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Krise legt nicht nur Tourismus lahm: Den Betrieben muss geholfen werden

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Seeon-Seebruck: Corona-Krise legt Tourismus und Betriebe lahm – Gemeinde will helfen
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»So etwas gab es noch nie – Saisonstart am Chiemsee und der ganze Yachthafen ist ohne Boote!« So kommentierte Matthias Ziereis von der Tourist-Information das Foto vom leeren Yachthafen in Seebruck. Aufgrund der Corona-Krise konnten in den gemeindlichen Hafenanlagen in Seebruck noch keine Schiffe zu Wasser gelassen werden. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – In diesen Tagen hätte auch für die Tourismusbetriebe in der Gemeinde Seeon-Seebruck die Saison begonnen. Am Yachthafen in Seebruck, wo sonst um die Zeit die Segelschiffe zu Wasser gelassen werden, herrscht jedoch gähnende Leere. Aber nicht nur die Segler bleiben wegen der Corona-Krise derzeit aus. Alle touristischen Betriebe in der Chiemsee-Gemeinde sind davon betroffen.


Viele Gäste haben bereits storniert. Gedanken darüber, wie die Gemeinde in Zeiten wie diesen nicht nur den touristischen Einrichtungen unter die Arme greifen könnte, hat sich auch der Ferienausschuss des Seeon-Seebrucker Gemeinderats in einer öffentlichen Sitzung gemacht.

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Angestoßen wurde die Diskussion von Rudolf Mayer (FW). Er schlug vor, der gemeindeeigenen Gastronomie, wie dem Hafenwirt und den Restaurants bzw. Kiosks in den Strandbädern, wegen der Umsatzeinbußen die Pacht zu erlassen.

Bürgermeister Bernd Ruth gab aber zu bedenken, dass dies allen anderen touristischen Betrieben gegenüber nicht gerechtfertigt wäre. »Wir müssen uns das gut überlegen, denn auch alle anderen Hotels, Gaststätten und Privatvermieter in der Gemeinde haben mit Umsatzeinbußen zu kämpfen.«

Angesichts dessen, dass auch die Handwerksbetriebe und Geschäfte in der Gemeinde derzeit mit existenziellen Herausforderungen konfrontiert werden, war sich das Gremium einig, grundsätzlich alle mit ins Boot zu nehmen: »Wir dürfen keinen Unterschied bei den Betrieben machen, egal wie sie aufgestellt sind«, forderte Franz Wörndl (CSU), der als Zuhörer in der Sitzung anwesend war.

Auch sein Fraktionskollege Sepp Daxenberger warnte davor, die Krise, durch die Betriebe und Arbeitsplätze in ihrer Existenz gefährdet seien, auf die leichte Schulter zu nehmen: »Leute, da bricht enorm was weg. Über solche Sachen müssen wir im Gemeinderat reden. Wir gehen in einen Krisenmodus, alles wird neu zu beurteilen sein«, sagte Daxenberger. Um seiner Bürgerpflicht nachzukommen, stehe der Gemeinderat, der sich ab 1. Mai neu formieren wird, vor großen Herausforderungen, so Daxenberger.

Wie dem Tenor des verkleinerten Gremiums zu entnehmen war, ist grundsätzlich der Wille da, die Betriebe unter Vorbehalt der staatlichen Hilfsprogramme in irgendeiner Weise zu unterstützen. Wie diese Unterstützung aussehen könnte, darüber wurde noch nichts Konkretes laut.

Mit welchen finanziellen Einbußen zu rechnen ist, wenn der Gast nicht kommt, schilderte Kämmerer Albert Lahner. Laut einer ersten Prognose, sei bei den Kurbeiträgen, die im Haushalt mit rund 80.000 Euro veranschlagt wurden, sowie bei den Parkplatzgebühren und Fremdenverkehrsbeiträgen mit deutlichen Rückgängen zu rechnen. Deutlich nach unten gehen werden auch die allgemeinen Gewerbesteuereinnahmen.

Gemeindefest abgesagt

In der Sitzung wurde auch bekannt gegeben, dass aufgrund der unvorhersehbaren Entwicklung der Corona-Krise das Gemeindefest anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Einheitsgemeinde Seeon-Seebruck auf Antrag der CSU-Fraktion abgesagt wurde. Das Gemeindefest war am 15. Juni im Rahmen des 100-jährigen Bestehens des Seebrucker Trachtenvereins geplant.

Ebenfalls verschoben wird die Verabschiedung der zum 30. April dieses Jahres ausscheidenden Gemeinderatsmitglieder. Die Verabschiedung soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Erfreulich war die Nachricht, dass der Kooperationsvertrag zum Ausbau des Breitbandausbauabschnitts VI (Höfebonus) fristgerecht unterzeichnet wurde. Auch der Zuwendungsbescheid der Regierung von Oberbayern sei dazu bereits in der Gemeindeverwaltung eingetroffen. ga


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