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Nach Rückzug des Bürgermeisters: Gemeinde Seeon-Seebruck nicht führungslos

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Seeon-Seebruck: Nach Rückzug des Bürgermeisters: Gemeinde nicht führungslos
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Der noch amtierende Bürgermeister der Gemeinde Seeon-Seebruck, Bernd Ruth, hat seinen Urlaub unterbrochen, um die Verwaltung in der Corona-Krise zu unterstützen. Der 54-jährige Roithamer hat es bei den Kommunalwahlen nicht geschafft, sich gegen Martin Bartlweber von den Freien Wählern durchzusetzen. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – Um Spekulationen entgegenzutreten: Die Gemeinde Seeon-Seebruck ist nicht führungslos. Auch wenn der noch amtierende Bürgermeister Bernd Ruth nach seiner Wahlniederlage erklärt hatte, dass er das Rathaus nie mehr betreten und seinen Anspruch auf seine restlichen Urlaubstage geltend machen werde.


Aufgrund der derzeitigen Ausnahmesituation haben sich Ruth und seine Stellvertreterin Martha Gruber (FW) jedoch darauf verständigt, dass Ruth regelmäßig mit dem Geschäftsführer Dominik Huber Kontakt hält und sich Gruber auf das durch die Ausrufung des Katastrophenfalls reduzierte Tagesgeschäft konzentriert. »Ich werde die Gemeinde jetzt nicht im Stich lassen und sehe mich in der Pflicht über den Wahltag hinaus, dass es mit der Gemeinde gut weitergeht«, bestätigte Ruth gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt.

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Der Schock nach seiner Wahlniederlage sitzt bei dem 54-Jährigen weiterhin tief. »Für mich ist am Sonntag eine Welt untergegangen«, gibt er ehrlich zu. Er habe für sich gedacht: »Das Amt und ich passen super zusammen, aber die Leute sehen das anders.«

Wie berichtet, unterlag der amtierende Bürgermeister von der CSU mit 46,4 Prozent seinem Mitbewerber Martin Bartlweber von den Freien Wählern (53,6 Prozent). In seiner Niederlage sieht er sein großes Maß an Engagement mit Füßen getreten. Auch unter dem Gesichtspunkt, dass die in den vergangenen Jahren im Gemeinderat gefassten Beschlüsse eine 98-prozentige Zustimmung erfahren hätten. »Wir haben den Rathausneubau, der im Dreck gesteckt ist, zu einem Vorzeigeprojekt gemacht, die Klinik in Seebruck neu geordnet, drei gastronomische Betriebe neu besetzen können und zu all diesen und weiteren Themen Informationsveranstaltungen gemacht. Und bei uns dürfen in der Gemeinderatssitzung sogar die Betroffenen zu Wort kommen. Das gibt es kaum in einer anderen Kommune.« Aber all das sieht Ruth nun nicht gewürdigt, wie er enttäuscht sagt.

Auch bei brisanten Themen, wie der Alzbrücke und Kiesabbau, habe er ausschließlich zum Wohle der Gemeinde gehandelt. »Wir haben alles getan, um die Bevölkerung einzubinden und sie zu informieren, um der viel gepriesenen Bürgernähe auch Rechnung zu tragen«, erklärt Ruth. Dagegen sei er mit Leserbriefen torpediert worden, die gegen seine Arbeit sprechen und in den sozialen Medien beschimpft worden.

Auf Nachfrage teilte er mit, dass er sein Mandat als CSU-Gemeinderat nicht antreten werde. Die CSU stellt mit fünf Sitzen die stärkste Fraktion, die Freien Wähler Seeon und die Parteifreie Wählerschaft Truchtlaching je drei Sitze und die Freien Wähler Seeon zwei Mandate. Neu in den Gemeinderat einziehen werden Bündnis 90/Die Grünen mit drei Sitzen.

Unterdessen spitzt sich aufgrund der Corona-Krise auch in der Chiemsee-Gemeinde die Lage zu und die Gemeindeverwaltung steht täglich vor neuen Herausforderungen. »Wir müssen jeden Tag neu entscheiden und auf Sicht bleiben«, sagt Geschäftsführer Dominik Huber gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt. Das Rathaus und die Touristinformation sind für den Publikumsverkehr geschlossen. Zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses ist aber eine telefonische Erreichbarkeit sichergestellt. Ebenso ist die Behandlung von schriftlichen Anfragen per Post, Fax oder E-Mail sichergestellt. In dringenden Fällen sind Termine nur nach vorheriger Terminvereinbarung ausnahmsweise möglich. Bei Trauungen darf nur noch das Brautpaar anwesend sein.

Geschlossen sind mittlerweile auch alle gemeindlichen Einrichtungen, die Freianlagen aller gemeindlichen Badeplätze, Spielplätze, die Kirchner-Galerie in Seebruck und das Keltengehöft in Stöffling. Während auch die Containerstandorte in Seeon und in Seebruck mittlerweile ebenfalls geschlossen sind, bleibt der Wertstoffhof in Truchtlaching vorerst mit einem eingeschränkten Notbetrieb geöffnet. Alle gemeindlichen und touristischen Veranstaltungen wurden abgesagt. Ebenso entfallen alle Veranstaltungen der gemeindlichen Arbeitskreise sowie die Angebote des Quartiermanagements.

Ein großes Fragezeichen steht noch hinter der offiziellen Saisoneröffnung der Segler am 1. April. Insgesamt 700 Schiffe müssen nach Angaben von Hafenmeister Richard Friedrich in den gemeindlichen Hafenanlagen zu Wasser gelassen werden. ga


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