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Entscheidung über Tempo-30-Zone im Wohngebiet Kreuzbichl zurückgestellt

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Kommt eine Tempo-30-Zone im Truchtlachinger Wohngebiet Kreuzbichl?
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Die Idylle im Wohngebiet Kreuzbichl in Truchtlaching trügt, wenn es um den Verkehr geht. Deshalb fordern Bewohner eine 30-km/h-Zone für das Wohngebiet. Bevor eine Entscheidung gefällt wird, möchte der Gemeinderat aber noch eine Verkehrsschau mit der Polizei im Frühjahr abwarten.

Seeon-Seebruck – Persönliche Gespräche brachten keinen Erfolg. Auch Fahrbahnschweller oder Aufpflasterungen wurden bislang ausgeschlossen, um die Autofahrer im Wohngebiet Kreuzbichl und an der Aubergstraße in Truchtlaching zur Vernunft zu bringen. Ob eine Tempo-30-Zone ein Mittel wäre, sie zum langsameren Fahren zu zwingen, darüber ist der Gemeinderat unterschiedlicher Auffassung.


In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde auf Antrag eines Bewohners über eine generelle Reduzierung der Geschwindigkeit im Bereich Auberg sowie Kreuzbichl I und II kontrovers diskutiert. Die Entscheidung, ob eine Tempo-30-Zone eingeführt werden soll, wurde jedoch vertagt. Eine endgültige Klärung soll eine Verkehrsschau mit der Polizei im Frühjahr bringen. Bis dahin sollen aber auf Drängen von 2. Bürgermeisterin Martha Gruber (FW) Sofortmaßnahmen ergriffen werden, mit denen versucht werden soll, die Kreuzbichlstraße und den Samermoosweg als Einbahnstraße zu deklarieren.

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Die Vizebürgermeisterin forderte, eine Entscheidung nicht auf die lange Bank zu schieben. Die Problematik sei seit Langem bekannt und müsse endlich angegangen werden, so Gruber. Da es sich in dem Bereich ausschließlich um einen Ziel- und Quellverkehr, also um eine reine Erschließungsstraße handelt, brachte es Gruber deutlich auf den Punkt: »Schuld sind sie selber, weil sie zu schnell fahren.« Norbert Maier (FW) könnte sich mit Tempo 30 anfreunden, aber nicht mit einer Rechts-vor-links-Regelung, die in einer Tempo-30-Zone grundsätzlich gelten würde Dadurch könnte es seiner Meinung nach an den Einmündungen insbesondere im Winter zu Verkehrsproblemen kommen. Christine Eglseer (CSU) wies auf zwei Brennpunkte hin: Der Ausläufer der Sonnleitenstraße sei eine heikle Situation und an der Aubergstraße gebe es keinen Gehweg, so Eglseer. Ihre Anregung, an der Aubergstraße wenigstens in einem Teilbereich einen Gehweg anzulegen, dürfte vermutlich am fehlenden Grund scheitern. Sepp Daxenberger (CSU) regte dazu an, über die Situation der Aubergstraße separat zu diskutieren. Von einer Tempo-30-Zone riet er ab: »Verkehrsschilder interessieren hier keinen!« Rückendeckung bekam er von Bürgermeister Bernd Ruth. Ruth befürchtet, dass eine Tempo-30-Zone dann auch in allen anderen Gemeindeteilen Schule machen könnte. Auch in Anbetracht der Tatsache, dass es sich in dem Bereich ausschließlich um einen Ziel- und Quellverkehr handle, halte er nichts von einer Tempo-30-Zone.« erklärte der Bürgermeister. Vielmehr könnte er sich mit Oberflächenänderungen (Aufpflasterungen) anfreunden. Beispiele dafür gebe es genug. Wobei er Bodenschwellen für sehr problematisch halten würde.

Für Hans Huber (FW) wäre eine Tempo-30-Zone das einzig wahre Mittel für eine Verkehrsberuhigung. Durch die damit verbundene Rechts-vor-links-Regelung müssten die Autofahrer am meisten aufpassen, betonte der Polizeibeamte. Josef Hölzl und Rudolf Mayer (FW) pflichteten ihm bei. »Wir sollten auf Hans Huber als erfahrenen Polizisten hören«, forderte Mayer. Hölzl stellte nicht in Frage, dass eine neue Verkehrsregelung eine gewisse Vorlauf- und Ankündigungszeit brauche und appellierte gleichzeitig an die Anlieger, sich selber bei der Nase zu fassen.

Nachdem sich das Gre- mium auf den Vorschlag von Martin Bartlweber (FW), eine Verkehrsschau mit der Polizei anzuberaumen, einigte, wurde der eigentliche Beschlussvorschlag der Verwaltung, »dem mündlichen Antrag auf Einrichtung einer Tempo-30-Zone nicht zuzustimmen, da im Bereich jetzt ausschließlich Ziel- und Quellverkehr herrscht« ausgesetzt. Die Verkehrsschau soll auf Anregung des Bürgermeisters im Februar oder März stattfinden. Ob und wann die Sofortmaßnahmen umgesetzt werden können, muss erst noch mit den Verkehrsbehörden geklärt werden. ga