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Radregion aufwerten

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Die Gemeinde Seeon-Seebruck unterstützt das Projekt »Klimaschutz durch Radverkehr«.

Seeon-Seebruck – Um die Frist des Förderantrags für das Radbegleitinfrastruktur-Projekt nicht zu versäumen, die am heutigen Samstag ausläuft, musste der Seeon-Seebrucker Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einen kurzfristigen Grundsatzbeschluss fassen, dass sich die Gemeinde an der Umsetzung des Projekts mit 126 000 Euro beteiligt.


Bürgermeister Martin Bartlweber bedauerte, dass die Entscheidung in Zeiten wie diesen keinen Aufschub bedarf. »Ich weiß, es ist ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt, aber das Projekt steht schon so lange auf der Agenda und ohne einen Ratsbeschluss können die für die Gemeinde geplanten Maßnahmen im Förderantrag nicht berücksichtigt werden.«

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Das Gemeinschaftsprojekt der 38 Gemeinden der Landkreise Traunstein und Rosenheim, das vom Chiemgau Tourismus gesteuert wird, wird vom Bund aus dem Programm »Klimaschutz durch Radverkehr« mit bis zu 75 Prozent bezuschusst. Abzüglich dieser in Aussicht gestellten Förderung würden auf die Gemeinde Seeon-Seebruck für die geplanten Maßnahmen in ihrem Gemeindegebiet rund 35 000 Euro entfallen. Die Standorte und deren mögliche Ausstattung wurden bereits im vergangenen Jahr mit der Tourist-Information Seebruck und dem beauftragten Projektbüro ermittelt. Wie es hieß, könnte nach einer Förderzusage im Herbst mit dem Umsetzungsbeginn des Projekts gerechnet werden.

Mit diesem Projekt soll die Informations- und Serviceinfrastruktur sowohl im Sinne des touristischen Verkehrs als auch des Alltagsradverkehrs etwa mit Rastplatzanlagen, Radservicestationen, Info-Points oder Ladestationen für E-Bikes aufgewertet werden. Zu den geplanten Standorten im Gemeindegebiet zählt auch der Ortsteil Graben in Seebruck. Hier soll eine WC-Anlage durch eine neue ersetzt werden. Der Neubau würde rund 90 000 Euro kosten und wäre somit der mit Abstand größte Posten.

Nachdem diese WC-Anlage unmittelbar an das Gemeindegebiet Chieming grenzt und die Gemeinde Chieming gewissermaßen der größere »Nutznießer« wäre, hatte Sepp Daxenberger (CSU) im Vorfeld Bürgermeister Bartlweber darum gebeten, mit der Gemeinde Chieming dahingehend ein Gespräch zu führen, inwieweit sie sich an der WC-Anlage beteiligen könnte. Dass dieses Gespräch mit der Nachbargemeinde nach Angaben von Bürgermeister Bartlwerber aus Zeitgründen noch nicht geführt werden konnte, kritisierte Daxenberger scharf. Es wäre wichtig gewesen, zu wissen, ob sich die Gemeinde daran beteiligt, sagte Daxenberger. Er lehnte deshalb den Beschlussvorschlag, sich an der Umsetzung des Projekts mit rund 126 000 Euro zu beteiligen und die Mittel im Haushaltsplan 2021 vorzusehen, ab. Franz Wörndl (CSU) sprach sich dagegen aus. Alle anderen Gemeinderäte stimmten dafür. ga


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