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Der Dorfplatz in Seeon soll im Zuge einer Neugestaltung mehr Aufenthaltsqualität erhalten und auch der Bereich um den Bäckerbach soll mit einbezogen werden. Ungeklärt ist die Frage, wohin die Parkplätze verlegt werden sollen. (Foto: Rasch)

Gemeindeparkplatz oder Dorfplatz? Ergebnis der Bürgerbeteiligung dem Gemeinderat vorgestellt

Seeon-Seebruck – Soll der schönste Platz am See dem Auto oder dem Menschen vorbehalten sein? Diese Frage stellt sich bei der Neugestaltung des Seeoner Dorfplatzes. Bei einer ersten interaktiven Veranstaltung wurde nach gemeinsamen Überlegungen der Fokus auf mehr Lebensqualität gelegt.


Bürger, Vereinsvorstände sowie der Arbeitskreis »Lebensqualität durch Nähe« und Anlieger haben Ende Juni gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekturbüro Schelle Heyse Behr Ideen gesammelt, wie man den Dorfplatz aufwerten könnte. In der jüngsten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause wurde das Ergebnis der Bürgerbeteiligung dem Gemeinderat und den Besuchern im Seebrucker Rathaus präsentiert.

Zuletzt war der Dorfplatz vor über 20 Jahren unter dem damaligen Bürgermeister Konrad Glück umgestaltet worden. Um den Platz herum, der gepflastert wurde, wurden rund 20 Parkplätze angeordnet, und es wurde ein Informationspavillon aufgestellt. Der Übergang des sogenannten Bäckerbaches – ein Ausläufer des Seeoner Sees – zur Gemeindewiese wurde als Steg neu gebaut.

Nach über zwei Jahrzehnten soll der Platz jetzt erneut aufgewertet werden. Die Aufenthaltsqualität soll verbessert, auf einige Parkplätze verzichtet, ein kleines »Versorgungsgebäude« aus Holz mit WC und E-Ladestation gebaut und der bisherige Info-Pavillon ersetzt werden. Überlegt wurde auch, die Gemeindewiese mit Ruhe- und Sitzgelegenheiten zu »bespielen«. Zudem müsste ohnehin die Uferbefestigung des Bäckerbachs erneuert werden, wie es hieß.

Wie Rupert Schelle vom Architekturbüro erklärte, wolle man versuchen, den Eingriff so gering wie möglich zu halten und dabei auch den Anliegern gerecht zu werden.

Die Parkplätze waren vor 20 Jahren wie heute ein umstrittenes Thema. Nach den ersten Überlegungen habe man sich im Ergebnis der Bürgerbeteiligung darauf verständigt, fünf bis sechs Parkplätze wegfallen zu lassen, um mehr Aufenthaltsqualität zu schaffen, sagte Schelle.

Dass es schwierig sei, Ersatzparkflächen in unmittelbarer Nähe vorzuhalten, ist auch dem Gemeinderat bekannt. »Wichtig wäre, die Dauerparker wegzubekommen«, sagte Martha Gruber (FW). Sie sei für eine Aufwertung des Platzes, aber die Parkplätze müssten erhalten bleiben. Als eine Gefahr sieht die Truchtlachinger Gemeinderätin auch den derzeitigen Zustand der Uferbefestigung des Bäcker-bachs: »Der Bäckerbachauslauf muss ohnehin hergerichtet werden«, forderte Gruber.

Franz Wörndl (CSU) fand den Vorschlag zwar sehr stimmig und auch die Umsetzung sei gar nicht so schwierig, stellte er fest. Es sei eher der spätere Unterhalt des Platzes, der ihm Sorge bereite und um den sich dann wieder die Gemeinde kümmern müsse. Auch sein Fraktionskollege Sepp Daxenberger äußerte sich besorgt darüber, dass der Unterhalt des Platzes auf die Gemeinde zurückfällt: »Gibt es Eigenleistungen oder steht da die Gemeinde dahinter?«, wollte Daxenberger wissen.

Nach Angaben von Bürgermeister Martin Bartlweber (FW) sei der Unterhalt nach einer Aufwertung des Platzes nicht pflegeaufwändiger als bisher. »In erster Linie soll der Platz attraktiver werden und der Bereich um den Bäckerbach als weitere Aufenthaltsmöglichkeit mit einbezogen werden«, so Bartlweber.

Alfred Fiedler (FW) erinnerte daran, dass sich auf dem Platz auch eine Löschwasser-Entnahmestelle befinde, die unbedingt erhalten werden müsse. Angelika Wolferstetter (Grüne) befürchtet, dass bei der Reduzierung der Parkplätze dann die Weinbergstraße zugeparkt werde. Den Verkehr so zu lenken, dass außerhalb des Ortes geparkt werde, schlug Sabine Pfaffenzeller (FW) vor.

Auf der Basis der Ideen, aber unter Vorbehalt einer geregelten Parkplatzsituation, soll das Büro jetzt ein Konzept erarbeiten, das dann im Herbst dem Gemeinderat und der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Ein dahingehend formulierter Beschlussvorschlag wurde bei zwei Gegenstimmen genehmigt. Bei einer Umsetzung des Projekts soll dann auch eruiert werden, ob eine Förderung über das Leader-Programm möglich ist.

ga

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