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Keine der vier Alz-Brücken-Varianten überzeugt

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Archivfoto: Rasch

Seeon-Seebruck – Dass der Seeon-Seebrucker Gemeinderat mit der seitens des Staatlichen Bauamts Traunstein vorgeschlagenen Planung für eine neue Alzbrücke in Seebruck nicht einverstanden ist, wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung erneut zum Ausdruck gebracht. Wie unschwer zu überhören war, ist das Gremium mit keiner der vier Varianten glücklich. Vor allem Franz Wörndl (CSU) ließ seinem Ärger freien Lauf. Er sei maßlos enttäuscht von der Baubehörde. Fahrtechnisch sei keine der vier Varianten möglich, ist sich Wörndl sicher.


Auch Bürgermeister Bernd Ruth bekräftigte: »Uns gefällt keine der Varianten. Das können wir auf keinen Fall so stehen lassen.« Deshalb hat die Gemeinde jetzt ein Planungsbüro beauftragt, die Entwürfe zu überarbeiten und gegebenenfalls eine für die Gemeinde bessere Lösung zu finden.

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30 Bürger waren zur Sitzung gekommen

Um möglichst vielen Gemeindebürgern die Möglichkeit zu geben, die Pläne des Brückenneubaus zu studieren und sich über den aktuellen Sachstand zu informieren, wurde die Gemeinderatssitzung in den Bürgersaal in Truchtlaching verlegt. Rund 30 Zuhörer waren gekommen. Wie Ruth eingangs mitteilte, seien die Vorschläge des Staatlichen Bauamts, die wie berichtet, auch bereits bei einer Veranstaltung des CSU-Ortsverbands vorgestellt und intensiv diskutiert wurden, zunächst in einem kleinen Kreis von Gemeinderäten besprochen worden. »Es hat uns aber keine gefallen.«

Der Planungskorridor sei bei allen vier Varianten der gleiche. Bei der Variante eins mit einer sehr engen Kurve in Fahrtrichtung Traunstein und einem Schwenk in die Römerstraße, schlägt das Staatliche Bauamt einen beidseitigen Gehweg für Fußgänger und südlich der Brücke einen Radweg vor. In Richtung Traunstein ist unmittelbar nach der Brücke eine Querungshilfe eingezeichnet.

Variante drei von offizieller Seite bevorzugt

Die Variante zwei unterscheidet sich nur unwesentlich von der Variante eins. Hier ist auf der Nordseite kein Gehweg vorgesehen. Die Variante drei wäre nach Angaben des Bürgermeisters die von der Regierung von Oberbayern und vom Staatlichen Bauamt bevorzugte Variante. Hier würde beim Seehotel Wassermann ein Kreisverkehr entstehen, außerdem ein Rad- und Gehweg sowie Querungshilfen. Bei der Variante vier wäre in der Kurve am Seehotel Wassermann kein Kreisverkehr vorgesehen, dafür aber ein Kopfsteinpflaster, das den Verkehr stark abbremsen soll.

Durch die jetzt vorgelegten Pläne wären allerdings auch Grundstücke der Gemeinde und der Anlieger notwendig, die vom Bauherrn erworben werden müssten, zumal es sich um eine Staatsstraße handle. Einige Anlieger haben bereits anklingen lassen, »keinen Quadratmeter Grund dafür herzugeben«. Sie fordern eine Brücke, die dem Wohle der Allgemeinheit dienen und nicht dem Verkehr Tür und Tor öffnen sollte. Wie berichtet, soll es für die neue Brücke keine Tonnagen-Beschränkung geben.

Brücke rund 16 Meter breit

Das Brückenbauwerk selbst – hier gibt es bislang noch keine konkreten Gestaltungspläne – soll insgesamt rund 16 Meter breit werden und rund elf Meter nach Norden erweitert die Alz überqueren. Die Verlagerung nach Norden wird deshalb angestrebt, um während des Neubaus der Brücke die jetzige Brücke für den Verkehr aufrechtzuerhalten. Nach letzten Informationen soll mit dem Brückenneubau in drei Jahren begonnen werden. Die Gemeinde ist deshalb jetzt gefordert, einen Kompromiss zu suchen und finden. Man hofft jetzt darauf, durch das von der Gemeinde eingeschaltete Planungsbüro eine verträglichere Lösung zu finden.

Dazu sei es nach Auffassung der zweiten Bürgermeisterin Martha Gruber zunächst Geschlossenheit im Ratsgremium notwendig, um später dann auch die Bürger in eine endgültige Entscheidung mit einzubeziehen. Die Befürchtung von Norbert Maier (FW), dass die Gemeinde damit rechnen müsse, im Zuge der Planung weitere Kompromisse einzugehen, teilte der Bürgermeister nicht: »Wir sind bisher nur Kompromisse eingegangen. Einmal muss Schluss sein.«

Sepp Daxenberger (CSU) warnte vor voreiligen Aussagen: »Bis jetzt haben wir noch nichts von unserem Planer.« Die Brücke am angestammten Platz zu errichten, sei für ihn ohnehin ein schwerwiegender Fehler, sagte Daxenberger. Er sei nach wie vor davon überzeugt, dass die sogenannte C1-Variante, rund 350 Meter nördlich der jetzigen Brücke gelegen, die beste Lösung wäre, um den Verkehr aus dem Ort zu bekommen, um eine ansprechende Ortsmitte zu erhalten.

Josef Hölzl (FW) pflichtete ihm bei: »Mit der C1-Variante könnten wir in der Ortsmitte eine Fußgängerzone erreichen und würden nicht wie jetzt viel Platz verbrauchen.« Der neue Brückenstandort (C1-Variante) scheiterte vor rund einem Jahr nicht zuletzt an den Protesten der Bürger. Das Gremium verständigte sich letztendlich darauf, baldmöglichst eine Sondersitzung einzuberufen. ga


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