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Auf der Basis dieses Entwurfs soll der Neubau des Seeoner Feuerwehrhauses weiterentwickelt werden. Darauf verständigte sich der Gemeinderat mit Ausnahme von Clemens Kronast. Er hatte beantragt, weitere Visualisierungen erstellen zu lassen. (Foto: Rasch)

Gemeinderat lehnt weitere Visualisierungen für Feuerwehrhaus in Seeon ab

Seeon-Seebruck – Dass sich über die Architektur trefflich streiten lässt, zeigt sich auch am Beispiel des geplanten Feuerwehrhauses Seeon. Nicht einverstanden ist Gemeinderat Clemens Kronast (FW) mit der Fassadengestaltung. Er kritisiert vor allem den fehlenden Dachüberstand des Entwurfs. Mit seiner Meinung, dass sich das neue Feuerwehrgebäude am Ortseingang von Seeon optisch mehr der Umgebung anlehnen sollte, stand er in der jüngsten Gemeinderatssitzung am Ende aber alleine da: Der Gemeinderat lehnte seinen Antrag ab, dass der Architekt weitere Visualisierungen erstellen sollte. Vor allem mit Vordach des Gebäudes.


Martha Gruber (FW) meinte, ihr würde ein Vordach besser gefallen. Ausschlaggebend für sie sei jedoch, dass die Mehrheit aller an der Planung Beteiligten entschieden habe, »wir möchten es so haben«. Diese Aussage unterstrichen auch Sepp Daxenberger und Manuela Kral (beide CSU). Kral bezeichnete die Planung als »stimmig«. »Ich finde den Entwurf gelungen. Der Praktikabilität und Ausstattung wurde genüge getan«, sagte 3. Bürgermeisterin Dr. Christine Kosanovic (FW).

Als Vertreter der Feuerwehr bestätigte auch 1. Kommandant Stefan Anderl den beschrittenen Planungsweg: »Von der ersten Minute an, in der wir alle (Planer, Gemeinde, Feuerwehr) beieinander waren, haben wir zu 100 Prozent ein funktionelles Feuerwehrhaus geplant und sehen auch keinerlei Einschränkungen ohne ein Vordach«, so Anderl.

Auch Architekt Peter Behringer bezog noch einmal Stellung zu seinen Entwurfsgedanken. In einem Schreiben an die Gemeinde erklärt er, das Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Seeon habe eine klare, zeitgemäß geradlinige Architektursprache, ohne die ländlichen Wurzeln zu vergessen. Der Grundgedanke sei eine klare Formensprache und Ablesebarkeit einzelner Funktionsbereiche an der Fassade gewesen. So sei die Fahrzeughalle, quasi das Herzstück des neuen Feuerwehrhauses, eindeutig von außen durch einen umlaufenden und farbig abgesetzten »Rahmen« definiert. Dieser Rahmen bilde mit seiner kubischen Form gleichzeitig das erforderliche Vordach entlang der Hallentore.

Die weiteren Funktionsbereiche wie der Schulungs- und Bereitschaftsraum im Obergeschoß seien durch die aufgeglasten Fassadenfelder am südlichen Gebäudeeck gekennzeichnet. An der Rückseite des Gebäudes mit den dort angegliederten Funktionsräumen sei die Fassade nur mit reduzierten Öffnungen ausgestattet. Alle Tore und Zugangstüren, sowohl auf der Gebäuderückseite wie auch am Haupteingang, seien mit großzügigen, horizontal auskragenden Vordächern versehen.

Weiter weist Behringer darauf hin, dass die gemischte Bauweise aus Massiv- und Holzbau, die Materialwahl für die Fassadenbekleidung – eine senkrecht strukturierte Holzschalung – und die Satteldachform des Daches Bezug auf den Ort und seine ländliche Prägung nehmen würden. Der Entwurf vereine diese Aspekte mit einer klaren Architektursprache zu einem Feuerwehrhaus, das seine Funktion nach außen transportiere und als solches sofort erkennbar sei.

Er solle weder Stadel, noch Bauernhof, noch ein »Gewerbestadel« oder uninspirierter Multifunktionsbau sein, die viel zu oft das Einerlei der Randzonen von Dörfern und Städten prägen würden.

Der Entwurf verzichte deshalb bewusst auf einen zusätzlichen, umlaufenden Dachüberstand, um genau diesem »Stadel-Charakter« entgegen zu wirken und jede Beliebigkeit zu vermeiden. Aufgrund der ohnehin geplanten Vordächer sei die Funktion des Feuerwehrhauses seines Erachtens in keiner Weise eingeschränkt.

Mit Ausnahme von Clemens Kronast war sich der Gemeinderat einig, dass auf der Basis des Entwurfs die Planung weiterentwickelt werden soll.

ga

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