weather-image
29°

Ja zu Wohn- und Nahversorgungskonzept in Seeon

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Wie auf diesem Modell könnte die Bebauung des Gemeindegrundstücks am östlichen Ortsrand von Seeon aussehen. Zwischen dem Wohngebäude (rechts) und einem »Ärztehaus« könnte ein kleines Gebäude für eine Bäckerei mit Café entstehen. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – Wohnen und Nahversorgung für Seeon in Einklang zu bringen, steckt hinter einem Konzept, von dem sich auch die Besucher der jüngsten Gemeinderatssitzung im Truchtlachinger Bürgersaal ein Bild machen konnten. Die Brüderl Vision GmbH Traunreut wäre an einer Bebauung des Gemeindegrundstücks am östlichen Ortsrand interessiert und schlägt der Gemeinde ein Modell vor. Wesentlicher Bestandteil ist die Ausgewogenheit zwischen Wohnen und gewerblicher Nutzung. Das Gremium begrüßte das Konzept einstimmig. Gleichzeitig wurde auf Anregung von Rudolf Mayer (FW) eine Änderung des Bebauungsplans »Mischgebiet Seeon Ost« beschlossen.


Projekt soll sich mit Gewerbe vertragen

Mayer, sein Fraktionskollege Josef Hölzl sowie Franz Wörndl (CSU) plädierten für einen Änderungsbeschluss, um im Vorfeld baurechtliche Fragen abzuklären. Sie wollten sicherstellen, dass das Projekt wirklich in die Landschaft passt und sich mit dem Gewerbe verträgt. Nachdem die Landkreisbehörde das Planungskonzept für schlüssig und im Wesentlichen für bebauungsplankonform hielt, hatte die Verwaltung im Beschlussvorschlag angeregt, einer Änderung des Bebauungsplans nur »falls notwendig« zuzustimmen.

Anzeige

Bürgermeister Bernd Ruth warnte, unnötig Pferde scheu zu machen. Zunächst handle es sich um eine Vorabschätzung, die aber noch eines »Feintunings« bedürfe. Dies betrifft auch eine quer durchs Grundstück verlaufende Gas-Hauptversorgungsleitung sowie das abfallende Gelände zum Egelseergraben. Laut Georg Brüderl, der das Konzept vorstellte, sei das im Planentwurf berücksichtigt. Das Konzept sieht drei Gebäudetypen vor: Im westlichen Bereich Richtung Ortsmitte könnte ein barrierefreies Wohnhaus mit etwa 18 Wohnungen mit Größen von 60 bis 70 Quadratmetern entstehen, das sich zu einem Innenhof öffnet und somit eine angenehme Wohnqualität gewährleistet. Im Mittelbereich an der Altenmarkter Straße könnte in einem kleineren Gebäude eine Bäckerei mit Café entstehen. Aufgrund der guten Erreichbarkeit böte sich hier auch ein Drive-in an. Östlich in Richtung Kreisverkehr könnte ein weiteres, ebenfalls abgewinkeltes Gebäude für gewerbliche Nutzungen entstehen. Brüderl nannte es »Ärztehaus«, in dem neben Praxen oder anderen Dienstleistern auch eine Apotheke vorstellbar wäre. Die Hauptstellplätze könnten in einer Tiefgarage untergebracht werden. Um den dörflichen Charakter zu erhalten, sind für die Wohn- und Gewerbebauten zwei Vollgeschoße vorgesehen.

Ruth appellierte, dem Konzept aufgeschlossen gegenüber zu stehen. Er erinnerte an das veränderte Wohnverhalten: »In zehn Jahren ist die Welt anders.« Deshalb sei eine maßvolle Entwicklung für die nächsten 25 bis 30 Jahre wichtig: »Wir brauchen neue Wohnformen und eine Nahversorgung«. Mit dem Gremium einig war er sich, dass das Gewerbe durch die Bebauung keine Nachteile erfahre.

»Das bestehende Gewerbe muss vorrangig Schutz haben«, betonte auch Sepp Daxenberger (CSU). Ein »Ärztehaus« ziele genau in die richtige Richtung, um die Nahversorgung aufrecht zu erhalten. Außerdem würde sich der Grundverbrauch in Grenzen halten, sagte er. Unterstützt wurde er von der zweiten Bürgermeisterin Martha Gruber (FW). »Der Flächenverbrauch ist super«, erklärte sie. Sorge bereite ihr allerdings die Vermarktung der Wohnungen. »Ich befürchte, dass dadurch viele fremde Leute aus München oder Hamburg herziehen werden, die sich die Wohnungen im Gegensatz zu den Einheimischen auch leisten können.«

Wohnungen seien absolut wichtig, betonte Martin Bartlweber (FW). »Wir müssen jetzt schauen, wie wir zusammenkommen, damit auch die Einheimischen Wohnungen zum vernünftigen Preis bekommen.« Auch er betonte, dass weder Gewerbe noch Landwirtschaft darunter leiden dürften. Andreas Dorn (FW) schlug vor, beim Verkauf des Grundstücks sich mit dem Bauwerber so zu einigen, dass auch Einheimische einen Vorteil daraus ziehen könnten.

Physiotherapeut möchte sich vielleicht ansiedeln

Nach Angaben Ruths habe die Gemeinde das Grundstück entlang des Bäckerbachs erworben, um es als Mischgebiet zu entwickeln. »Wir sollten es deshalb im Sinne der Gemeinde auch verwerten«. Ihm gegenüber habe ein Physiotherapeut Interesse bekundet, sich in Seeon anzusiedeln. Sollte das Projekt verwirklicht werden, sollte man auch mit den ortsansässigen Ärzten reden. »Eine Apotheke haben wir im Ort.« Aber auch hier könnte man das Gespräch suchen, so Ruth. Nach Angaben von Georg Brüderl wurde auch bereits mit einem möglichen Betreiber der Bäckerei Kontakt aufgenommen. ga