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Gemeinderat fordert auch Tonnagebeschränkung für Truchtlachinger Brücke

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Alzbrücke Seebruck: Gemeinderat fordert auch Tonnagebeschränkung für Truchtlachinger Brücke
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Bei einem Ortstermin an der Alzbrücke in Seebruck sei dem Staatlichen Straßenbauamt bei einer Besichtigung auch die vorherrschende und gefährliche Situation für die Radfahrer und Fußgänger bewusst geworden, teilte Bürgermeister Martin Bartlweber in der Gemeinderatssitzung mit. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – Sollte die Alzbrücke in Seebruck wie jetzt aktuell geplant, zwischen dem Herbst 2021 und Herbst 2022 saniert werden, fordert der Seeon-Seebrucker Gemeinderat im Zuge einer damit verbundenen Umleitung des Verkehrs, eine Tonnagebeschränkung für die Brücke in Truchtlaching.


Der ohnehin durch die Umleitungen geplagte Ort Truchtlaching müsste dann zusätzlich während der rund einjährigen Brückensanierung den Schwerlastverkehr aus Seebruck aufnehmen. Aus Sicht des Gemeinderats ein untragbarer Zustand. Deshalb beantragte Gemeinderat Franz Wörndl (CSU) in der Gemeinderatssitzung, dass sich das Staatliche Bauamt Traunstein als Straßenbaulastträger der Alzbrücke Seebruck, rechtzeitig um eine Lösung dieses Problems bemüht. »Wir müssen d'rauf drängen, dass Truchtlaching durch eine Tonnage-Beschränkung der Brücke entastet wird«, forderte Wörndl.

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Sein Fraktionskollege, Sepp Daxenberger, schlug in die gleiche Kerbe und forderte nicht nur so lange die Brücke in Seebruck abgelastet ist, eine erträgliche und zukunftsweisende Lösung des Verkehrs: »Ich möchte eine gescheite Umleitung und möchte wissen, was in Truchtlaching passiert«, sagte Daxenberger. Er kritisierte auch, dass sich der Beginn der Sanierung der Alzbrücke, die ursprünglich für Anfang nächsten Jahres geplant war, jetzt wieder um ein Jahr verschiebe.

Wie Bürgermeister Martin Bartlweber (FW) ausführte, habe jüngst zwischen der Gemeinde Seeon-Seebruck, dem Staatlichen Bauamt Traunstein und den östlich der Alzbrücke privaten Grundstückseigentümern ein Gespräch stattgefunden. Dabei habe das Staatliche Bauamt erklärt, dass die Brückensanierung nicht wie geplant, Anfang 2021 durchgeführt werde. Die Vorarbeiten müssten aus Naturschutzgründen in den Herbst nächsten Jahres verschoben werden, ehe im Frühjahr 2022 mit den Abbruch des Brückenüberbaus begonnen werden könne.

Parallel zu den Vorarbeiten werde auch eine Behelfsbrücke für die Fußgänger und Radfahrer errichtet. Die drei Meter breite Holz-Behelfsbrücke soll auf der Nordseite errichtet werden, und damit während der Bauphase das Ost- mit dem Westufer für Radfahrer und Fußgänger verbinden. Wie Bartlweber dazu ausführte, sei dem Staatlichen Straßenbauamt bei einer Besichtigung auch die vorherrschende und gefährliche Situation für die Radfahrer und Fußgänger bewusst geworden. Deshalb sei auch hier nach vernünftigen Lösungen gesucht worden.

Nach den Plänen des Staatlichen Bauamts müssen zunächst südlich der Alzbrücke in der Fluss­mitte 20 Eisenrohre verlegt und auf das Geländeniveau des Kirchmaier-Grundstücks aufgeschüttet werden, um den Brückenüberbau abbrechen zu können. Diese Aufschüttung bleibe so lange erhalten, bis der Abbruch fertig sei.

Das Staatliche Bauamt präsentierte dem Gemeinderat zwei Optionen: Bei der Variante 1 handelt es sich um eine »Minimallösung«: Hier würden 1,5 Meter breite Gehsteigklappen in beide Richtungen angebracht. Allerdings gewinne man hier nicht die benötigte Sicherheit für das hohe Verkehrsaufkommen beziehungsweise Sicherheit für die Radfahrer und Fußgänger, hieß es. Bei dieser Variante müssten die angrenzenden privaten Grundeigentümer auf der Ostseite nur vorübergehend, beziehungsweise während der Bauphase Grund zur Verfügung stellen.

Bei Variante 2 spricht das Staatliche Bauamt von einer »Mittellösung«, die wie folgt aussehen könnte: Auf der Nordseite würde eine 2,85 Meter breite Radfahrtrasse entstehen, die bis zur Einmündung in die Haushoferstraße führen würde. Hierfür wäre aber ein Grunderwerb von rund 150 Quadratmetern notwendig. Auf der Südseite könnte ein 2,35 Meter breiter Gehweg für Fußgänger entstehen. Die Straßenbreite wird mit sechs Metern geplant.

Um weiter planen zu können, benötigt das Staatliche Bauamt bis Ende Oktober eine Entscheidung der Grundstückseigentümer. Die Anschlusspunkte auf der Ostseite (Querungshilfen, Abbiege-Situation) seien noch in Planung und konnten vom Staatlichen Bauamt noch nicht aufgezeigt werden. Ein genauer zeitlicher Ablauf der Bauphase werde der Gemeinde noch mitgeteilt, hieß es. Der Bauherr rechnet damit, dass die Sanierung der Brücke im Herbst 2022 abgeschlossen ist.

Dr. Christine Kosanovic (FW) begrüßte die Pläne: »Vor allem ist es zu begrüßen, dass das Staatliche Bauamt auch auf einen dauerhaften Geh- und Radweg aufgesprungen ist«. Aber auch sie erinnerte daran, dass Truchtlaching den Umleitungsverkehr »ausbaden« müsste.

Ungeachtet dessen läuft das Raumordnungsverfahren für eine Umgehungsspanne in Seebruck weiter. Wie Bartlweber auf Anfrage von Martha Gruber (FW) erklärte, habe das Staatliche Bauamt der Gemeinde mitgeteilt, dass Ende Oktober die Analyse des Raumordnungsverfahrens vorliegen werde. Der Antrag von Franz Wörndl, eine Tonnage-Begrenzung der Brücke in Truchtlaching zu forcieren und dies dem Bauamt rechtzeitig mitzuteilen, soll erst in der nächsten Gemeinderatsitzung beschlossen werden. Der Grund: Der Gemeinderat war nicht vollständig. Drei Gemeinderäte waren nicht anwesend. ga


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