Der SV Seeon erweitert sein Sportangebot

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Sollten die Fördermittel wie eingeplant rechtzeitig fließen, könnten schon im Sommer am Sportgelände des SV Seeon solche Fitness-Geräte und andere aufgestellt werden. Der Parcours soll über neun Stationen verfügen und für alle Gemeindebürger und Urlaubsgäste zur Verfügung stehen. (Foto: König/Ernst Meier Spielplatzgeräte GmbH)

Seeon-Seebruck – Der SV Seeon nutzt die Zwangspause, um Lösungen für die Zukunft zu entwickeln. So soll auf dem Sportgelände, oder vielmehr neben dem Parkplatz bei der Turnhalle, ein Fitness-Parcours aufgestellt werden. »Gerade die Pandemie hat uns gezeigt, dass der Verein flexibler im Angebot werden muss«, erklärt der Vorsitzende des SV Seeon, Christian Höfling, in einem Antrag an die Gemeinde, das neue Projekt finanziell zu unterstützen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte Höfling das geplante Projekt vor. Ein weiteres Projekt, für das um einen Zuschuss gebeten wurde, betraf die LED-Umrüstung der Flutlichtanlage auf dem Trainingsplatz.


Die Idee eines Fitness-Parcours' im Freien sei bereits vor rund zwei Jahren auf die Initiative der »Kraftraum«-Abteilung des SV Seeon entstanden, erklärte Höfling. In Kooperation mit einer Spielplatzgerätefirma habe man ein Konzept für alle Gemeindebürger entwickelt. Die witterungsbeständigen Fitnessgeräte sollen für jedermann frei zugänglich sein.

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Neun Stationen für verschiedene Übungen

Geplant sind neun Stationen beziehungsweise Geräte, an denen verschiedene Übungen möglich sind. »Der Fitness-Parcours wäre für alle Gemeindebürger ein großer Gewinn. Denn gerade wegen der aktuellen Einschränkungen im Sportbetrieb wäre Individualsport im Freien möglich«, sagte der Vorsitzende. Überdies könnte die öffentliche Sportanlage auch touristisch genutzt und als Station in den Rundweg der Gemeinde integriert werden.

Zunächst muss aber die Finanzierung gesichert sein. »Deshalb haben wir uns auf die Suche nach Fördertöpfen gemacht und sind auch bereits fündig geworden«, sagte Höfling. Durch die Anregung der Gemeindeverwaltung, das Projekt im Rahmen des LEADER-Programms umzusetzen, wäre eine Umsetzung noch im Sommer möglich. Allerdings kann hier nur die Gemeinde und nicht der Sportverein als Projektträger auftreten. Nach Angaben von Bürgermeister Martin Bartlweber (FW) werde die Gemeinde den Förderantrag zeitnah einreichen. Mit einem hoffentlich positiven Bescheid sei in zwei bis sechs Wochen zu rechnen.

Der Sportverein hat unterdessen schon ein Angebot für die Geräte eingeholt und die Finanzierungsmöglichkeit vorgestellt. Die geschätzten Gesamtkosten bewegen sich laut Höfling bei 45 000 Euro, wobei sich der Verein mit Unterstützung des gemeindlichen Bauhofs bei der Erstellung mit Eigenleistungen einbringen würde. Abzüglich des LEADER-Zuschusses in Höhe von 50 Prozent, verbleiben noch 22 500 Euro. Dieser Betrag soll zwischen dem Verein und der Gemeinde aufgeteilt werden.

Für die Idee und das gut vorbereitete Finanzierungskonzept gab es ein allgemeines Lob. Auch der Zuschuss der Gemeinde wurde einstimmig abgesegnet. Die Finanzierung sei absolut überschaubar und man könne das Projekt nur begrüßen, sagte Sepp Daxenberger (CSU). Als Sportlerin und Pädagogin warb auch Sabine Pfaffenzeller (FW) für das Projekt.

Geräte für Kinder ab 14 Jahre geeignet

Auch Michaela Losbichler (Grüne) findet die Idee »toll.« Auf ihre Nachfrage, ob die Geräte auch für kleinere Kinder geeignet seien, erklärte Höfling, dass die Geräte offiziell ab 14 Jahren zugelassen seien. Unter Aufsicht könnten sie aber auch kleinere Kinder nutzen. Die Haftungsfrage, die Angelika Wolfertstetter (Grüne) anschnitt, sei nach Angaben des Bürgermeisters wie beispielsweise auch bei Spielplätzen geregelt.

Dritte Bürgermeisterin Dr. Christine Kosanovic (FW) regte an, Bäume als natürliche Schattenspender zu pflanzen. Da der Fitness-Park auf der »grünen Wiese« entstehen soll, wollte Norbert Maier (FW) wissen, wie es sich mit der Bodenbeschaffenheit verhält. Höfling erklärte dazu, dass bei den Geräten ohnehin sogenannte Fallschutzmatten-Beläge vorgeschrieben seien. Die Wartung der Geräte würde der SV übernehmen, hieß es auf Anfrage von Martha Gruber (FW). Wobei die Geräte in bestimmten Abständen vom TÜV geprüft werden müssten.

Umrüstung für rund 5500 Euro

Aus der Gemeindekasse sollen zudem weitere 5500 Euro in die Umrüstung der Flutlichtanlage am Fußball-Trainingsplatz des SV Seeon fließen. Auch für dieses Projekt, das aber voraussichtlich erst im nächsten Jahr umgesetzt werden könnte, hat der Verein bereits ein Finanzierungskonzept erstellt und um einen Zuschuss gebeten. Wie Projektleiter Josef Huber mitteilte, beschäftige den Verein die Umrüstung der Flutlichtanlage seit Jahren. Für die jetzige Anlage aus den 1970er Jahren seien Ersatzteile nur noch sehr schwer zu beschaffen und bei technischen Mängeln habe man meist einen Ausfall über mehrere Wochen. Nach Überprüfung diverser Optionen habe man jetzt eine sehr gute Möglichkeit entwickelt. Hier müsse aber noch von einem Statiker überprüft werden, ob die neuen Leuchtdioden mit den jetzigen Masten auch funktionieren. Um das Vorhaben zu finanzieren, habe man beim Bundesförderprogramm Jülich und beim Bayerischen Landessportverband (BLSV) Voranträge eingereicht. Um einen Förderbetrag im Finanzierungskonzept in den jeweiligen Anträgen angeben zu können, sei die Umrüstung aber auch vom Förderwillen der Gemeinde abhängig. Ausgehend von Gesamtkosten in Höhe von 27 500 Euro rechnet der Verein mit Zuschüssen in Höhe von 9300 Euro vom Bundesförderprogramm und 7900 Euro vom BLSV. Bei einem errechneten Zuschuss in Höhe von 5500 Euro von der Gemeinde, würde sich der Eigenanteil des SV Seeon bei 3700 Euro bewegen.

Der Gemeinderat war sich darin einig, das Vorhaben unter der Voraussetzung eines positiven Ergebnisses der statischen Untersuchung finanziell zu unterstützen und lobte auch hier den Weitblick des Vereins »Man sieht, dass ihr eure Hausaufgaben macht. Ich bin auf alle Fälle dabei«, sagte zweiter Bürgermeister Norbert Maier (FW).

Schon aus Energieeinspargründen sollte man das Vorhaben unterstützen, das auch zügig umgesetzt werden sollte, sagte Sepp Daxenberger.

Die Pandemie hat dem SV Seeon nach Angaben des Vorstands im vergangenen Jahr einen Einnahmenausfall von rund 30 000 Euro beschert. Mit dem gleichen Betrag an Mindereinnahmen rechnet man auch im laufenden Jahr. Daher sei der SV Seeon für die Umsetzung der beiden Projekte auf die finanzielle Hilfe der Gemeinde angewiesen, hieß es.

ga


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