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Kiesabbau und Wohnprojekt Ischl

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Im ehemaligen »Harrecker-Anwesen« in Ischl in der Gemeinde Seeon-Seebruck sollen Wohnungen entstehen und ausschließlich an Einheimische vermietet werden. Während das Wohnhaus saniert wird, muss das Gewölbe des ehemaligen Stalls neu gebaut werden. Bauherr und Investor ist die Gemeinde Seeon-Seebruck.

Seeon-Seebruck – Die Flächen, die jetzt für den Kiesabbau in Seeon-Seebruck festgelegt werden sollen, sind nach Auffassung der Grünen im Gemeinderat immer noch zu groß. Deshalb stimmten Angelika Wolferstetter und Toni Mayer in der jüngsten Gemeinderatssitzung gegen den Entwurf des Flächennutzungsplans. Alle anderen Gemeinderäte erklärten sich mit der Änderung des Flächennutzungsplans »Sachlicher Teilflächennutzungsplan Konzentrationszonen Kiesabbau« einverstanden.


Das im Juli 2018 eingeleitete Änderungsverfahren wurde im Oktober 2020 im Gemeinderat noch einmal überarbeitet, die Abwägungsvorschläge sind jetzt vom Ingenieurbüro aquasoli berücksichtigt worden. Mit diesem Planentwurf, den Christine Pöschl vom Ingenieurbüro dem Gemeinderat vorstellte, und dem Mehrheitsbeschluss geht das Verfahren jetzt in die zweite Auslegung. Dass die Gesamtfläche in Eglhart und Steinrab von 26,3 auf knapp 20 Hektar reduziert wurde, ist den Grünen immer noch zu wenig: »Für mich ist die Fläche immer noch zu viel, deshalb bin ich nicht dabei«, so Mayer. Wolferstetter hatte die Planung aus denselben Gründen abgelehnt.

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Laut Pöschl sei auf Antrag eines Grundbesitzers der südöstliche Bereich der Fläche in Eglhart herausgenommen worden. Dadurch stünden im Niereiterfeld jetzt nur noch von 12,25 Hektar zur Verfügung. Mit der Fläche in Steinrab liege die Gesamtfläche bei 19,92 Hektar. Des Weiteren sei die Belastung des Schwerverkehrs ermittelt worden. Laut einer groben Ermittlung für die nächsten 25 bis 30 Jahre, sei pro Arbeitstag von 42 Fahrten bei beiden Feldern (Eglhart und Steinrab) auszugehen.

Ohne längere Diskussion wurden auch die Stellungnahmen der Behörden und der Öffentlichkeit sowie die Abwägungsvorschläge der Verwaltung zur Flächennutzungsplanänderung beziehungsweise der Satzungsbeschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplans für das geplante Wohnprojekt in Ischl einstimmig abgesegnet. Dass für das geplante Projekt auch die Höhere Landesplanungsbehörde der Regierung von Oberbayern »grünes Licht« erteilt hat, ist für das Vorhaben auch hinsichtlich einer Förderung wichtig: »Gott sei Dank haben wir eine positive Stellungnahme bekommen«, freute sich Bürgermeister Martin Bartlweber (FW). Die Gemeinde wird bei diesem Projekt das staatliche Wohnraumförderprogramm in Anspruch nehmen und hat auch schon den Förderantrag bei der Regierung von Oberbayern eingereicht.

Wie mehrfach berichtet, tritt sie bei diesem Projekt als Investor und Bauherr auf. Das Wohnprojekt sieht vor, in das Wohn- und Wirtschaftsgebäude des »Harrecker-Hofs«, den die Gemeinde vor Jahren gekauft hat, elf Wohnungen einzubauen – nur für Einheimische. Während das Wohnhaus saniert wird, muss das Gewölbe des Stalls neu aufgebaut werden. Zudem sind auf einem freien Grundstück ein Sechs- und ein Vier-Familien-Haus geplant. Das Gesamtensemble soll sich dem dörflichen Charakter anlehnen, zu dem auch ein Bundwerkstadel gehört, über dessen Nutzung aber noch diskutiert werden muss.

Dass es auch Kritiker gibt, wurde in der Stellungnahme von Gerd Raepple aus Seeon deutlich. Er wirft der Gemeinde eine »nicht gerechtfertigte und unsinnige Planung« vor. Die Kombination Ausbau eines Hofgebäudes und Neubau sei eine Fehlentwicklung. Er forderte die Gemeinde auf, das Projekt zu den Akten zu legen.

Auch in Ischl stieß das Projekt unter anderem wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens nicht überall auf Gegenliebe. Auf Nachfrage von Angelika Wolfertstetter, wie es mit der Kommunikation zwischen Ischlern und Gemeinde bestellt sei, teilte Bartlweber mit, er habe nichts Negatives mehr gehört. Wann mit den ersten Maßnahmen des Sechs-Millionen-Euro-Projekts begonnen werden kann, wurde nicht gesagt. Laut letzten Informationen muss die Gemeinde zunächst die Förderbewilligung abwarten. Sobald ein positiver Bescheid vorliegt, soll ein Architektenwettbewerb ausgelobt werden.

ga


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