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»Des passt hint und vorn ned«

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In der gut besuchten Bürgerversammlung im Gasthaus »Zur Post« in Truchtlaching informierten Bürgermeister Bernd Ruth und die Vertreter der Verwaltung über das aktuelle Gemeindegeschehen. In der Diskussion wurde mehrfach der schleppende Breitbandausbau bemängelt. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – Der schleppende Breitbandausbau in der Gemeinde Seebruck brennt den Bürgern in Truchtlaching auf den Nägeln. Mehrere Beschwerden gab es dazu in der sehr gut besuchten Bürgerversammlung im Gasthaus »Zur Post«. Es wurde kritisiert, dass die Qualität bei der Herstellung der Hausanschlüsse zu wünschen übrig lasse und die Glasfaserkabel zum Teil noch oberirdisch verlegt werden.


»Des passt hint und vorn ned«, kritisierten die Bürger und forderten die Gemeindeverwaltung auf, ihren Einfluss geltend zu machen. Doch das ist leichter gesagt, als getan. Das Hauptproblem – so wurde vermutet – liegt bei den von den Telekommunikationsunternehmen beauftragten Sub-Subunternehmen und dem damit verbundenen häufigen Technikerwechsel.

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Dass die Glasfaser in ländlichen Gegenden zum Teil noch oberirdisch verlegt wird, sei vor allem den Kosten geschuldet, erklärte Bürgermeister Ruth. Die Gemeinde dränge darauf, alle Ortsteile zu 100 Prozent zu erschließen, doch es komme immer wieder zu Verzögerungen. Seit Monaten stehe mit dem Kommunikationsunternehmen eine Vertragsunterzeichnung an, die mehrfach verschoben wurde, kritisierte der Bürgermeister. Er hatte das schleppende Verfahren in allen drei Bürgerversammlungen angeschnitten.

Ein weiteres Thema, das schon in den Vorjahren bei den Versammlungen immer wieder angesprochen wurde, betraf die Sanierung der Pattenhamer Straße. »Wia lang plant´s iatz do no ummanand?« wollte Franz Prambs wissen. Auch Schorsch Maier kritisierte den maroden Zustand der Straße und forderte die Gemeinde auf, sich Gedanken über die Schlaglöcher und den Bau eines Geh- und Radweg bis Pattenham zu machen. Nach Angaben von Ruth gestalte sich die Sanierung des Straßenteilstücks bis Kobelreut aufwendiger als angenommen. Zum geforderten Ausbau bis Pattenham wollte der Bürgermeister aufgrund von mehreren Großbaustellen keine Versprechungen machen.

Georg Niedermaier wollte wissen, ob bei der Sanierung der Alzbrücke in Truchtlaching mit Straßensperren zu rechnen ist. Wie berichtet, wird die Brücke ab Ende August dieses Jahres saniert. Nach Aussagen des Bürgermeisters werden rund 90 Prozent der Arbeiten vom Wasser aus an der Unterseite der Brücke durchgeführt. Deshalb sei davon auszugehen, dass lediglich bei den Asphaltierungsarbeiten der Brücke mit einer einwöchigen Totalsperre zu rechnen ist.

Kritisiert wurde auch, dass die Fläche für die Ausweisung des geplanten Wohnbaugebiets »Seeoner Straße II« in Richtung Döging nicht genug ausgenutzt worden sei. Durch die großzügigen Bauplätze würden die Grundstücke für Einheimische umso teurer werden, monierte ein Bürger.

Rita Schlagberger bat darum, den »Fliegenden Fisch«, eine Skulptur von Angerer dem Jüngeren, die sich am Alzbad-Ufer befindet, auszuleuchten. Hans Seitlinger appellierte an eine intensivere Verkehrsüberwachung am Alzbad, um der wilden Parkerei in der Riederstraße entgegenzutreten. Applaus erhielt Thomas Reitmaier vom Huberhof in Niesgau für seinen Vorschlag, am neu gestalteten Spielplatz des Alzbades auf einen Rollrasen zu verzichten und wegen der Artenvielfalt der Natur dafür Zeit zu geben. 2. Bürgermeisterin Martha Gruber hatte zuvor an freiwillige Helfer appelliert, bei der Verlegung eines Rollrasens mitzuhelfen, damit die Kinder schneller darauf spielen können. Neben einem neuen Spielhäuschen und einer neuen Nestschaukel wurde auch ein Wasserspiel für 20 000 Euro errichtet.

Applaus gab es für die Stockschützen, die den Aufstieg in die 1. Bundesliga geschafft haben. Bürgermeister Ruth würdigte den Erfolg der Mannschaft. Gewürdigt wurden auch die hervorragenden Ausbildungs-Abschlüsse von Daniel Buchner und Isabell Wittmann. ga