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Möglichkeiten von Verkehrsbeschränkungen

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Seeon-Seebruck: Möglichkeiten von Verkehrsbeschränkungen
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Auf der der Aubergstraße wird nach Angaben der Anlieger zu schnell gefahren. Sie fordern eine 30-km/h-Zone. Bevor eine Entscheidung gefällt wird, möchte der Gemeinderat aber noch eine Verkehrsschau mit der Polizei im Frühjahr abwarten. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – In der Diskussion um Geschwindigkeitsbeschränkungen in der Gemeinde Seeon-Seebruck einigte sich der Gemeinderat auf Vorschlag von Bürgermeister Bernd Ruth darauf, die Möglichkeiten von Verkehrsbeschränkungen im gesamten Gemeindegebiet zu bündeln und ein Konzept zu erstellen. »Wir werden ein Konzept herrichten und es in der ersten Sitzung nach der Sommerpause dem Gemeinderat vorstellen«, versprach Ruth. Zudem kündigte Sepp Daxenberger (CSU) an, im Herbst einen Antrag für eine Gesamtlösung des Aubergs in Truchtlaching einzureichen.


In der Gemeinde häuften sich zuletzt die Bürgeranträge auf Geschwindigkeitsbeschränkungen. Für die Ortsmitte von Seebruck und den Auberg in Truchtlaching fordern die Bürger eine 30er-Zone und für den Klosterweg in Seeon ersatzweise für eine Geschwindigkeitsbeschränkung die Anordnung einer geschlossenen Ortschaft.

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Im Bereich zwischen Seebruck und Lambach hatte auch die Gemeinde eine Geschwindigkeitsreduzierung beantragt. Eine im Juni vorgenommene Verkehrsschau mit der Unteren Verkehrsbehörde, dem Staatlichen Bauamt Traunstein und der Polizei brachte aber nicht das gewünschte Ergebnis. Die Auffassung der Gemeinde, dass der Bereich zwischen westlichen Ortsende von Seebruck und dem Kreisverkehr Malerwinkel eine gefährliche Rennstrecke darstellt, teilen die Vertreter der Fachstellen nicht. Die Einschätzung der Gemeinde könne anhand der Unfallzahlen nicht bestätigt werden, heißt es in einem Schreiben der Unteren Verkehrsbehörde. Dem Antrag könne deshalb nicht entsprochen werden. Auch eine saisonale Geschwindigkeitsbeschränkung wird von der Behörde nicht befürwortet.

Dem Bürgerantrag, im Bereich der Seebrucker Ortsmitte eine Tempo-30-Zone anzuordnen, stehen die Behörden grundsätzlich neutral gegenüber. Hier wäre die Gemeinde als örtliche Verkehrsbehörde zuständig. In Frage gestellt wird jedoch, ob sich die Verkehrsteilnehmer auch an die Anordnung halten. Auch eine entsprechende Kontrolle würde sich schwierig gestalten. Vor dem Erlass einer entsprechenden verkehrsrechtlichen Anordnung müsste noch eine formelle Anordnung der Polizei und der Unteren Verkehrsbehörde erfolgen. Von der Anordnung betroffen wären die Römerstraße, die Straßen Am Anger und Am Seefeld sowie der Lärchen- und Bedaiumweg, die Wopfnerstraße und der Felix-Dahm- und Karl-Raupp-Weg.

Den Antrag auf Erlass einer Geschwindigkeitsbegrenzung für den Klosterweg (Kreisstraße TS 22) in Seeon beziehungsweise zu einer ersatzweisen Anordnung einer geschlossenen Ortschaft lehnt die Verkehrsbehörde ab. Die örtlichen Gegebenheiten sowie das geringe Verkehrsaufkommen stünden dem entgegen, erklärt die Behörde. Auch zwischenzeitlich durchgeführte Verkehrszählungen und Geschwindigkeitskontrollen hätten zu keiner anderen Entscheidung Anlass gegeben.

Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit wurde bei der Einmündung der TS 22 in die Staatsstraße 2094 kürzlich ein Stopp-Schild angebracht. Die Gemeinde vertritt jedoch die Auffassung, dass aufgrund des in diesem Bereich fehlenden Gehweges und einer Unübersichtlichkeit dringender Handlungsbedarf bestehe. Diese Gefahrenquelle hat auch die Freie Wählergruppe Seeon auf den Plan gerufen, in der Gemeinde einen Antrag auf eine zeitlich begrenzte Geschwindigkeitsreduzierung einzureichen. Auslöser des Antrags war die derzeitige Baumaßnahme im Bereich des Klosterparkplatzes, die vor allem für Fußgänger beim Überqueren der Staatsstraße zu beträchtlichen Gefährdungen führe. Auch dieser Antrag, wurde an die Untere Verkehrsbehörde weiter geleitet. Wie Bürgermeister Ruth mitteilte, sei diese zu dem Entschluss gelangt, dass nach Rücksprache mit dem Straßenbauamt und der Polizei für die Zeit der Bauarbeiten eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 40 km/h angeordnet werden könne. Die entsprechende Beschilderung sei zwischenzeitlich bereits umgesetzt worden. Von der Freien Wählergruppe wurde in diesem Zusammenhang aus das »wilde« Parken entlang der Staatsstraße 2094 (Baumallee) kritisiert. Ob auch hier eine Beschilderung in Form eines Halteverbotes möglich wäre, soll noch nachgeforscht werden.

Eine kontroverse Diskussion entwickelte sich bezüglich des Bürgerantrags, im Bereich des Aubergs sowie in den Wohngebieten Kreuzbichl I und II eine Tempo-30-Zone einzuführen. Davon betroffen wären die Aubergstraße, der Samermoosweg, die Kreuzbichlstraße, der Quellweg, die Sonnleitenstraße, die Wiesäckerstraße, der Fraueneichweg, die Brunnäckerstraße sowie die Hochöder Straße, der Bergweg und die Dorfstraße. Die Gemeinde vertritt hier die Auffassung, dass aufgrund der fraglichen Akzeptanz sowie der nur äußerst sporadisch möglichen Kontrollen von einer Tempo-30-Zone abgesehen werden sollte. »Wir können das schon machen, aber wer kontrolliert es?«, warf Ruth in die Diskussion. Nach Auffassung von Sepp Daxenberger sei beim Auberg ein grundsätzliches Umdenken notwendig, um den Bereich verkehrssicherer zu machen. »Wir müssen die Verkehrsströme in Richtung Sportheim legen und bei der Kapelle gehört eine Barriere hin«, forderte Daxenberger. Gleichzeitig kündigte er an, im Herbst einen Antrag für eine Gesamtlösung des Aubergs einzureichen. 2. Bürgermeisterin Martha Gruber (FW) unterstützte Daxenbergers Forderung. »Eine Gesamtlösung ist schon gut, aber wir müssen jetzt gleich reagieren entweder mit 30 oder Rechts vor Links«, so Gruber. »Wir müssen eine klare Linie reinbringen und einen Schilderwald vermeiden«, forderte Josef Freiwang (CSU). Er sprach sich ganz klar für eine Rechts-vor-Links-Regelung aus. Auch Hans Huber (FW) plädierte für eine solche Regelung, weil der Verkehrsteilnehmer durch ein langsameres Fahren automatisch besser aufpasse. Andreas Dorn (FW) forderte, bei einer Großlösung auch die Nadelöhre im Dorf zu beseitigen. Grundsätzlich stellte er heraus: »Ich würde jede Entschleunigung gerne wahr nehmen, um damit insgesamt die Dominanz des Verkehrs zu brechen.

In einer Verkehrszählung soll jetzt auch eruiert werden, wie viel Verkehr aktuell täglich durch Seeon fließt. Sobald das Ergebnis vorliegt, soll nochmal an die Untere Verkehrsbehörde herangetreten werden, die keine  Notwendigkeit in einer von Sepp Binder geforderten Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h sieht. Nach Aussagen von Binder habe vor allem der Lkw-Verkehr zugenommen. »Die 40-Tonner fahren bis auf 30 Zentimeter an den Gartenzaun heran und beschädigen den Gehweg«, kritisierte Binder. Da auch die Behörde fordert, das angeblich höhere Verkehrsaufkommen mit Zahlen zu belegen, soll jetzt auf Anregung von Gemeinderat Martin Bartlweber (FW) das gemeindliche Verkehrszählgerät aufgestellt werden. ga