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Entlastungsspange Seebruck: Tauziehen um mögliche Alzbrücke geht weiter

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Seebruck: Tauziehen um mögliche Alzbrücke für Entlastungsspange Seebruck geht weiter
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Rund 160 Bürger der Gemeinde Seeon-Seebruck nahmen an der Wanderung durch die Alzauen und die Gramsenfilzen teil. Werner Reinhard vom Grünen-Ortsverband (Mitte; zeigt auf die Alz) erläuterte die ökologische Bedeutung des Gebiets.

Seeon-Seebruck – Groß war das Interesse der Seeon-Seebrucker Bürger an der Naturwanderung durch die Alzauen und Gramsenfilzen. Etwa 160 interessierte Gemeindebürger aus Seeon, Seebruck und Truchtlaching nahmen nach Angaben des Veranstalters, dem Grünen-Ortsverband Seeon-Seebruck, daran teil.


Hintergrund der Wanderung: Derzeit läuft die Befragung der Gemeinde Seeon-Seebruck zur Entlastungsspange mit zweiter Alzbrücke. Gegen dieses Projekt machte der junge Ortsverband der Grünen nun nochmals Stimmung und wollte mit der Naturwanderung zeigen, worum es dabei geht und was aus Sicht von »Grüne & Freunde« dabei zerstört wird.

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Noch bis kommenden Dienstag haben die wahlberechtigten Bürger ab 16 Jahren die Möglichkeit, ihre Meinung zur geplanten Entlastungsspange zu äußern.

Die Bürger werden dabei aufgefordert, ihre Meinung zur weiteren Unterstützung der Planungen des Staatlichen Bauamts durch die Gemeinde Seeon-Seebruck mit »Ja«, »Nein« und »Keine Meinung« abzugeben. Zusätzlich haben die Befragten die Möglichkeit, weitere Überlegungen zu diesem Thema der Gemeinde mitzuteilen, wie es in der jüngsten Pressemitteilung der Gemeinde heißt. Darin wird auch beteuert, je nach Ausgang der Befragung werde die Gemeinde die Planungen weiter unterstützen oder nicht. Bisher sei der Rücklauf gut, insgesamt wurden 3870 wahlberechtigte Bürger aufgefordert, ihre Meinung kundzutun, wie es aus dem Rathaus heißt.

Bisher keine konkreten Planungen

Laut Pressemitteilung des Grünen-Ortsverbands soll die Entlastungsspange die Staatsstraße durch eine mindestens 1,4 Kilometer lange Neubautrasse mit zweiter Alzbrücke ersetzen. Der Untersuchungsraum, den sich das Staatliche Bauamt gesetzt habe, reiche, wie es in der Pressemitteilung heißt, von der Reimer-Kurve bzw. der Rosenheimer und Wasserburger Straße über die Chieminger Gemeindegrenze hinaus bis Arlaching/Thauernhausen/Luging und vom Chiemsee bis Stöffling.

Dieser Darstellung widerspricht Bürgermeister Bernd Ruth, der am Samstag ebenfalls als Teilnehmer bei der Wanderung dabei war, im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. »Es gibt, anders als behauptet, bis dato keine konkreten Planungen für eine Straßenführung oder Brückenführung, weder von uns noch vom Staatlichen Bauamt Traunstein.« Es gebe lediglich gedachte Linien. In diesen würde derzeit die sogenannte Raumempfindlichkeitsprüfung stattfinden.

Die Gemeinde bestehe in diesem Zusammenhang nur darauf, dass es eine Alternativenprüfung zur Option einer Sanierung der bestehenden Brücke über die Alz in Seebruck gebe. »Dass etwas getan werden muss, gibt die Regierung von Oberbayern vor«, sagt Ruth. Ihm zufolge werde allerdings fälschlicherweise suggeriert, dass die Gemeinde die Entlastungsspange wolle: »Wir wollen nur alle Alternativen kennen.«

Zu Beginn der Wanderung hatten die beiden Grünen-Sprecher Michaela Losbichler und Toni Mayer betont, dass es ihnen darum gehe, zu zeigen, in welches nach ihrer Ansicht ökologisch wertvolles Gebiet die Planung eingreife. Werner Reinhard, Schatzmeister des Grünen-Ortsverbands, erläuterte die ökologische Bedeutung der Alzauen und der Gramsenfilzen, die zur Unterschutzstellung nicht nur als Biotop und Landschaftsschutzgebiet, sondern sogar als europäisches Flora-Fauna-Habitat und Vogelschutzgebiet geführt habe. Diese mit der Natura-2000-Verordnung erlassene, höchste Schutzkategorie bedeutet ein absolutes Tabu für jeden schädlichen Eingriff.

Alles nur dem Wahlkampf geschuldet

Die große Anzahl und das große Interesse der Mitwanderer zeige, wie es in der Pressemitteilung des Ortsverbands heißt, wie wenig Informationen seitens der Gemeinde und der staatlichen Stellen bisher gegeben worden seien. In den Unterlagen zur gemeindlichen Bürgerbefragung sei mit keinem Wort die hohe Wertigkeit und Schutzwürdigkeit des Untersuchungsraums erwähnt, bedauern die Gegner. »Die Befragung kann deshalb keinerlei Beitrag für eine sachgerechte Diskussion liefern«, sagte Toni Mayer. Sie sei seiner Meinung nach dem momentanen Kommunalwahlkampf geschuldet. Auch gegen diesen Vorwurf verwehrte sich Bürgermeister Bernd Ruth auf Nachfrage unserer Zeitung. »Ich wollte nie eine Spaltung des Orts, sondern eine Verbesserung.« fb/vew


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