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Kiesgrube in Seeon schrumpft deutlich: Genehmigung für zwei Drittel aufgehoben

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Kiesgrube in Seeon: Landratsamt prüft Auswirkungen erneut – Projekt noch nicht vom Tisch
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Auf dieser Fläche links und rechts eines bestehenden Weges in Grünweg bei Seeon soll künftig Kies abgebaut werden. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – Der Genehmigungsbescheid für den Kiesabbau auf dem Gelände der Reitanlage Grünweg in der Gemeinde Seeon-Seebruck wird zum größten Teil aufgehoben. Das teilte das zuständige Landratsamt am Montag mit.


Nach der am 18. Juni erfolgten Abgrabungsgenehmigung für die Kiesgrube in »Grünweg« habe Kreisrat Sepp Daxenberger beim Landratsamt interveniert und eindringlich auf die Auswirkungen auf das Landschaftsbild sowie auf die ökologische Bedeutung des Bansees hingewiesen. Auch Bürgermeister Martin Bartlweber bekräftigte dieses Argument, wie es in der Pressemitteilung heißt.

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Das Landratsamt habe das Gebiet um den See daraufhin nochmals intensiv geprüft. Dabei sei verstärkt die besondere Ortskenntnis von Bürgern aus Seeon-Seebruck eingebunden worden.

Bei der Prüfung habe man festgestellt, dass der Bansee einen Toteiskessel bilde. Südlich des Verbindungswegs nach Pavolding ist der Toteiskessel bislang unberührt. Dementsprechend habe das Landratsamt die Abgrabungsgenehmigung für diesen Bereich aufgehoben. Toteiskessel sind geologische Verschüttungen, die beim Zurückweichen der Gletscher entstanden sind. Zum Teil haben sich durch das Schmelzen des Gletschereises auch Toteisseen gebildet.

Die Prüfung, ob solche Toteisflächen bestehen, sei kein üblicher Bestandteil einer Antragsprüfung für Kiesabbauflächen, heißt es in der Mitteilung aus dem Landratsamt. Toteiskessel bzw. Toteislöcher seien als wichtige Landschaftsbestandteile nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz besonders geschützt. Ein Kiesabbau an einer solchen Stelle sei daher nicht zulässig.

Der Genehmigungsbescheid werde laut Landratsamt daher für den südlichen Teil aufgehoben. Dabei handele es sich um zwei Drittel der beantragten Abbaufläche.

Für den nördlichen Teil bleibe die Genehmigung bestehen. Dabei handele es sich um ein Drittel der Abbaufläche. In diesem nördlichen Bereich habe in der Vergangenheit seit den 1960er Jahren bereits Kiesabbau stattgefunden, so das Landratsamt.

Die Abbauzeit für die nun genehmigte nördliche Fläche betrage etwa zwei Jahre – für den nicht mehr genehmigten südlichen Teil hätte sie acht weitere Jahre betragen. Das Landratsamt weist darauf hin, das es sich bei Genehmigungen solcher Art um umfassende rechtsstaatliche Verfahren handel. Maßgeblich seien dabei nicht politische Entscheidungen, sondern stets Gutachten und Stellungnahmen von Fachbehörden. So sei es auch in diesem Verfahren gewesen. fb

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