Holzbehelfsbrücke in Seebruck: »Wir brauchen die beste Lösung für den Ort«

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Während der Sanierung der Alzbrücke in Seebruck zwischen Herbst 2021 und Herbst 2022 errichtet das Staatliche Straßenbauamt Traunstein auf der Nordseite (Alzseite) eine Behelfsbrücke für Radfahrer und Fußgänger. Die CSU-Fraktion des Seeon-Seebrucker Gemeinderats vertritt aber die Meinung, dass der Holzsteg seeseitig (Foto) errichtet werden sollte. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – Dass die sanierungsbedürftige Alzbrücke in Seebruck im nächsten Jahr neu gebaut wird, daran gibt es nichts mehr zu rütteln. »Aufreger« in der jüngsten Gemeinderatssitzung waren jedoch die Anschlusspunkte und die Platzierung einer rund drei Meter breiten Holzbehelfsbrücke am Nordufer während der Bauphase.


Während die Freien Wähler und die Grünen die Lösungen des Staatlichen Bauamts Traunstein als Straßenbaulastträger der Alzbrücke begrüßten, forderte die CSU, den Gemeinderat von den Planungen in Kenntnis zu setzen: »Die Zusage, dass das Staatliche Bauamt die aktuelle Planung dem Gemeinderat persönlich vorstellt, ist längst überfällig«, bemängelte Michael Regnauer. Er und seine Fraktionskollegen forderten auch, die Bevölkerung von den Plänen der Behörde in Kenntnis zu setzen, von denen sie ganz und gar nicht begeistert sind: »Wir brauchen die beste Lösung für den Ort. Wichtig ist, was wir wollen und nicht, was das Staatliche Bauamt möchte«, sagte CSU-Fraktionsvorsitzender Sepp Daxenberger.

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Wie Bürgermeister Martin Bartlweber (FW) eingangs mitteilte, habe nach mehrfacher Nachfrage zum aktuellen Sachstand mit den Vertretern des Staatlichen Bauamts eine Videokonferenz stattgefunden. Dabei sei der Gemeinde mitgeteilt worden, dass eine sichere Querung für Radfahrer und Fußgänger nur mit einer Ampellösung im Bereich der Kfz-Werkstatt und des Hotels Wassermann möglich sei. Zudem seien ein Ampelvorsignal auf Höhe Ludwig-Thoma-Straße 3 und eine Bodenschleife bei der Ausfahrt Römerstraße auf die Staatsstraße 2095 notwendig. Für diese neue Verkehrsführung, bedingt durch die Situierung der Fußgänger- und Radfahrerbrücke am Nordufer, würden keine gemeindlichen Grundstücke benötigt werden.

Die Gemeinde hat die beiden Gebäude (»Kobelka- und Heistracherhaus«) erworben. Nach Auffassung der Verwaltung sollten die Gebäude, die sich in einem desolaten Zustand befinden, im Zuge der Brückensanierung entfernt werden, um eine bessere Gesamtsituation und neue Gestaltungsmöglichkeiten zu erzielen. Die damit frei werdende Fläche könnte dann auch während der Bauphase als Baustelleneinrichtung verwendet werden.

Eine weitere sichere Querungshilfe wird auch im Osten (Ortsteil Graben) auf der Traunsteiner Straße mit einer Ampellösung im Bereich der Einfahrt zur Haushoferstraße oder weiter östliche angestrebt.

Nachdem die Grundstücksverhandlungen auf der Südseite fehlgeschlagen sind, soll die Holzbehelfsbrücke am Nordufer gebaut werden, um für die Radfahrer und Fußgänger während der Bauphase eine Verbindung zwischen dem Ost- und Westufer zu schaffen. Die CSU plädierte jedoch dafür, hier nochmals Gespräche zu führen, um den Geh- und Radweg doch noch auf der Seeseite zu platzieren. Der Geh- und Radweg müsse schon jetzt als Behelfsbrücke auf der Südseite errichtet werden. Auch vor dem Hintergrund, dass für die Uferpromenade bereits eine fertige Planung in der Schublage liege, forderten das Regnauer und sein Fraktionskollege Franz Wörndl. »Es macht keinen Sinn, die Radfahrer auf die Nordseite und dann wieder auf die Südseite zu schicken«, betonte Regnauer. Durch eine Ampellösung entstehe eine Stop-and-go-Situation, die er nicht für glücklich halte. Regnauer warnte: »Mit dieser Lösung zementieren wir uns die nächsten Jahrzehnte ein.« Daxenberger erinnerte da-ran, dass eine »große Lösung« – etwa eine Umfahrung, mit Sicherheit noch 20 bis 30 Jahre dauern werde. Deshalb sei es wichtig, jetzt eine beste Lösung für Seebruck zu finden: »Wir müssen auch mit der Bevölkerung sprechen, was mit dem Dorf passiert«, so Daxenberger.

Toni Mayer von den Grünen sprach von einem »Top-Ergebnis.« In Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Bauamt sei eine super Lösung erreicht worden. Durch eine Ampel und eine Querungshilfe sei für die Radfahrer und Fußgänger ein sicherer Schutz gewährleistet: »Eine passgerechte und in der Folge richtige Lösung«, so Mayer. Man sollte froh sein, dass das Staatliche Bauamt die Kosten für die Behelfsbrücke übernimmt, meinte Martha Gruber (FW). Damit spare sich die Gemeinde eine Menge Geld.

»Bis vor einem Jahr hatten wir für die Radlfahrer gar nix«, erklärte dritte Bürgermeisterin Christine Kosanovic (FW). Entgegen der Aussage Daxenbergers sei sie nicht der Meinung, dass sich die Gemeinde vom Staatlichen Bauamt hat abspeisen lassen. »Ich finde die Lösung vorausdenkend«, so Kosanovic. Auch Alfred Fiedler (FW) fand die Planung schlüssig. Er bezeichnete eine Ampel als eine gute Alternative. Die Radfahrer als »Bremser« auf die Staatsstraße zu schicken, halte er für lebensgefährlich.

Bartlweber will sich jetzt um einen Termin mit Vertretern des Staatlichen Bauamts bemühen, um die Planungen mit dem Gemeinderat nochmals abzusprechen. Zum Bauablauf teilte Bartlweber mit, dass voraussichtlich im Herbst mit den Vorarbeiten für die Brückensanierung begonnen wird. Nach einer sogenannten Vorschüttung in der Alz wird Anfang nächsten Jahres der Brückenüberbau demontiert und abgefahren. Der Neubau der Brücke soll bis Ende nächsten Jahres abgeschlossen sein. ga


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