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Kein Tempo 30 in Ischl, dafür Verbot von Lkws über 7,5 Tonnen

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Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Seeon-Seebruck – Der Gemeinderat beschloss mit großer Mehrheit, für die Ortsdurchfahrt Ischl eine Tonnage-Beschränkung mit 7,5 Tonnen und »Anlieger frei« anzuordnen. Auf Anregung von Josef Freiwang (FW) soll überdies bei der Unteren Verkehrsbehörde geprüft werden, ob eine Zusatzbeschilderung »Landwirtschaftlicher Verkehr frei« möglich ist.


Die Entscheidung fußt auf einen Antrag von Bewohnern und Anliegern der Gemeindestraße, die sich für Ischl auch Tempo 30 gewünscht hätten. Diesem Wunsch konnte jedoch aufgrund fehlender rechtlicher Voraussetzungen nicht entsprochen werden. Als Alternative soll jetzt im Ortsbereich von Ischl dauerhaft ein Geschwindigkeitsmessgerät installiert werden.

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Wie berichtet, bekommen seit der geänderten Tonnage-Beschränkung der Alzbrücke in Seebruck auch die umliegenden Orte in der Gemeinde den Schwerlastverkehr ab. Deshalb forderten die Anlieger an der Pullacher Straße und die Bewohner von Ischl eine Tonnage-Beschränkung und Tempo 30 für den Ort Ischl. Nach Aussagen der Verkehrsbehörden ist eine Geschwindigkeitsbeschränkung in Ischl auf 30 km/h nicht zulässig. Die Behörden stützen sich dabei auf die Straßenverkehrsordnung.

Eine Beschränkung der Fahrzeuge auf 7,5 Tonnen kann aber angeordnet werden, zumal es sich bei der Straße um eine Gemeindestraße handelt. Die Empfehlung der Verwaltung, die gegen die Stimmen von Michael Regnauer und Franz Wörndl (beide CSU) mitgetragen wurde, löst aber nur ein Teilproblem. Der Gemeinderat bezweifelt nicht, dass sich durch diese Lösung der Schwerlastverkehr auf die Orte Seeon und Truchtlaching verlagern könnte. Deshalb warf Hans Huber (FW) in die Diskussion, auch für die Ortsdurchfahrt Seeon eine Beschränkung auf 7,5 Tonnen anzuordnen.

Bürgermeister Bernd Ruth meinte jedoch, man solle zunächst nur für Ischl eine Tonnage-Beschränkung veranlassen und die Verkehrssituation abwarten. »Wir wissen zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht, wie sich dadurch der Verkehr in der Ortsdurchfahrt Seeon entwickeln wird«, sagte Ruth. Franz Wörndl (CSU) schlug vor, so lange zu warten, bis in Seebruck die Tonnage-Beschränkung der Alzbrücke wieder aufgehoben wird. Wie berichtet, soll die Brücke ertüchtigt und gleichzeitig die Tonnage wieder auf bis zu 40 Tonnen angehoben werden. Ein konkreter Zeitpunkt, wann die geschehen soll, steht noch nicht fest.

Bei der seitens der Verwaltung vorgeschlagenen Zusatzbeschilderung »Anlieger frei« sowie die evtl. mögliche Beschilderung »Landwirtschaftlicher Verkehr frei« wird von vielen befürchtet, dass diese Beschilderung vom überörtlichen Verkehr ausgenutzt werden könnte. Die Beschilderung »Anlieger frei« bedeutet nämlich nicht nur freie Fahrt für die Anlieger, sondern auch für Verkehrsteilnehmer, die ein Anliegen auf der gesperrten Straße haben.

Der Vorschlag, überprüfen zu lassen, ob eine Beschilderung »Landwirtschaftlicher Verkehr frei« möglich ist, wurde bei vier Gegenstimmen genehmigt. Der weitere Beschlussvorschlag, eine Tonnage-Begrenzung für Ischl und die Pullacher Straße sowie die Straße Ischl-Heimhilgen anzuordnen und gleichzeitig von einer Tempo-30-Beschränkung in Ischl Abstand zu nehmen, wurde gegen die Stimmen von Regnauer und Wörndl beschlossen.

Bürgermeister Ruth informierte das Gremium auch darüber, dass sich die Gemeindeverwaltung im Zusammenhang mit der zunehmenden Verkehrsbelastung durch die Tonnage-Beschränkung der Alzbrücke in Seebruck, um eine überörtliche Verkehrsbeschilderung bemühe. Eine Überprüfung der Beschilderung habe ergeben, dass an den Staatsstraßen keine Hinweise auf eine Tonnage-Beschränkung der Alzbrücke vorzufinden seien.

Aus Sicht der Gemeinde sollten der Schwerlastverkehr schon in Bad Endorf und Rimsting nach Süden zur Autobahn oder nach Norden zur Bundesstraße 304 gelenkt werden. Nach Auffassung der Unteren Verkehrsbehörde Rosenheim bestehe jedoch keine Notwendigkeit, die Verkehrsbeschilderung in Bad Endorf und Rimsting zu ergänzen. Die Verkehrsbehörde des Landkreises Traunstein hingegen, habe sehr vorbildlich darauf reagiert und schlage sogar einen Hinweis am Kreisverkehr in Laimgrub vor. Deshalb werde die Gemeinde Seeon-Seebruck jetzt in einem offiziellen Schreiben an das Landratsamt Rosenheim die Bitte richten, die Verkehrsbeschilderung in Bad Endorf und Rimsting zu ergänzen. ga

 

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