Mückenplage ungeahnten Ausmaßes in Seebruck

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Mücken über Mücken verleiden Einheimischen und Urlaubern zurzeit in der Gemeinde Seeon-Seebruck den Aufenthalt im Freien. Foto: dpa

Seeon-Seebruck – Die Gemeinde wird in diesen Tagen nach Augenzeugenberichten von einer Mückenplage ungeahnten Ausmaßes heimgesucht. In so großer Zahl seien die Plagegeister, wie der einhellige Tenor lautet, schon lange nicht mehr über den Ort hergefallen. Im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt bezeichnete zweiter Bürgermeister Norbert Maier die Lage schlicht und ergreifend als »katastrophal«.


In der Bürgerschaft macht sich Unruhe breit. Augenzeugen erzählen, dass man sich kaum mehr im Freien aufhalten könne. Bedrängt von Mückenschwärmen, die schier nicht mehr enden wollen, bekomme man keine ruhige Minute geschenkt. Man könne die Plagegeister nicht mehr aushalten, ständig seien sie überall. Besonders unangenehm sei der Aufenthalt in der Nähe des Chiemsees – und damit vor allem auch in Seebruck. Wer sich trotzdem ans Ufer wage, bekomme Stiche über Stiche.

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Einheimische wie Urlauber leiden laut eigenen Angaben gleichermaßen unter der Mückenplage. Arg gebeutelt von den kleinen, lästigen, stetigen Begleitern mehrt sich nun die Kritik, dass Seeon-Seebruck im vergangenen Jahr aus der gemeinsamen Mückenbekämpfung mit den anderen Gemeinden am Chiemsee ausgestiegen ist und über den Abwasser- und Umweltverband (AUV) Chiemsee vom Hubschrauber keinen Wirkstoff mehr abwerfen lässt.

Den »Bacillus Thuringiensis Israelensis« (BTI) setzt der AUV ein, um die Larven der Plagegeister zu bekämpfen. Wenn sie überhand nehmen, dann lässt der AUV den Hubschrauber fliegen, der dann das BTI über den Gemeinden abwirft, die sich an der Aktion beteiligen – und die sie auch bezahlen. Seeon-Seebruck meidet er jetzt aber. Im März 2019 hatte der Gemeinderat mehrheitlich entschieden, aus der gemeinsamen Mückenbekämpfung auszusteigen – was damals schon zu Diskussionen führte, die jetzt wieder aufflackern.

Die Plage habe sich jetzt zugespitzt, so Maier, weil die Mücken »ideale Bedingungen« für eine Vermehrung vorfinden. Zum einen habe das Hochwasser Anfang des Monats zu Überschwemmungen geführt. Zum anderen seien die Temperaturen gestiegen. Feuchtigkeit und Wärme ließen die Population der Plagegeister laut Maier stark anwachsen.

Der Gemeinde Seeon-Seebruck seien, so der zweite Bürgermeister, durch den Beschluss des Rates im vergangenen Jahr die Hände gebunden. Angesichts der Lage sieht Maier durchaus Handlungsbedarf für die Kommune, ein Eingreifen sei jedoch nicht möglich. Gleichwohl meint der zweite Bürgermeister, dass der Gemeinderat nicht umhin kommen werde, den Ausstieg aus der gemeinsamen Mückenbekämpfung mit den anderen Chiemseegemeinden auf den Prüfstein zu stellen. »Der Gemeinderat muss sich mit diesem Thema auseinandersetzen«, sagte Maier.

Der zweite Bürgermeister verweist darauf, dass die anderen Chiemseegemeinden dieser Tage BTI eingesetzt hätten. Die Mückenplage sei in diesen Kommunen zurückgegangen, auch wenn sie nicht völlig beseitigt worden sei.

Dem Vertreter von Martin Bartlweber bleibt, wie er sagt, zurzeit nichts anderes übrig, als den Einheimischen und Urlaubern zu raten, das Verhalten der Situation anzupassen. So empfiehlt er etwa, die Haut zu bedecken oder aber auch Duftstoffe zu verwenden, die die Mücken abschrecken. pü


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