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Kiesabbau in Seeon im Eilverfahren nun doch gestoppt – Firma muss Arbeiten niederlegen

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Die Firma, die in Grünweg Kies abbaut, hat bereits im Juli mit den Arbeiten begonnen.

Seeon-Seebruck – Nach langem Hin und Her wurde der Kiesabbau am Grünweg in Seeon nun doch zumindest vorläufig gestoppt: Das Verwaltungsgericht München hat am Dienstag nun doch dem Eilantrag des klagenden Umweltschutzverbands stattgegeben, nachdem Mitte August das Eilverfahren im Eilverfahren zurückgewiesen wurde.


Nach der Entscheidung des Verwaltungsgerichts vom Dienstag darf die zuständige Firma, die bereits im Juli mit dem Kiesabbau beginnen konnte, bis zur endgültigen Entscheidung im Klageverfahren keinen weiteren Kies nahe der Reitanlage Grünweg östlich des Bansees abbauen.

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Das Kiesabbaugebiet liegt etwa 50 Meter entfernt von naturschutzrechtlich besonders geschützten Gebieten, darunter einem Fauna-Flora-Habitat und einem Vogelschutzgebiet.

Laut Angaben eines Gerichtssprechers war im Genehmigungsverfahren nicht ausreichend ermittelt und geprüft worden, ob sich in den lichtarmen Jahreszeiten aufgrund künstlicher Lichtquellen schädliche Einwirkungen auf die Pflanzen- und Tierwelt ergeben. Denn der Abbauplan sieht den Kiesabbau werktags zwischen 6 und 20 Uhr vor und damit auch zu dunklen Tageszeiten. Außerdem hat das Landratsamt Traunstein die während der Abbauphase zwingend erforderliche Grundwasserüberwachung nicht deutlich genug angeordnet. Es bleibt auch unklar, ob und inwieweit geschützte Gehölze gerodet werden sollen.

Weitere Gründe sah das Gericht nicht als erwiesen an. Gegen den Beschluss können nun der Freistaat Bayern und das Kiesabbauunternehmen innerhalb von zwei Wochen Beschwerde einlegen.

Trotz der ersten Entscheidung mit Ablehnung des vorläufigen Baustopps vor mehreren Wochen zeigte sich der Umweltschutzverband Alztal und Umgebung e.V. (UVA) bereits im August zuversichtlich: Das Verwaltungsgericht habe, wie der zweite Vorsitzende Gerd Raepple Mitte August unserer Redaktion mitteilte, »keines unserer Argumente bezüglich der Unrechtmäßigkeit der Kiesabbau-Genehmigung verworfen oder in Frage gestellt«. Es war lediglich das Eilverfahren im Eilverfahren zurückgewiesen worden, da bis zur Eilentscheidung keine weiteren nachhaltigen Beeinträchtigungen durch den bereits jetzt erfolgenden Kiesabbau zu erwarten waren – diese Stellung bezog das Landratsamt Traunstein vor Gericht.

Ein weiterer Bericht folgt.

red/fb


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