich seien 2019 für die Tourist- Info 40.000 Euro eingestellt worden, die jedoch über das Gesamtbudget abgedeckt werden mussten. Nachdem der Gemeinderat beschlossen hatte, für die Außenanlagen zusätzliche Baukosten in Höhe von 230.000 Euro zu veranschlagen und für die Medientechnik des Sitzungssaals und des Besprechungsraums weitere 40.000 Euro, habe sich das Gesamtbudget auf 5,9 Millionen Euro erhöht.

Die Bau- und Nebenkosten stellen sich wie folgt dar: In den Baukosten für das Rathaus in Höhe von 5,6 Millionen Euro sind die Erschließung, Honorare, das Carport und die Außenanlagen enthalten. Im Budget nicht enthalten sind zusätzliche Ausgaben für Möbel, Schaukästen oder Berührungs-Bildschirme, die mit 12.300 Euro zu Buche schlagen, sowie der Umbau und die Sanierung des Leichenhauses mit 31.500 Euro. Auch nicht enthalten sind ein zusätzlicher Grunderwerb in Höhe von 161.400 Euro und die Abbruchkosten des alten Rathauses (rund 70.500 Euro). Einschließlich der Kosten außerhalb des Budgets belaufen sich die Gesamtkosten auf über 5,928 Millionen Euro und wurden somit im Vergleich zum Gesamtbudget (5,97 Millionen) unterschritten.

Abzüglich der Zuwendungen und einem Vorsteuerabzug für den Bereich Tourist-Info mit Kosten von insgesamt 618.400 Euro ergibt sich ein Gesamtsaldo von 5,31 Millionen Euro. Für die Außenanlagen hat die Gemeinde im Rahmen der Städtebauförderung 116.000 Euro erhalten und für die Tourist-Info über die RÖFE-Förderung (Touristisches Infrastrukturprogramm) 287 400 Euro. Der Vorsteuerabzug für die Tourist-Info wurde mit 215.000 Euro berechnet.

Nicht unerwähnt blieben die Kosten aus dem Wettbewerbsverfahren aus den Jahren 2013/2014. Rechnet man diese Kosten in Höhe von 126.500 Euro sowie die Kosten für Machbarkeitsstudien, geotechnische Untersuchungen und Vorplanungen aus den Jahren 2014 bis 2017 mit über 200.000 Euro dazu, verbleiben bei der Gemeinde über 5,6 Millionen Euro.

ga


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