weather-image
21°

Keine sofortige Einstellung des Kiesabbaus

3.0
3.0
Bildtext einblenden
Die Arbeiten aufgenommen hat die Firma, die in Grünweg Kies abbauen will.

Seeon-Seebruck – Eine sofortige Einstellung des umstrittenen Kiesabbaus in Grünweg bei Seeon hat der Umweltschutzverband Alztal (UVA) nicht erreicht. Einem Antrag, die vom Landratsamt Traunstein erteilte Genehmigung unverzüglich außer Vollzug zu setzen, hat das Verwaltungsgericht München – wie Pressesprecher Martin Friedrich auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts mitteilte – nicht stattgegeben.


Eine Baufirma aus Eggstätt beabsichtigt, auf einer gepachteten Fläche nahe der Reitanlage Grünweg Kies abzubauen und ihn dann hauptsächlich im Eigenbedarf zu nutzen. Gegen das Vorhaben hat sich massiver Widerstand formiert (wir berichteten wiederholt).

Anzeige

Im Juni hat das Landratsamt Traunstein die Genehmigung erteilt. Auf Intervention seitens der Gegner hat die Behörde dann im Juli aus Naturschutzgründen den Bescheid zum größten Teil wieder aufgehoben. Die Genehmigung ist allein für rund ein Drittel der ursprünglich in Betracht gezogenen Fläche bestehen geblieben. Mittlerweile hat die Baufirma mit den Arbeiten begonnen.

Der Umweltschutzverband Alztal zweifelt an der Rechtmäßigkeit der vom Landratsamt Traunstein erteilten Kiesabbau-Genehmigung. Der UVA sieht Verstöße gegen Europa-, Bundes- und Landesrecht. Insbesondere bestehe die Gefahr, dass sich der Kiesabbau negativ auf die See- und Moorgebiete von Eggstätt bis Seeon auswirke. Ohne die zwingend erforderlichen Unschädlichkeitsnachweise habe die Behörde in der Kreisstadt grünes Licht gegeben.

Der UVA hat beim Verwaltungsgericht in München gegen die Genehmigung des Kiesabbaus Klage erhoben. Außerdem hat er das Gericht aufgefordert, sie in einem Eilverfahren außer Vollzug zu ersetzen. Diese beiden Verfahren seien, wie Friedrich mitteilt, anhängig. Zusätzlich habe der Umweltschutzverband Alztal »ein Eilverfahren im Eilverfahren« beantragt, um hier und jetzt, also unverzüglich, einen Abbaustopp zu erreichen – was das Verwaltungsgericht nun aber zurückgewiesen habe.

Die erste Kammer des Verwaltungsgerichts habe den Antrag des Umweltschutzverbands, »den Kiesabbau sofort bis zur Entscheidung über das Eilverfahren sofort zu untersagen, abgelehnt«, so der Pressesprecher. Grund hierfür sei, »dass das Landratsamt glaubhaft dargelegt hat, dass bis zur Eilentscheidung keine weiteren nachhaltigen Beeinträchtigungen durch den bereits jetzt erfolgenden Kiesabbau zu erwarten sind«.

Unabhängig von dieser »vorgezogenen Entscheidung« erfolge nach wie vor auch noch eine endgültige. »Eine Entscheidung über das Eilverfahren steht noch aus. Diese dürfte in den kommenden Wochen erfolgen«, so Friedrich.

Gericht hat »kein Argument verworfen«

Im Lager des Umweltschutzverbands ist man nach wie vor zuversichtlich. Das Verwaltungsgericht habe, wie Gerd Raepple, der zweite Vorsitzende, mitteilte, »keines unserer Argumente bezüglich der Unrechtmäßigkeit der Kiesabbau-Genehmigung verworfen oder in Frage gestellt«. pü


Mehr aus Seeon-Seebruck