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Großflächen-Photovoltaik-Anlage in Seeon genehmigt

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Foto: pixabay (Symbolbild)

Seeon-Seebruck – Nach dem Willen des Gemeinderats soll zugunsten einer Freiflächen-Photovoltaik-Anlage in unmittelbarer Nähe zum Anwesen Scheitzenberg in Seeon ein Bauleitverfahren eingeleitet werden.


»Jeder schreit nach erneuerbarer Energie«, erklärte Gemeinderat Martin Bartlweber dazu in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Nicht nur vor diesem Hintergrund, sondern auch aufgrund der Tatsache, dass seitens des Scheitzenberg-Eigentümers noch keine Bewegung hinsichtlich einer Weiterentwicklung in Sicht ist, wurde der Antrag einstimmig abgesegnet.

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Vom Bauausschuss wurde das Vorhaben Ende letzten Jahres vorerst abgelehnt. Man wollte die Weiterentwicklung der ehemaligen Hotelanlage Scheitzenberg abwarten. Nachdem sich aber trotz mehrfacher Gespräche keine vernünftige Lösung abzeichne, und das Objekt Scheitzenberg seit Jahren brach liege, könne man nach Auffassung der Verwaltung das Argument der Entwicklung des Scheitzenbergs nicht mehr als Verhinderungsgrund für die Entwicklung außerhalb des Betriebs sehen. »Es gibt keinen Grund, den Antrag abzulehnen, weil man nicht weiß, was mit dem Scheitzenberg passiert«, betonte Christine Eglseer (CSU).

Nach Angaben der Verwaltung handle es sich bei dem Grundstück um eine rekultivierte, ehemalige Kiesgrube, die 1989 genehmigt worden sei. Die Investoren beabsichtigen auf der zirka 1,5 Hektar großen, landwirtschaftlichen Grünfläche einen Solarpark mit einer Anlagenleistung von 750 KWp zu errichten. Der prognostizierte Stromertrag würde sich bei zirka 800.000 KWp bewegen. Damit könnten umgerechnet 200 Haushalte mit Strom versorgt werden.

Die Anlage soll so konzipiert werden, dass neben der Einspeisung ins öffentliche Stromnetz auch das benachbarte Kultur- und Bildungszentrum Kloster Seeon mit umweltfreundlichem Strom versorgt werden könnte. Wie es hieß, sollen die Verantwortlichen des Klosters Seeon bereits signalisiert haben, Strom abzunehmen.

Die Anlage würde auf der Ost- und Nordseite mit Streuobstwiesen und blühenden Stauden eingegrünt. Die gesamte Grasfläche soll als blühende Wiese mit reichlich Nahrung für Bienen und Insekten dienen. Um das Projekt zu verwirklichen, muss aber der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan aufgestellt werden.

Stadel südlich von Roitham anderweitig nutzen

Eingehend diskutiert wurde auch der Vorbescheidantrag des Vereins Waldkindergarten Waldstern Bad Endorf, einen Stadel südlich von Roitham als Schutzraum und Materiallager für einen Waldorf-Waldkindergarten umzunutzen. Die Einrichtung wird für 15 bis 18 Kinder geplant. In den Stadel soll ein zirka 25 Quadratmeter großer, isolierten Raum eingebaut werden. Die restliche Fläche soll als Materiallager, Garderobe und Vorbereich genutzt werden.

Nach Angaben der Verwaltung sei das Vorhaben mit dem Landratsamt Traunstein vorbesprochen und könne zugelassen werden. Als Sonderbau deklariert müsse die Feuerwehrzufahrt gewährleistet sein und ein Brandschutznachweis vorgelegt werden. Auch eine ausreichende Löschwasserversorgung sei sicherzustellen.

Der Gemeinderat äußerte jedoch große Bedenken hinsichtlich des erhöhten Verkehrsaufkommens, der Verkehrssicherungspflicht und der Entstehung von Gastkindergartenbeiträgen nach dem Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz. Nachdem aber diese strittigen Punkte erst im Rahmen einer Behandlung eines Bauantrags zur Diskussion stehen, wurde das gemeindliche Einvernehmen mehrheitlich erteilt. ga