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Auf der Nordseite der Alzbrücke in Seebruck wird gerade ein Behelfssteg gebaut (rechts im Bild), der während der Sanierung der Brücke die Radfahrer und Fußgänger von A nach B bringen soll. Für den motorisierten Verkehr ist die Brücke voraussichtlich bis Ende September nächsten Jahres gesperrt. (Foto: Rasch)

Der Behelfssteg in Seebruck nimmt Form an

Seeon-Seebruck – Der wegen der Alzbrückensanierung im Bau befindliche Behelfssteg in Seebruck nimmt Formen an. Riesige Holzpfähle ragen auf der Nordseite der Brücke aus dem Wasser. Für Hanni Spies weht beim Anblick der Baustelle ein Hauch von Venedig durch das Dorf: »Die Pfosten erinnern mich an die Pfeiler, auf denen in Venedig die Häuser gebaut werden«, sagt die Seebruckerin, die sich gerade die Bauar-beiten auf der Brücke anschaut.


Die Bauarbeiter sind mittlerweile auf der Hälfte der Brücke angelangt. Laut Zeitplan soll der Behelfssteg voraussichtlich Ende nächster Woche zwar fertig, aber noch nicht benutzbar sein. Ob die Seebrucker und ihre Gäste, die Weihnachten am Chiemsee verbringen, schon an den Feiertagen über den neuen Weg flanieren können, wird sich zeigen. Bis zum Startschuss der Brückensanierung steht den Radfahrern und Fußgängern die bestehende Verbindung zur Verfügung.

Die zuständige Straßenbaubehörde ist mit dem Bauverlauf des Stegs zufrieden: »Wir sind sehr zufrieden und auch mit den unmittelbaren Anliegern klappt die Zusammenarbeit gut«, lobte Florian Paukner vom Staatlichen Bauamt Traunstein den Baufortschritt. Das Holzbauwerk sei als Pauschale ausgeschrieben. Der Firma aus Niederbayern, die das günstigste Angebot eingereicht und den Zuschlag erhalten habe, seien laut Staatlichem Bauamt bis auf die Gründung keine Vorgaben gemacht worden.

Auf den ersten Blick erscheint das rund 300.000 Euro teure Bauwerk aus Fichtenholz, das gerade mal für ein Jahr benötigt wird, hochwertig und aufwändig. Doch der Behördenvertreter betonte: »Bei einer dauerhaften Steglösung steckt wesentlich mehr dahinter.«

Fakt ist, dass der Behelfssteg nach der Sanierung der Brücke wieder abgerissen wird. Der Rad- und Fußgängerverkehr wird dann auf der Brücke stattfinden. Bereits Anfang nächsten Jahres soll nach Angaben von Bürgermeister Martin Bartlweber mit dem Abbruch der Fahrbahn begonnen werden. Anschließend werden die Brückenpfeiler saniert und ab Juni soll der Brückenkopf dann wieder aufgebaut werden. Wenn alles reibungslos verläuft, könnte schon Ende September die neu sanierte Brücke in Betrieb genommen werden. Bis dahin müssen sich aber nicht nur die Seebrucker in Geduld üben, sondern auch die umliegenden Orte, die in dieser Zeit den Umleitungsverkehr zu verkraften haben. Noch hält sich das Verkehrschaos in Grenzen. Wenn aber mit Beginn der Urlaubssaison die ersten Tagesausflügler die Chiemsee-Gemeinde besuchen, könnte sich das ändern.

Die Alzbrücke in Seebruck ist seit Mitte November dieses Jahres gesperrt und der Verkehr wird umgeleitet. Dieser Umstand beschert dem Ort eine selige Ruhe, während die Nachbarorte das Nachsehen haben. Dort blieb das befürchtete Verkehrschaos jedoch aus, wie Bürgermeister Martin Bartlweber gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt bestätigte. Die Beschwerden von der Bevölkerung hätten sich in Grenzen gehalten. Vielmehr erhalte die Gemeinde von den Bürgerinnen und Bürgern viele konstruktive Anregungen, die augenblickliche Verkehrssituation zu verbessern.

Der Bürgermeister stellte auch heraus, dass im Vorfeld viel Öffentlichkeitsarbeit betrieben worden sei, um die Bauphase möglichst reibungslos zu gestalten. Dabei habe man nicht nur die Umstände in Seebruck im Blick gehabt und kostenlose Pendler-Parkplätze geschaffen, sondern auch das erhöhte Verkehrsaufkommen in Truchtlaching, Seeon und Ischl. Neben den Beschilderungen seien sowohl die Gemeinde als auch das Staatliche Bauamt bemüht, bei Bedarf nachzubessern. »Die Rückmeldungen aus Seeon laufen sehr gut«, berichtet Bartlweber. Für die Brücke in Truchtlaching habe man eine Längenbegrenzung für Sattelzüge bekommen und die Ortsdurchfahrt von Truchtlaching sei auf 30 km/h beschränkt worden. Dort schlängele sich morgens und abends schon viel Verkehr durch den Ort.

ga

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