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Nach Seebruck sollen auch Seeon und Truchtlaching »Luftkurorte« werden

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Möwen genießen die Morgensonne am Chiemsee. Nach Seebruck sollen nun auch die Ortsteile Seeon und Truchtlaching das Prädikat »Luftkurort« erhalten.

Seeon-Seebruck – Der Gemeinderat Seeon-Seebruck hat sich darauf verständigt, für alle drei Ortsteile das Prädikat »Luftkurort« zu beantragen. »Wir sind eine Gemeinde und deshalb sollte das Prädikat auch für alle drei Ortsteile gelten«, sagte Rudolf Mayer (FW).


Bürgermeister Bernd Ruth (CSU) begrüßte die einvernehmliche Entscheidung des Gemeinderats: »Ich finde schon, dass es ein wichtiges Prädikat ist.« Bislang genießt lediglich Seebruck das »Luftkurort«-Prädikat. Die Ortsteile Seeon und Truchtlaching tragen bisher nur das rangniedere Prädikat »Erholungsort«.

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Nach dem für Seebruck im nächsten Jahr eine Überprüfung des »Luftkurort«-Prädikats anstehen wird, hatte das Team der Tourist-Information den Wunsch geäußert, das Prädikat auch für die Orte Truchtlaching und Seeon zu beantragen, um die Attraktivität als Tourismusgemeinde zu steigern und vor allem auch um die Lebensqualität der einheimischen Bevölkerung zu stärken. Die Messungen, die über einen Zeitraum von etwa einem Jahr an mehreren Standorten im Gemeindegebiet durchgeführt werden sollen, kosten die Gemeinde rund 14 000 Euro. Dieser Betrag soll im Haushalt 2019 eingestellt werden.

Nach Angaben der Verwaltung gibt es in Bayern aktuell 267 »Erholungsorte« und 88 »Luftkurorte«. Zu den »Luftkurorten« in der Umgebung zählen Übersee, Bernau, Rimsting und Grassau und zu den »Erholungsorten« Gstadt, Chieming und Grabenstätt. Für eine Prädikatisierung sprächen sowohl Vor- und Nachteile. Ein Vorteil sei, dass die Gemeinde einen Kurbeitrag erheben könne und die touristische Bewerbung höherwertig sei.

Ein Nachteil ist, dass unsicher ist, ob sich bei den Luftmessungen die nötigen Standards überhaupt erreichen ließen. Bei der Messung in Seebruck 2010 seien die Werte nur knapp erreicht worden. Nach Aussagen der Leiterin der Tourist-Information, Anna Esterlechner, habe das Prädikat »Luftkurort« bei den Gästen nicht mehr den Stellenwert wie früher. Eine klare Abgrenzung zwischen einem »Erholungsort« und einem »Luftkurort« sei für den Gast nicht sichtbar.

Einig war sich das Gremium auch darüber, den Ausschuss für Tourismus und Infrastruktur bis zu den nächsten Kommunalwahlen vorerst ruhen zu lassen. Das Gremium soll vorerst nicht aufgelöst, nach den Wahlen dann aber anders aufgestellt werden.

Grünes Licht erteilte der Rat auch der Aufstellung eines Teilflächennutzungsplans »Kiesabbau«. Darin sind Flächen für den Kiesabbau dargestellt, die die Wirkung von Konzentrationszonen haben und einen Kiesabbau an anderer Stelle im Gemeindegebiet regelmäßig unzulässig machen. Als Konzentrationszonen sollen die vom Ingenieurbüro »Aquasoli« in Untersuchungen ermittelten Flächen im Bereich von Steinrab und Eglhart ausgewiesen werden.

Bis zur angekündigten Neuregelung unverändert bleiben sollen die Realsteuerhebesätze für die Grund- und Gewerbesteuer. Obwohl sich die Gemeinde Seeon-Seebruck hinsichtlich der Höhe der Realsteuerhebesätze im Landkreis-Ranking auf einem hinteren Mittelfeldplatz befindet, sprach sich der Gemeinderat für die Beibehaltung des derzeitigen Hebesatzes von 330 von Hundert aus. Somit ergeben sich für die Berechnung der Grundsteuer (A und B) sowie der Gewerbesteuer vorerst keine Änderungen.

Von der Kämmerei wurden auch die Summen der an die Regierung von Oberbayern vorgelegten Verwendungsnachweise im Rahmen der Städtebauförderung (ISEK) bekannt gegeben. Für ISEK-Maßnahmen in Seebruck in Höhe von rund 160 000 Euro erhält die Gemeinde einen Zuschuss von 75 900 Euro. Für die errechneten Gesamtkosten für die sogenannten Faunistischen Kartierungen in Höhe von 32 800 Euro liegt der Zuschuss bei 19 000 Euro.

Mit einem Blumenstrauß bedankte sich Bürgermeister Ruth bei Gemeinderätin Christine Eglseer (CSU) für die Organisation des Schulweghelfer-Projekts in Seeon und Truchtlaching. Eglseer und der Familienbeauftragten Renate Huber sei es gelungen, zwei Schulungsveranstaltungen zu organisieren und zahlreiche ehrenamtliche Helfer zu aktivieren, lobte der Bürgermeister. ga


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